Verbandsliga | Peter H. Eisenhuth | 28.03.14

Cakici öffnet das Fenster einen Spalt weit

Aber aus dem Fenster lehnt sich beim Tabellenführer der Verbandsliga noch niemand. Am Sonntag muss der TSV Schott Mainz beim FV Dudenhofen bestehen.
Adem Kaya erzielte im Heimspiel gegen den FV Dudenhofen das einzige Tor. Am Sonntag wird er zunächst auf der Bank sitzen.
Adem Kaya erzielte im Heimspiel gegen den FV Dudenhofen das einzige Tor. Am Sonntag wird er zunächst auf der Bank sitzen. | Eva Willwacher

Mainz. Wer sich zu weit aus dem Fenster lehnt, kann tief fallen – erst recht, wenn sich das Fenster im Obergeschoss befindet. Deshalb gibt sich Ali Kayhan Cakici seit Saisonbeginn sehr zurückhaltend, auch wenn sein TSV Schott Mainz in der Fußball-Verbandsliga seiner Favoritenstellung bislang voll und ganz gerecht wurde und souverän die Tabelle anführt.

Grundsätzlich möchte der Trainer an seiner defensiven Rhetorik zum Thema Oberligaaufstieg auch festhalten und erst nach den zwei anstehenden Auswärtsspielen klar Stellung beziehen. „Aber bei neun Punkten Vorsprung und nur noch acht Spieltagen muss man davon ausgehen, dass wir uns ins Ziel retten“, sagt er und öffnet das Fenster zumindest einen Spalt weit. „Das ist aber kein Grund, den Weg zu verlassen, der uns dahingebracht hat, wo wir jetzt stehen.“

Sonntagsschuss brachte den Sieg

Dieser Weg sieht immer auch Respekt vor dem jeweiligen Gegner vor, ganz gleich, wo der sich in der Tabelle befindet. Im Fall des sonntäglichen Gastgebers FV Dudenhofen ist es der achte Tabellenplatz. Nichts, was den Schottlern Furcht einflößen sollte, doch Cakici hat nicht vergessen, wie das Hinrundenspiel lief. Gegen einen zweikampfstarken Widersacher setzten sich die Mainzer letztlich durch einen Sonntagsschuss von Adem Kaya in der 71. Minute durch.

„Wir wissen, dass es in Dudenhofen sicher nicht leichter werden wird“, sagt Cakici, lässt aber keinen Zweifel daran, dass seine Mannschaft die Gastgeber möglichst von Beginn an unter Druck setzen soll. „Wir sind eine Mannschaft, die immer auf Sieg spielen will. Das ist keine Floskel, das sieht man ja auch bei unseren Einwechslungen. Und wenn du dann drei, vier gute Spielzüge durchbringst und ein, zwei Dinger machst, gewinnst du so ein Spiel.“ Sollte es aber über weite Strecken nicht so laufen wie erhofft? „Dann müssen wir cool bleiben.“

Ein Thema, das kein Thema war

Vorigen Sonntag gegen den FSV Offenbach waren für den Sieg allerdings drei Tore erforderlich (okay, am Ende waren es deren fünf), weil die erfahrenen Abwehrspieler Nenad Simic und Nils Döring mit jeweils einem groben Fehler den 0:2-Rückstand einleiteten. Ein Thema, das für Cakici kein Thema wurde. „Das sind zwei Innenverteidiger, die in der Liga ihresgleichen suchen“, sagt der Trainer. „Die wissen schon selbst, was sie falschgemacht haben, und das passiert ihnen auch kein zweites Mal. Nach den Leistungen, die sie während der gesamten Saison bringen, würde ich mich schämen, wenn sie für diese Fehler kritisiere würde.“ Döring beispielsweise habe bereits neun Saisontore erzielt – „zeig‘ mir einen anderen Innenverteidiger mit dieser Ausbeute“.

Christian Kunert wird, wie schon in Rieschweiler, wieder in die Anfangsformation rücken, um mit seinem Kampfgeist, seiner Athletik und seinen Flanken die Mannschaft voranzubringen. Dafür wird Adem Kaya auf der Bank sitzen.

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