Oberliga | Guido Steinacker | 03.01.17

Burgbrohler Rückzug vom Rückzug

Die SpVgg Burgbrohl hat ihre Absicht revidiert, aus der laufenden Oberligarunde auszusteigen. Finanzielle Erwägungen ließen diesen Rücktritt vom Rücktritt angeraten erscheinen.
Der 4:1-Sieg des SV Gonsenheim (M. Damir Bektasevic) gegen die SpVgg Burgbrohl bleibt in der Wertung.
Der 4:1-Sieg des SV Gonsenheim (M. Damir Bektasevic) gegen die SpVgg Burgbrohl bleibt in der Wertung. | Eva Willwacher

Mainz. Die Fußball-Oberliga gehört durchaus bereits zu den Ligen, in denen für Geld gegen den Ball getreten wird. Die SpVgg Burgbrohl dagegen wird in der Rückrunde der laufenden Saison eine Mannschaft aufs Feld schicken, die vor allem den Auftrag hat, Ausgaben des Vereins zu vermeiden. Weil die Burgbrohler Verbandsstrafen und hohe Regressansprüche der Konkurrenzklubs fürchten, haben sie ihren Mitte Dezember verkündeten Ausstieg aus der Runde zurückgezogen, wie die Rhein-Zeitung berichtet.

Die Verantwortlichen gehen demnach von einem sechsstelligen Betrag an Strafen als Konsequenz aus ihrem Ausstieg aus. Andere Vereine haben offenbar bereits vorgerechnet, dass sie entgangene Einnahmen aus den entfallenden Heimspielen sowie enstandene Fahrtkosten in Rechnung stellen wollen. Dies hätte den Gesamtverein schwer belastet. In dem stellen die Fußballer nur zu einem Viertel die Mitglieder, und so sah die Abteilungsleitung sich in der Verantwortung den anderen Sparten gegenüber. Die Lösung, die wohl sportlich keine überzeugende werden wird: Die bisherige Zweite Mannschaft wird die 15 ausstehenden Partien bestreiten, beginnend am 25. Februar mit einem Heimspiel gegen den FSV Jägersburg. Die SpVgg-Reserve ist in ihrer Liga zwar Tabellenführer, tritt aber nur in der C-Klasse an.

Verträge fast allesamt aufgelöst

Thorven Fiedler, der die Burgbrohler Reserve trainiert, wird konsequenterweise auch die neue Erste durch die Restrunde führen. Die breit besetzte Zweite Mannschaft soll derweil versuchen, trotzdem den B-Klassen-Aufstieg zu vollenden, damit die SpVgg im Falle des Falles in der kommenden Runde nicht ganz von vorne anfangen muss. Denn ob der Verein für 2017/18 für die Rheinlandliga melden wird, ist noch ungewiss. Eine andere Lösung für das Ziel, den Spielbetrieb in der Oberliga weiterzuführen, gibt es für die Burgbrohler nicht, da genau ein Spieler des Oberligakaders seinen Vertrag noch nicht aufgelöst hat, auch Trainer Klaus Adams ist nicht mehr an Bord.

Drei Vereine betrifft die Entwicklung ein bisschen mehr als die anderen: Zum einen Saar 05 Saarbrücken, dessen 0:0-Fauxpass beim einzigen Punktgewinn des Tabellenletzten nun doch nicht gestrichen wird. Und Borussia Neunkirchen sowie den SV Gonsenheim. Denn diese beiden Vereine haben ihr Rückrundenspiel gegen die Burgbrohler bereits vor der Winterpause bestritten. Die Borussia gewann nur 2:1, die Gonsenheimer hätten sich unter den neuen Umständen wohl auch mehr versprechen dürfen als das 4:1 zum Jahresabschluss.

Alle Artikel von Fußball (Amateure)