Oberliga | Guido Steinacker | 31.03.14

Auch ohne Siege nicht gänzlich frustriert

Ein Teilerfolg als positives Erlebnis, eine hallbwegs korrigierte schlimme erste Häfte: Auch, wenn es am Wochenende weder für die Sportfreunde Budenheim noch die SG Saulheim Auswärtssiege gab, nahmen die beiden rheinhessischen Handball-Oberligisten aus der Pfalz doch auch versöhnliche Eindrücke mit nach Hause.

Dansenberg. Nicht immer schlägt es einem Trainer aufs Gemüt, wenn seiner Mannschaft am Ende eine Führung verloren geht. Mit 26:23 lagen die Sportfreunde Budenheim beim Handball-Oberligagastspiel bei TuS Dansenberg in der Schlussphase einigermaßen komfortabel in Front. Es reichte aber nur zu einem 26:26 (14:10)-Endstand, der den Budenheimern bei ihren Zielen allerdings deutlich mehr nutzt als den abstiegsbedrohten Gastgebern.

„Ich sehe das Ergebnis eher positiv", sagte SFB-Trainer Axel Schneider deshalb. Zwischen der 5. (1:4) und 52. Minute (24:21) habe seine Mannschaft guten Handball gezeigt. Nach dem anfänglichen Rückstand legten die Sportfreunde einen 7:0-Lauf hin. „Da haben wir im Angriff sehr strukturiert gearbeitet.“ Michael Smedla zeigte im Tor der Budenheimer zudem eine starke Partie. Auch Philipp Kukula und Armin Henke in seiner Pfälzer Heimat ragten in Schneids Team heraus. Erst als die Dansenberger auf eine 6-0-Deckungsformation umstellten, provozierte dies bei den Budenheimern mehr Fehler. Ohne Matthias Carl und Tobias Hahn musste Marcus Quilitzsch am Kreis durchspielen, Manuel Blezinger und Chris Roll waren nicht voll einsatzfähig – alles Punkte, die das schwächere Ende nachvollziehbarer machen.

Nach 7:1 Punkten aus den jüngsten vier Partien freut sich Schneider über den Anschluss an das Verfolgerfeld der Liga. Und nun kommt mit dem SV 64 Zweibrücken das derzeit erfolgreichste Team der Liga in die Waldsporthalle – ein Heimspiel mit ganz, gaaanz klein wenig Spitzenspielflair.

Sportfreunde Budenheim: Smedla, Strüder - Henke (8/2), Nagel (5), Diehl, Kokot (je 4), Roll (2), Kukula, Nießner, Quilitzsch (je 1), Blezinger, Gerber, Kijowski.

 

Zweibrücken. Eben jenen SV 64 Zweibrücken testete die SG Saulheim am Wochenende vor Ort und durfte den Gegner als gut befinden. „Es war klar, dass wir auf die spielstärkste Mannschaft der Liga treffen, gut verteidigen müssen und es mit einer 3-2-1-Abwehr zu tun haben, die jeden Fehler bestraft“, wusste SG-Trainer Markus Herberg. Es gab viel Gelegenheit zu bestrafen für die Westpfälzer. Sehr viel, der Tabellenzweite schickte die Saulheimer schließlich mit einer 21:35 (10:22)-Niederlage nach Hause.

Die extrem hohe Gegentoranzahl in der ersten Halbzeit „lässt sich schnell erklären“, beruhigt Herberg. Bis zum 0:5 (2.) war die SG im Angriff nur durch Fang- und Passfehler aufgefallen und hatte bereite vier Gegenstoßtore kassiert, als Herberg die Auszeit nahm. Aber was in der Minute erklären? „Die Spieler wissen ja, dass sie die Finger zumachen müssen.“

Die Saulheimer Abwehr arbeitete dann, wenn es mal zum aufgebauten Angriff der Zweibrücker kam, durchaus gut. Das kam in der ersten Halbzeit nur kaum zum Tragen. Elf Zweibrücker Treffer kamen vor der Pause rein über die Gegenstöße zustande. Sebastian Brose, der im SG-Tor durchspielte, blieb bei zwei weiteren Versuchen Sieger. Neun Fehlwürfe und elf technische Fehler der Saulheimer ermöglichten den klaren Rückstand.

Deutlich anders sah es in der zweiten Hälfte aus. Nach 20 Minuten hatte der SV 64 in der nun viel torärmeren Partie erst einen Treffer Differenz draufgelegt (16:29, 50.). „Die Zweibrücker haben keineswegs nachgelassen, aber wir haben kaum noch technische Fehler gemacht, also haben ihnen die Gegenstoßtore gefehlt“, schilderte Herberg.

Mit den von Brose gehaltenen 27 Bällen „musst du so ein Spiel eigentlich gewinnen“, sagt der SG-Trainer. Aber bei den Zweibrückern kann das schon mal anders aussehen.

SG Saulheim: Brose – Schmitt, Vuletic (je 5), Acker (3), Lipp, Reisinger, Venter (je 2), R. Kuntz, Schaaf (je 1). Jung, Theuer, Zaufke.

 

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