Oberliga | Guido Steinacker | 23.03.14

Auch ohne Glanz ganz glücklich

Einen enorm wertvollen Auswärtssieg beim kommenden Absteiger TV Moselweiß feierte Handall-Oberligist TV Nieder-Olm. Dazu reichte beim 29:25 (15:11) in Koblenz eine mäßige Leistung.

Nieder-Olm. Es gibt im Laufe einer Saison diese Spiele, bei denen viel mehr entschieden wird als nur über zwei Punkte mehr oder weniger. Für Handball-Oberligist TV Nieder-Olm war die Auswärtspartie beim Vorletzten TV Moselweiß solch eine Partie, die beim 29:25 (15:11) das ersehnte Ende fand. Dieser Auswärtssieg, darf man getrost sagen, hält die Nieder-Olmer nicht nur am Leben im Abstiegskampf, sondern darf wohl als die gemeisterte, entscheidende Hürde gewertet werden.

Die Koblenzer sind zwar so gut wie abgestiegen, aber zwei gewonnene Heimspiele in Serie, darunter jenes gegen die Sportfreunde Budenheim, zeigten, dass beim TVM zumindest in der eigenen Halle immer noch etwas geht. Und dann schwebte in den Köpfen der Nieder-Olmer ja noch diese 38:42-Pleite aus dem Hinspiel umher. „Der Gegner hat uns dann aber weitaus weniger abverlangt, als wir vorher gedacht hatten“, berichtete TVN-Trainer Udo Henß.

 Nieder-Olmer können es besser

Daher verkauft er den sicheren, aber nicht gerade üppigen Erfolg auch nicht als Topleistung seiner Mannschaft. „Es war keine gute Partie von uns, wir können besser spielen“, betonte der Trainer. Ein Teil des Leistungsbildes war allerdings hausgemacht, schränkte Henß ein. Angesichts der klaren Führungen von sechs Toren in der ersten und acht Toren in der zweiten Hälfte entschlossen sich Henß und Michael Rink, frühzeitig mit dem Durchwechseln anzufangen und dabei Spieler auf ungewohnten Positionen zu testen. „Der eine oder andere konnte sich dabei nicht auszeichnen“, war das nicht überraschende Ergebnis.

Die Konzentration der Nieder-Olmer, die in den Wechselspielen dann immer wieder verloren ging, galt dem Rückraumschützen des Vorletzten, Julian Vogt. Er profitierte besonders in der zweiten Halbzeit auch vom allzu frühen Sicherheitsgefühl des TVN. „Vogt ist ein guter Individualist, und wenn man dann ein Spiel ab der 25. Minute als unverlierbar erklärt, wird man gerade von ihm eben immer wieder überrascht“, sagt Henß. So hielt Vogt die Moselweißer lange am Leben in dieser Partie, ohne dass der Nieder-Olmer Erfolg noch einmal in Gefahr geriet.

Bälle abgefangen, Gegenstöße unmöglich

Erneut bot Torwart Felix Kaltenthaler eine richtig gute Partie, dabei profitierte er in den guten Phasen des Spiels auch von der Maßarbeit seiner Vorderleute. „Wir haben versucht, den Gegner zu schlechten Würfen zu zwingen, und Felix konnte daher sogar etliche Bälle abfangen und so zum schnellen Gegenstoß einleiten“, berichtete Henß.

Am Ende stand ein knapperer Erfolg, als es hätte sein können, aber letztlich war der Nieder-Olmer Sieg fast ein Start-Ziel-Erfolg – „und natürlich zählen für uns in unserer Situation sowieso vornehmlich die zwei Punkte“, stellt der Nieder-Olmer Trainer klar. „Durch die unorthodoxen Aufstellungen haben wir Trainer zu den Problemen natürlich beigetragen.“ Recherisch ist der TVN nach diesem Wochenende noch längst nicht gerettet, aber das Restprogramm mit vier Heimspielen ausschließlich gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte bietet nun sehr gute Chancen, sich ganz elegant in den gesicherten Bereich vorzuarbeiten.

TV Nieder-Olm: Kaltenthaler, Schmitt– Stumps (8/4), Gettert (7), Liebisch (5), Stauder (3), Gaul , Ranzenberger (je 2), Frommann, Gaubatz, Griesbach (je 1), Bieker, Borsch, Doderer.

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