Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 08.11.14

1A-Kurzzeitgedächtnis

Die erste Auswärtsniederlage hatte der TSV Schott schon auf der Busfahrt abgehakt. Dass sie keine Spuren hinterlassen hat, soll am Sonntag Röchling Völklingen erfahren.
Nur kurz waren Ali Kayhan Cakici und der TSV Schott Mainz nach dem 2:3 in Idar-Oberstein getroffen. Dem Ende der Auswärtsserie soll ein Sieg im letzten Hinrundenspiel folgen.
Nur kurz waren Ali Kayhan Cakici und der TSV Schott Mainz nach dem 2:3 in Idar-Oberstein getroffen. Dem Ende der Auswärtsserie soll ein Sieg im letzten Hinrundenspiel folgen. | Eva Willwacher

Mainz. Zu den vielen Eigenschaften, die seine Mannschaft auszeichne, gehöre die Fähigkeit, sehr schnell vergessen zu können, sagt Ali Kayhan Cakici. „Wir verfügen über ein ganz extremes Kurzzeitgedächtnis“, versichert der Trainer des TSV Schott Mainz und nimmt sich selbst nicht aus. Zwar weiß Cakici nach auch gegen Ende eines zehnminütigen Telefonats noch immer den Namen seines Gesprächspartners – aber die 2:3-Niederlage beim SC Idar-Oberstein am vorigen Samstag „war auf der Busfahrt schon abgehakt“.

Es gebe ja auch keinen Grund, sich länger über das erste Auswärtsspiel der Saison, in dem der Aufsteiger leer ausging, zu grämen. Zum einen habe niemand davon ausgehen können, dass die Erfolgsserie auf fremden Plätzen bis in alle Ewigkeit anhalten werde. „Das wäre ja unnatürlich“, sagt Cakici. „Alles hat ein Ende. Und das Schöne an einem Ende ist, dass man einen neuen Anfang schaffen kann.“

Ähnlich strukturierter Gegner

Zum anderen waren die Schottler zwar der Meinung, dass diese Niederlage nicht hätte sein müssen, und auch der Schiedsrichter habe durch ein zu Unrecht aberkanntes (Abseits-)Tor dazu beigetragen. Letztlich aber bedeute dieses Resultat, „dass wir an diesem Tag nicht die erforderliche Qualität hatten. Das heißt aber nicht, dass uns diese Qualität auch am nächsten Spieltag fehlen wird“.

Dass die Qualität in ausreichendem Maße vorhanden ist, soll am Sonntag der um einen Punkt und zwei Plätze besser dastehende Tabellensechste Röchling Völklingen erfahren müssen (Anstoß: 14.30 Uhr). Unterschätzen werde seine Mannschaft diesen Gegner trotz aller Zuversicht, das zarte Heimstärkenpflänzchen weiter sprießen zu lassen, nicht. Die Saarländer, die sich nach anfänglichen Schwierigkeiten in dieser Runde längst gefangen haben, verfügten über viele individuell hervor Spieler. „Die sind ähnlich strukturiert wie wir“, sagt der Schott-Trainer, „das ist eine geschlossene Mannschaft mit herausragenden Einzelkönnern. Weil wir uns sehr ähnlich sind, glaube ich, dass die Qualität der ,Stars‘ den Ausschlag geben wird.“

Weiter ohne Baljak

Zumindest die Gastgeber werden voraussichtlich auf einen ihrer Stars verzichten: Ex-Profi Srdjan Baljak trainiert nach seinen muskulären Problemen zwar wieder, soll aber noch geschont werden, um in zwei Wochen zum Rückrundenauftakt zur Verfügung zu stehen – im Derby gegen den SV Gonsenheim. „Trotzdem haben wir eine Riesenchance zu gewinnen“, sagt Cakici, räumt aber ein: „Das gilt auch für Völklingen.“

 

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