2. Bundesliga Damen | Christian Karn | 18.05.26 „Spiel für Spiel bestätigt, dass wir stark genug sind“ Takashi Yamashita, Erfolgstrainer der Fußballerinnen des FSV Mainz 05, über den Aufstieg in die Bundesliga. Hat die 05-Fußballerinnen binnen zwei Jahren von der Regionalliga in die Bundesliga geführt: Takashi Yamashita. | Bernd Eßling Herr Yamashita, ich erinnere mich, dass wir uns im September nach eurem Sieg gegen die Eintracht in der Arena begegnet sind und ich gesagt habe: „Ich glaube, vor dieser Liga müsst ihr keine Angst haben.“ Jetzt seid ihr aufgestiegen. Wann habt ihr erkannt, dass das möglich ist? Möglich war es nach dem vorletzten Spieltag, als wir dank der Tordifferenz auf den zweiten Platz vorgerückt sind. Aber ich habe schon vor der Saison zu unserem Trainerteam gesagt, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen und es mein Ziel ist, Meister zu werden. Das hat nichts mit Zweiter Liga oder Regionalliga zu tun. Ich will jedes Spiel gewinnen. Wenn das so kommt, sind wir Meister. Als ich dann gemerkt habe, dass die Mannschaft stark genug ist, um in der Zweiten Liga oben mitzuspielen, als wir diese Serie in der Hinrunde hingelegt und sechs Spiele in Folge gewonnen haben, habe ich angefangen, den Mädels zu sagen: Wir sind in der Zweiten Liga angekommen, und wir können jeden schlagen, wenn wir unsere Leistung abliefern. Die Mädels haben in der Rückrunde Spiel für Spiel bestätigt, dass wir stark genug sind. Realistisch geworden ist es erst am letzten Spieltag. Heute war es in der ersten Hälfte noch ein recht zähes Spiel. Ihr wart überlegen, aber der Gegner hat nicht viel angeboten. In welchem Moment war Ihnen klar, dass sie gewinnen und aufsteigen werden? Mit dem 4:0 war die Tendenz so, dass wir gewinnen werden. Aber im Fußball kann alles passieren, wir mussten bis zum Ende konzentriert bleiben. Gut, dass wir kein Gegentor kassiert haben. In der zweiten Halbzeit haben wir versucht, unseren Fußball zu spielen. In der ersten Halbzeit hatten wir weniger Tempo, haben uns wenig zugetraut, waren zu vorsichtig, das ist nicht unser Fußball. War die Mannschaft auch ein bisschen nervös? Ängstlich? Sicher. Hundert Prozent. Das ist aber irgendwo menschlich. Wie ist sie da rausgekommen? War das 1:0 einfach der Öffner? Nicht nur durch das 1:0. Ich habe sie in der Halbzeit daran erinnert, dass das, was wir bis dahin gemacht haben, nicht unser Fußball ist. Klar, wir hatten Angst, weil wir aufsteigen wollten, und ich habe gesagt: Mädels, wenn ihr so in der Ersten Liga spielt, habt ihr gar keine Chance. Wenn ihr was schaffen und aufsteigen wollt, müsst ihr anders spielen. Sie haben in der zweiten Hälfte eine gute Reaktion gezeigt. Auch das ist eine Stärke von uns, dass die Mädels versuchen, besser zu spielen, noch mal einen Gang raufzuschalten, das haben sie heute wieder gut gemacht. Zack, zack, zack, auf einmal stand es 4:0... Standards. Haben wir gut gemacht. Wir haben genug geübt dafür und in der Rückrunde auch deutlich mehr Standardtore geschossen als in der Hinrunde. Jetzt kommt die Bundesliga auf euch zu. Könnt Sie schon einschätzen, was das für Euch bedeutet? Ach, da müssen wir erst mal gucken. So wie in dieser Saison. Das Gespräch führte Christian Karn. Alle Artikel von Fußball (Amateure)