Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 08.07.26

Meilenstein und kleines Trauma

Ein Pflichtsieg in Gensingen und ein Erfolg beim TuS Neunkirchen bescheren dem TSV Schott den Verbleib in der Tennis-Oberliga. Ein Highlight des Doppelspieltags bildete das Debüt eines Youngsters.
Seine Weste ist so weiß wie sein Shirt: Elias Peter marschiert ungeschlagen durch die Liga.
Seine Weste ist so weiß wie sein Shirt: Elias Peter marschiert ungeschlagen durch die Liga. | Archiv/Eßling

Neunkirchen. Aller Sorgen ledig geht der TSV Schott in den abschließenden Doppelspieltag der Tennis-Oberliga. Mit einem 8:1 beim TC Gensingen und dem folgenden 6:3 in Neunkirchen sicherte sich das Team von der Erzbergerstraße den Klassenverbleib. „Das ist optimal gelaufen“, kommentierte Jörg Daum die beiden Begegnungen.

Von vorneherein war klar, dass die Partie im Saarland die schwierigere werden würde – weshalb Daum zum ersten (und letzten) Mal in dieser Saison drei Ausländer aufbot. Die Gastgeber taten es ihm gleich, „beiden Seiten war die Bedeutung klar“, sagte der Schott-Trainer. Der Sieger wäre mit 6:4 Punkten gerettet, für den Verlierer könnte es bei 4:6 Zählern noch mal eng werden.

Prädikat „Spieler der Saison“

Als „Meilenstein“ wertete Daum die drei gewonnenen Einzel seiner Leute in der ersten Runde auf der merkwürdig anmutenden Anlage des TuS („Sechs Plätze im Nichts und ein großes Zelt“), auf der parallel ein ITF-Turnier stattfand. Seinem an Position vier erfolgreichen Akteur verlieh der Coach das Prädikat „Spieler der Saison“ – Elias Peter setzte seine bemerkenswerte Siegesserie fort, nachdem er tags zuvor auch Pavle Nikolin bezwungen hatte.

In Gensingen war dafür im zweiten Satz ein Tiebreak erforderlich, in Neunkirchen verlangte der physisch starke Luxemburger Tom Diederich ihm vor allem im ersten Durchgang alles ab. „Aber Elias hat sich durchgetankt und war als Erster fertig“, berichtete Daum. „Das war das Match mit den schnellsten Ballwechseln.“

Bella bläst Fagotti vom Platz

Eine Topleistung bescheinigte er auch Lukas Hamacher, der in Nils Brinkmann in zwei Sätzen ebenfalls einen 30er ausschaltete, „der nicht einfach zu spielen ist“. Besonders freute sich der Trainer jedoch über den Erfolg seiner Nummer zwei: Dem Schweizer Neil Saxer gelang gegen Marc Siddharta Kleber mit 6:2, 6:4 sein erster Sieg im dritten Match für den TSV.

Danach war absehbar, dass die Schottler zumindest mit einem 4:2 aus den Einzel herausgehen würden, denn dass Marco Bella an fünfter Position seinen Landsmann Laraia Fagotti vom Platz blasen würde, hatte seine Freundin, selbst eine ehemalige Tourspielerin korrekt prophezeit: „Marco kann gegen ihn nicht verlieren“ – in der Tat gab Bella nur ein Spiel ab.

Im Vorteil sah Daum auch seine Nummer eins, Cyril Vandermeersch, gegen den Schweden Hugo Nossler. Dass es so deutlich werden würde – 6:1, 6:1 –, hatte er allerdings nicht gedacht. Als einziger Schottler musste sich Steffen Hillenmeier geschlagen geben, was gegen den nordmazedonischen Davis-Cup-Spieler Berk Bugarikj freilich keine Schande war, aber sehr unglücklich zustande kam.

Schiri unterbricht zu Unrecht

„Sein Gegner ist einer der stärksten Spieler der Liga“, betonte Daum, „Steffen war auch etwas ehrfürchtig.“ Seinen Respekt aber legte Hillenmeier nach dem mit 2:6 verlorenen ersten Satz ab und holte sich den zweiten mit 6:1. „Vom 4:1 an hat Bugarikj die Bälle nur einmal rübergespielt und ist dann für den nächsten Aufschlag auf die andere Seite gegangen. Das wirkte etwas arrogant, aber die Botschaft war klar: dass er den Matchtiebreak gewinnen würde.“

So kam es in der Tat, allerdings mit freundlicher Unterstützung des Schiedsrichters. Hillenmeier brachte seinen Kontrahenten mit einer harten Vorhand in die Bredouille, doch obschon Bugarikj weiterspielte, unterbrach der Referee den Ballwechsel – er hatte die Kugel im Aus gesehen. Zu Unrecht, wie die Überprüfung ergab; Hillenmeiers Vorteil war dahin, wenig später unterlag er mit 11:13.

„Steffen hat gerade ein kleines Matchtiebreaktrauma“, merkte Jörg Daum an. Inklusive des Finals der Rheinland-Pfalz-Meisterschaften war es der vierte dritte Durchgang hintereinander, den sein Kapitän abgab: 7:10, 8:10, 6:10, 11:13. „Für nächstes Wochenende hat er hat schon angekündigt, dass er aufgeben wird, falls er den ersten Satz verliert…“

Tom Meinerts erster Oberligaeinsatz

Das Highlight des angesichts der Aufstellungen absehbar ungefährdeten Erfolgs in Gensingen bildete das dritte Doppel. In dem nämlich debütierte Youngster Tom Meinert, der gerade seine erste Verbandsligasaison absolviert hat, an Lukas Hamachers Seite. Und das mit Erfolg: Das Mainzer Duo setzte sich gegen Laurenz Kersting/Mats Geyrhofer mit 6:1, 6:2 durch.

Die Gastgeber waren ohne den Franzosen Adrian Puget – in der Herren-30-Bundesliga für den TSC Mainz ungeschlagen –, den verletzten Franjo Matic und Jelle Ackermann angetreten und wollten ihren auf Einsätze drängenden Nachwuchskräften die Chance geben, sich zu beweisen. Die nutzten sie nicht: Kersting und Geyrhofer gingen gegen Hamacher und Adrian Kraus sang- und klanglos unter.

Die beiden letzten Spieltage wird der TSV Schott voraussichtlich mit nur je einem ausländischen Akteur bestreiten. Gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter TC Homburg erwartet Jörg Daum am Samstag „einen Einlauf, der nicht zu verhindern ist“. Und am Sonntag rechnet er im Derby beim TSC „mit einem Sieg, der ebenfalls nicht zu verhindern ist“.

Lukas Hamacher nahm erst Laurenz Kersting auseinander und bezwang dann den ungleich stärkeren Nils Brinkmann.
Lukas Hamacher nahm erst Laurenz Kersting auseinander und bezwang dann den ungleich stärkeren Nils Brinkmann. | Archiv/Eßling
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Vom Schiedsrichter um einen wichtigen Punkt gebracht: Steffen Hillenmeier.
Vom Schiedsrichter um einen wichtigen Punkt gebracht: Steffen Hillenmeier. | Archiv/Eßling
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