Bezirksliga | Gert Adolphi | 14.03.14 Außergewöhnliche Anstrengungen nicht ausgeschlossen Aufsteigerduell und Derby in einem: In der Fußball-Bezirksliga treffen am Sonntagnachmittag die TuS Marienborn und die TSG Bretzenheim 46 aufeinander. „Destruktiv liegt uns nicht“, sagt der Marienborner Trainer Guido Ritz. Die Offensivstärke seiner TuS soll am Sonntag die TSG Bretzenheim zu spüren bekommen. | Eva Willwacher Marienborn. Als Neulinge haben sich die TuS Marienborn und die TSG Bretzenheim 46 in der Fußball-Bezirksliga bislang mehr als beachtlich geschlagen. Die TuS ist Fünfter, die 46er liegen als Sechster nur zwei Punkte hinter dem Mitaufsteiger. Am Sonntagtreffen beide in Marienborn im Derby aufeinander (Anstoß: 15 Uhr). „Den Ehrgeiz, bester Aufsteiger zu werden, haben wir definitiv“, sagt der Bretzenheimer Trainer Timo Schmidt. „Da rede ich nicht drum herum. Durch die räumliche Nähe herrscht eine gesunde Rivalität zwischen beiden Mannschaften, das macht ja auch Spaß. Natürlich wollen wir vor den Marienbornern landen.“ 46er kassierten Heimschlappe In der Winterpause lag die TSG in der Tabelle noch vor dem Nachbarn. Doch während die TuS mit einem 2:0-Sieg bei Ataspor Worms perfekt in die Restsaison startete, kassierten die 46er eine 1:4-Heimschlappe gegen den SV Guntersblum. Die Niederlage kam unerwartet, denn zum einen hatten die Bretzenheimer eine starke Vorbereitung hingelegt, zum anderen hatte der Gegner in der Winterpause einen veritablen Aderlass hinnehmen müssen. Die Auftaktpartie wirkt sich für die 46er auch auf die anstehende Begegnung aus. Zu Robert Peters, der noch eine Sperre aus dem alten Kalenderjahr abbrummt, gesellte sich Simon Gockel, der gegen die Guntersblumer Rot sah. „Dazu kommen diverse kleinere Verletzungen, ein Geburtstag hier, eine Exkursion da“, klagt Schmidt. „Trotz unseres breiten Kaders kommen auch wir an unsere Grenzen. Aus dem Vollen kann ich nicht mehr schöpfen.“ In Mannschaftsstärke plus drei, vier Auswechselspielern werden die Bretzenheimer in Marienborn dennoch auflaufen. Der Trainer wird sich bei den A-Junioren bedienen, die bereits regelmäßig bei ihm mittrainieren. Schmidt fehlen defensive Mittelfeldspieler Die Personalprobleme nehmen Einfluss auf Schmidts taktische Ansätze. Denn es fehlen überwiegend defensive Mittelfeldspieler. „Es kann durchaus passieren, dass ich offensiver auftreten muss“, sagt der Bretzenheimer Trainer. „Wir werden versuchen, aus der Not eine Tugend zu machen.“ Den Marienbornern mit ihren flinken Stoßstürmern will Schmidt dennoch keinen Platz für Konter anbieten. „Wir dürfen nicht zu hoch stehen, damit sie nicht ihre Schnelligkeit ausspielen können.“ Ansonsten sind die Basics gefragt: Zweikämpfe annehmen, in das Spiel hineinknien, Laufbereitschaft zeigen. Die (erzwungene) Bretzenheimer Marschrichtung kommt Guido Ritz entgegen. „Uns liegt es mehr, wenn der Gegner mitspielt und sich nicht hinten reinstellt“, sagt der Marienborner Trainer. Er selbst will nicht vom gewohnten Konzept abrücken. „Destruktiv liegt uns nicht“, sagt Ritz. „Wenn wir zu verhalten spielen, bekommen wir einen eingeschenkt. Nach vorne spielen können wir. Wir versuchen die Bretzenheimer zu beschäftigen. Denn Fußball spielen können die auch.“ Ritz hat Spaß an der positiven Brisanz Der 2:0-Sieg in der Hinrunde ist für den TuS-Trainer die Folie, an der er sich auch am Sonntag orientieren will. „Wir müssen die Bretzenheimer von unserem Tor weghalten“, sagt Ritz. „Das haben wir damals auch gut geschafft. Wichtig wäre, dass wir hinten möglichst lange die Null halten. Nach vorne geht bei uns nahezu immer etwas.“ Die Bestbesetzung werden wohl auch die Gastgeber nicht aufbieten können. Frank Berninger ist angeschlagen, Christian Lamm war krank. Bei einer Personalie hofft der Trainer auf eine positive Lösung. Sein Sohn Dennis, mit elf Treffern bislang erfolgreichster Schütze, fehlte in Worms, weil er derzeit studienbedingt in Hamburg beschäftigt ist. „Eventuell gelingt es uns, ihn für das Wochenende nach Hause zu holen“, sagt Ritz. „Daran wären wir natürlich unheimlich stark interessiert.“ Für ein Derby werden eben auch einmal außergewöhnliche Anstrengungen unternommen. Von dieser Stimmung lässt sich auch der Trainer gerne anstecken. „Diese Spiele haben eine positive Brisanz“, sagt Ritz. „Das zieht sich durch alle Altersklassen, von den Junioren bis zur AH.“ Alle Artikel von Fußball (Amateure)