Bundesliga | Oliver Nieder | 30.07.26 Zwischen Mainz 05 und Klopps 57 NEUES AUS DEM BRIXENTAL (6) | WM war gestern, Mainz 05 ist heute. So lautet die Botschaft des deutschen Nationalspielers Nadiem Amiri, als er sich im Trainingslager den Fragen der Medienvertreter stellt. Was morgen mit ihm sein wird, darüber wolle er sich nicht den Kopf zerbrechen. Sein Vertrag läuft bis 2028, alles andere sei kein Thema, sagt Nadiem Amiri. | Eva Willwacher Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder. Hopfgarten. Dass Nadiem Amiri um den Elefanten im Raum nicht herumkam, war klar. Und nach knapp vier Minuten war es dann so weit. Ob er weiter bei Mainz 05 performen werde, auch um für seinen Traum von weiteren Einsätzen in der Nationalmannschaft zu kämpfen? Die unvermeidliche Frage war noch nicht zu Ende formuliert, da beantwortete sie der Offensivspieler schon in Grund und Boden. „Das ist jetzt kein Thema für mich, um darüber zu sprechen“, begann er seine Ausführungen. Er habe einen Vertrag bis 2028. Er sei glücklich hier, auf und neben dem Platz. Das könnten alle sehen. „Bei mir im Kopf ist aktuell nur Mainz 05.“ Ende der Durchsage? Nicht ganz. „Es kann sich immer was verändern“, auch das sagte Amiri. Er wolle niemand sein, der sagt, er bleibe hier und sei dann drei Wochen später weg. Und was ist dann dran an dem jüngsten RB Leipzig-Geraune? „Ist doch gerade gar kein Thema, ich bin doch hier. Passt doch alles.“ Amiri genießt die offensive Rolle Das gilt auch für das Trainingslager in Tirol, in das Amiri als WM-Fahrer mit einem leicht angepassten Programm eingestiegen ist. „Ich bin froh, da zu sein. Ich habe die Jungs vermisst. Die ersten Tage waren intensiv. Ich habe heute zum ersten Mal alles mitgemacht“, sagt er. Dabei genießt er seine unter Trainer Urs Fischer neu gefundene Rolle in der Offensive. „Ich hoffe, das hat man gesehen, weil ich ja eher ein offensiver Spieler bin und gerne mehr die Aktion hin zum Tor habe.“ Eine Qualität, die auch der künftige Bundestrainer Jürgen Klopp gut gebrauchen könnte? 57 Namen hat der frühere Mainzer Coach nach eigenem Bekunden auf seinem Zettel stehen, und Nadiem Amiri ist selbstbewusst genug, um zu sagen: „Ich bin mir sicher, dass ich einer von diesen Spielern bin.“ Aber es liege an ihm, entsprechende Leistungen abzuliefern. „Und dann entscheidet natürlich der Trainer.“ WM als „geile Erfahrung“ Blut geleckt hat der 29-Jährige jedenfalls, trotz des desaströsen WM-Verlaufs der deutschen Mannschaft. Amiri spricht von einer „geilen Erfahrung“. Er habe sich seinen Traum erfüllt, für Deutschland eine Weltmeisterschaft zu spielen und gute Sachen mitgenommen. „Die Spiele auf dem Niveau, die ganzen anderen Spieler, das ganze drumherum, mit dem ganzen Druck umzugehen“, zählt er auf. Dass es gegen Paraguay nicht gereicht hat, habe an mehreren Dingen gelegen „und am Ende des Tages hat es dann auch Paraguay mehr verdient“. Das frühe Ausscheiden zu verarbeiten, habe ein paar Tage gedauert. „Dann ging es auch schon wieder bergauf.“ Nun gelte es, im Verein, in der Liga Gas zu geben und sich für weitere Länderspiele zu empfehlen. Bei welchem Verein – nun, siehe oben. Nadiem Amiri hat in Pressegesprächen schon gesprächiger gewirkt als am Donnerstagnachmittag. Dass die Bild-„Zeitung“ ihm gegen Ende der vorigen Saison unterstellt hatte, er mache den Clown, hatte er noch nicht vergessen. | Oliver Nieder Anzeige Anzeige Anzeige Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)