Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 02.09.2017

Zähne zusammenbeißen

Wie im letzten Interleague-Spiel, so in der ersten Play-off-Begegnung: Die Mainz Athletics treffen erneut auf die Dohren Wild Farmers. Mehr Personal als vor einer Woche steht ihnen allerdings nicht zur Verfügung.
Ob Nici Weichert auflaufen kann, wird sich kurzfristig entscheiden.
Ob Nici Weichert auflaufen kann, wird sich kurzfristig entscheiden. | Peter H. Eisenhuth

Mainz. Es war nicht nur dieser eine Schlag. Aber ohne Zach Johnsons Homerun im siebten Inning, der auch noch Peter Johannessen nach Hause brachte, hätten die Mainz Athletics am vorigen Wochenende das zweite Spiel gegen die Dohren Wild Farmers nicht mit 13:8 gewonnen und sich vermutlich am Freitag auf den Weg nach Niedersachsen machen müssen – um gegen denselben Gegner die ersten beiden Play-off-Spiele zu bestreiten.

So aber entschieden die A’s nach der verlorenen ersten Partie den direkten Vergleich für sich und sicherten sich damit als Tabellenvierter der Interleague das Heimrecht für den Auftakt im anstehenden Viertelfinale gegen den Fünftplatzierten. Wobei man darüber streiten kann, ob dies tatsächlich ein Vorteil ist. Zwar kommen die Mainzer dadurch in der Best-of-five-Serie in jedem Fall in den Genuss zweier Heimspiele (Samstag, 17 Uhr, Sonntag 12 Uhr), müssten dafür aber ein mögliches fünftes Spiel am kommenden Wochenende in der Fremde absolvieren. Wenn auch mit dem Vorteil, dann als Heimmannschaft betrachtet zu werden und damit das Rückschlagsrecht zu besitzen.

Trend spricht für fünftes Spiel

Sollte sich der Trend aus den Interleague-Spielen fortsetzen, wird genau dies eintreffen: In allen vier Duellen mit den Teams der Nordstaffel kam es zu Splits, am Ende standen vier Siegen vier Niederlagen gegenüber. Das könnte sich in der ersten K.o.-Runde angesichts der dünnen Personaldecke als Problem erweisen. Schon zuletzt hatte Spielertrainer Max Boldt darauf hingewiesen, dass er etliche Akteure auf Positionen einsetzen musste, die sie nicht gewohnt sind und nicht trainiert haben. „Das ist nicht ideal.“

Boldt selbst musste den verletzten Nici Weichert als Shortstop ersetzen, erledigte diesen Job auch sehr gut, „aber Nici ist schneller und hätte dadurch vielleicht den ein oder anderen Run mehr verhindert“, sagte er. „Mir wäre es lieber, wenn er in den Play-offs wieder dort stehen würde.“ Die Entscheidung über Weicherts Einsatz soll ebenso wie bei Kevin Kotowski kurzfristig fallen. „Wir probieren es aus“, kündigt Boldt an.

Positives Signal

Dass es am vorigen Wochenende mit dem letzten Aufgebot gelang, die Dohren Wild Farmers zu bezwingen, war ein positives Signal. Daran wollen die Mainzer anknüpfen, in der Defensive noch besser arbeiten – und dann müssen sie hoffen, dass ihre Pitcher durchhalten. Tim Stahlmann und Riley Barr, den etatmäßigen Startern in dieser Saison, ist die hohe Belastung anzumerken. Beide werfen immer noch gut, wirken aber nicht mehr so stark wie noch vor einigen Wochen. Stahlmann pausierte vorsichtshalber vor einer Woche, gut vertreten wurde er vom 19-jährigen Yannic Wildenhain, dahinter kamen Ben Briggs, Timmy Kotowski und Bundesligadebütant Kevin Schnorbach zum Einsatz.

Was in den letzten Interleague-Spielen für die A’s galt, gilt auch in den ersten Play-off-Partien: „Zähne zusammenbeißen“, sagt Max Boldt – und aus der misslichen Situation das Optimum herausholen.

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