Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 15.02.16 Wechsel oder Pointe? Die Nachfolge in Mainz ist zwar geregelt, doch noch muss der Schalker Aufsichtsrat über Christian Heidel abstimmen. Mainz. Die Geschichte zieht sich wie Gummi. Seit im Oktober das Gerücht aufkam, der FC Schalke habe 05-Manager Christian Heidel ein Angebot gemacht, Nachfolger von Horst Heldt zu werden – was Heidel explizit nicht kommentieren wollte, Präsident Harald Strutz jedoch wenige Minuten später bestätigte – vergeht kaum eine Pressekonferenz in der Coface-Arena, in der das Thema nicht erneut aufkommt. Im Trainingslager Anfang Januar kündigte Heidel eine Entscheidung innerhalb der folgenden zwei Monate an. Beim Spiel der 05er gegen die Schalker am Freitagabend sprach er von einer zeitnahen Entscheidung, was Kollege Heldt süffisant mit den Worten kommentierte: „Und dann wird verkündet was eh jeder weiß…“ Dass die Mainzer sich auf Rouven Schröder, den Direktor Profi-Fußball und Scouting von Werder Bremen, als Heidel-Nachfolger festgelegt haben, ist spätestens seit dem Wochenende definitiv. Derweil die 05-Verantwortlichen in dieser Frage mehr oder weniger schwiegen, bestätigte Werder-Manager Thomas Eichin, dass Schröder an der Weser um seine Freigabe gebeten habe. Schröder war nach seiner aktiven Laufbahn unter anderem zwei Jahre lang beim 1. FC Nürnberg im Bereich Analyse/Scouting tätig, wurde 2012 bei der SpVgg Greuther Fürth Koordinator der Lizenzmannschaft und ein Jahr später Sportliche Leiter. Seit 2014 ist er für Werder Bremen tätig. Heidel hat seinen potenziellen Nachfolger wohl selbst ausgesucht; das gehörte zu seinem Versprechen, für den Fall seines Ausstiegs geordnete Verhältnisse zu hinterlassen. Dem 05-Vorstand konnte und wollte er diese Entscheidung nicht überlassen. Ob Schröder aber tatsächlich zur neuen Saison am Bruchweg antritt, dürfte vom Ausgang der Aufsichtsratssitzung des FC Schalke abhängen. Schalke-Boss Clemens Tönnies benötigt eine Zweidrittelmehrheit, um Heidel (mit umfangreicheren Kompetenzen als Heldt sie hat) zu inthronisieren. Nach einem Bericht der „WAZ“ ist diese Mehrheit noch nicht gesichert. Sollte Heidel sich mit den Schalkern nicht einigen und am Ende gar am Bruchweg bleiben, wäre dies allerdings eine ganz besondere Pointe auf einem langatmigen Witz. Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)