Bundesliga | ver / phe | 31.07.26 „Was sollen wir mit dem ganzen Geld?“ NEUES AUS DEM BRIXENTAL (8) | Es ist Sommer und Trainingslagerzeit, da treiben auch Wechselgerüchte ihre Blüten. Jüngster Fall: Die Schlagzeilen um Nadiem Amiri und seine angeblichen Verbindungen zu RB Leipzig. Im Trainingslager des FSV Mainz 05 nimmt Sportvorstand Christian Heidel während einer Medienrunde dazu Stellung. 05-Sportvorstand Christian Heidel. | Peter H. Eisenhuth Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder. Hopfgarten. Christian Heidel scheint mit sich und dem FSV Mainz 05 im Reinen. Super Stimmung, super Trainingsgelände, keine Verletzten. Es könnte ein paar Grad kühler sein und die tägliche Fahrerei zum Stadion nach Wörgl ist nicht so toll – aber, nun ja. Heidels Hoffnung: dass in den nächsten Jahren ein den Anforderungen genügender Platz in Hopfgarten selbst zur Verfügung stehen wird. Richtig ärgerlich wird es für den Sportvorstand derzeit nur, wenn er die Sportseiten einiger Zeitungen aufschlägt. „Weil da wird gefragt, beschließt jetzt der Herr Amiri oder der Herr Sano oder der Herr Nebel, zu gehen?“ Heidel gibt seine Antwort gleich selbst: „Das entscheiden wir und sonst niemand.“ Kein einziges Wort zu dem Thema Jüngstes Beispiel: Angeblich sollten laut Medienberichten die Verhandlungen zwischen Mainz und RB Leipzig um WM-Fahrer Nadiem Amiri schon weit gediehen sein. Woher so etwas kommt? „Ich habe keine Ahnung“, beteuert Heidel. „Niemand weiß, woher diese Meldung auf einmal kommt.“ Der Hinweis auf eine mögliche Leipziger Quelle treibt die Heidelsche Erregungskurve nur weiter nach oben. „Da ist gar nichts in Leipzig. Wir haben einen ganz guten Draht zu denen. Nichts, überhaupt nichts!“ Man habe „mit denen“ kein einziges Wort jemals zu diesem Thema gesprochen, betont Heidel. Um letztlich mit einem Anflug von Resignation festzustellen: „So ist es halt. Das gehört dazu. Damit müssen wir leben.“ Nach Informationen von SPORTAUSMAINZ.de wären die Leipziger zwar an Amiri interessiert, schrecken aber vor der Summe zurück, von der sie glauben, dass Heidel sie aufrufen werde. Priorität genieße die Verpflichtung von Fisnik Asllani – „und dann muss erst mal Diomande verkauft werden, um Geld für die Neuzugänge zu haben“. „Keiner ist unverkäuflich“ Schwer vorstellbar allerdings, dass es im Fall vom Kaishu Sano noch so überhaupt niemanden gegeben haben soll, der mit entsprechenden Kaufabsichten auf den Verein zugekommen ist. „Wir äußern uns dazu überhaupt nicht, wirklich nicht.“ Stand heute passiere nichts. Klar sei aber auch: „Ich sage jetzt, die bleiben alle, und morgen ruft irgendeiner an und ein englischen Spitzenclub sagt, wir wollen ihn haben. Und dann sind wir Mainz 05. Dann machen wir uns natürlich Gedanken. Keiner ist bei uns unverkäuflich.“ Zu einem Transfergeschäft gehörten drei: Der Spieler, ein aufnehmender und ein abgebender Klub. „Und wenn nur eine der Seiten Nein sagt, gibt es keinen Transfer.“ Ein Szenario werde es auf keinen Fall geben: einen Verkauf aller drei genannter Akteure in diesem Sommer. „Was sollen wir denn mit dem ganzen Geld machen?“, fragt Heidel und lacht. Positionen doppelt gut besetzt Bleibt zur Beschreibung des aktuellen Kaders nur Heidels selbsternannter Standardspruch: „Wir könnten morgen anfangen.“ Die Mannschaft sei auf allen Positionen doppelt mit Qualität besetzt. Es gebe aktuell keine Schwachstelle. „Wenn es irgendwo eine Möglichkeit gibt, bei der man sagt, der Spieler macht uns noch besser; und es ist wirtschaftlich ok, dann will ich es auch nicht ausschließen“, sagt er. Aber: „Wir sind momentan nicht auf dem Markt unterwegs.“ Posch soll zurückkommen Mit einer Ausnahme: Den in der vorigen Rückrunde vom FC Como ausgeliehenen Stefan Posch würden die Mainzer gerne zurückholen und fest verpflichten. Der Innenverteidiger wolle das auch, letztlich wird es eine Frage der Ablösesumme sein. Die Italiener hätten seinerzeit wegen einer Kaufverpflichtung 6,4 Millionen Euro für den Österreicher gezahlt und wollen anscheinend kein Verlustgeschäft machen. „Ich weiß nicht, ob ein 29-Jähriger noch einen solchen Marktwert hat“, sagt Heidel. Aber auch: Die Gespräche, die Sportdirektor Niko Bungert mit den Como-Verantwortlichen führe, verliefen sehr angenehm. Anzeige Anzeige Anzeige Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)