Landesliga | Guido Steinacker | 06.03.14 VfB Bodenheim gelingt glücklicher Sieg Fußball-Landesligist VfB Bodenheim hat im Nachholspiel bei Hassia Bingen am Donnerstagabend die Chance genutzt, den Aufstiegsplätzen etwas näherzurücken. Der VfB setzte sich mit 1:0 (0:0) durch. Stark unter Druck des Gegners stand der VfB Bodenheim (l. Roberto Todaro) in der ersten Halbzeit der Nachholpartie bei Hassia Bingen. In der zweiten Halbzeit befreite der VfB sich und erzielte gar das Tor des Tages. | Foto: Guido Steinacker Bingen. Das Ziel ist erreicht, der Weg dorthin gestaltete sich am Donnerstagabend nicht nur wegen des löchrigen Rasenplatzes am Binger Hessenhaus äußerst holprig: Fußball-Landesligist VfB Bodenheim hat im Nachholspiel beim Tabellendreizehnten Hassia Bingen einen 1:0 (0:0)-Sieg errungen. Besonders in der ersten Halbzeit sah sich der Tabellenvierte durch das auf einigen Positionen neu besetzte Binger Team allerdings stark in die Defensive gedrängt. Die Pressing-Taktik von Hassia-Trainer Nelson Rodrigues brachte den Gastgebern vor 140 Zuschauern nach Ballgewinnen immerhin zwei schön herausgespielte Treffer von Kapitän Mike Starkes und der neuen Nummer neun, Alexandru Baltateanu, ein. Die hatten allerdings den Schönheitsfehler, dass sie aus klarer Abseitsposition heraus erzielt wurden und das Schirigespann dies mühelos erkannte (13., 34.). Bei einer guten Kopfballchance Adrian Simioancas konnte VfB-Torwart Mareck Dörr den Ball dank eines guten Stellungsspiels festhalten (35.). „Meine Jungs haben früh gemerkt, spielerisch geht hier auf diesem Boden gar nichts“, erklärte sich VfB-Trainer Jockel Weinz den ungewollt defensiven Part seiner Mannschaft. „Über den Frust darüber haben wir die Basisarbeit wie Zweikämpfe und Abstimmung verloren.“ Wie stark die Bodenheimer zwischenzeitlich in die Bredouille gerieten, zeigte ein panischer Rückpassversuch von Tevin Claude, der 30 Meter vor dem eigenen Tor an der Außenlinie nicht mehr weiterwusste. Dörr konnte den Ball vor den heranstürmenden Bingern gerade noch so ins Aus schlagen (30.). Auch Innenverteidiger Manuel Mayer hatte anfangs einige unsichere Szenen, Alan Ates, der vor der Abwehr aufräumte, zeigte ungewohnte Probleme die Bälle zum nächsten Mitspieler zu bekommen. Ruhige Halbzeitansprache Vor dem Binger Tor war dagegen lange Zeit fast nichts los, den VfB-Offensiven Norman Loos und Philipp Krichten fehlte vor allem die Unterstützung über die Außenbahnen. Die Halbzeitpause bescherte Weinz eine sogar ihn überraschende Selbsterkenntnis: „Ich merke, dass ich inzwischen ein gereifter Trainer bin“, vermeldete der VfB-Coach. Denn früher, da hätte er seine Mannschaft nach solch einer Halbzeit in der Kabine ordentlich und lautstark in den Senkel gestellt. „Diesmal habe ich ruhig und ganz leise geredet.“ Ein etwas überlegteres Aufbauspiel und das Annehmen der Unwägbarkeiten des flachpassfeindlichen Bodens, sprich, ganz schmerzfrei auch mal den langen Ball zu wählen: einfache Mittel, die dem VfB nach dem Seitenwechsel dazu verhalfen, dass er sich nun kaum noch kritischen Szenen ausgesetzt sah. Die Binger gingen auch nicht mehr ganz so entschlossen auf die ballführenden Gäste los. Es wurde eine Spur langweilig am Hessenhaus, abgesehen von der ersten guten Torchance des VfB in der gesamten Partie: Plötzlich konnten die Bodenheimer die aufgerückte Hassia-Abwehrkette einmal überspielen, Norman Loos stand nach Zuspiel von Sturmpartner Krichten zentral vor dem Kasten, verzog aus gut 15 Metern aber links neben das Tor (49.). Für längere Zeit war das der einzige Aufreger der zweiten Hälfte, die nun sehr ausgeglichen verlief. Insgesamt hätte die Hassia damit bis zu dem Zeitpunkt das Führungstor eher verdient gehabt. Doch den Treffer des Tages setzten die Bodenheimer. Einen Ball aus dem Mittelfeld leitete Kapitän Dennis Bingenheimer in die Mitte weiter. Innenverteidiger Mayer hatte sich in den Strafraum vorgewagt und fand keinen Gegenspieler. Kein Problem für ihn, aus zehn Metern ins Tor zu schießen (62.). Der VfB machte nun den Fehler, sich mental auf das Halten des Vorsprungs einzustellen. „Anlaufen, nicht nur reinstellen“, forderte Weinz von der Seitenlinie vergeblich. Aber mit Mann und Maus warfen seine Spieler sich zwischen die Schüsse der Binger. Als Simioanca um ein Haar eine freie Chance verpasste, musste sich niemand allzu sehr erschrecken: Es wäre das dritte Abseitstor der Binger an diesem Abend gewesen. Weinz stellte notgedrungen auf zwei Sechserpositionen um, die Versuche, den entscheidenden Konter zu setzen, blieben in den Ansätzen stecken. So musste der VfB sich über die Zeit retten. Das hätte leicht schiefgehen können, ging es aber nun einmal nicht. „Ein glücklicher Sieg war es“, gab Weinz unumwunden zu. Drei Punkte mehr auf dem Konto genießen und nach dem spielfreien Wochenende (die eigentlich vorgesehene Partie gegen Spitzenreiter VfR Kandel ist auf den 1. Mai verlegt) den Taebellendritten VfR Frankenthal im Freitagsspiel auf dem Guckenberg empfangen: Die Bodenheimer haben es selbst in der Hand, sich als erster Verfolger des Führungsduos zu etablieren. Ob es dazu reicht, noch ernsthaft in den Kampf um den Aufstieg einzugreifen, wird allerdings vorerst rein auf den Plätzen entscheiden, auf denen die Kandeler und der Tabellenzweite Phönix Schifferstadt antreten. VfB Bodenheim: Dörr - Bingenheimer, Mayer, Hassemer, Kari-Kari (69. Kulinski) - Ates, Todaro (60. Toplek), Claude (40. Handrick), Stabel - Loos, Krichten. Alle Artikel von Fußball (Amateure)