Landesliga | Guido Steinacker | 14.03.14 VfB fehlen gegen Frankenthaler Präzision im Mittelfeld die Mittel Besser gespielt, aber das deutlich schlechtere Ergebnis verbucht: Eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem glücklich gewonnenen Nachholspiel bei Hassia Bingen zeigte Fußball-Landesligist VfB Bodenheim am Freitagabend gegen den VfR Frankenthal – und verlor. Nach dem 0:2 (0:1) auf eigenem Platz sieht es für die Bodenheimer im Kampf um den dritten Platz der Gäste schlecht aus. Christian Tolpek (l.) war auf der linken Seite ein offensiver Aktivposten, konnte sich wie hier gegen Florian Kaiser aber zu häufig nicht durchsetzen. | Foto: Guido Steinacker Kapitän Dennis Bingenheimer (r.) will immer gewinnen. Nach einer vergebenen Chance regt er sich hier sogar darüber auf, dass er bei der Aktion VfR-Spieler Ramazan Öztürk (Nr. 11) gefoult haben soll. | Foto: Guido Steinacker Ernüchtert musste das Bodenheimer Landesligateam zur Kenntnis nehmen, dass es für den Sprung nach ganz vorne in diesem Jahr wohl doch nicht reicht. | Foto: Guido Steinacker Bodenheim. Viele Schwächen, die man Fußball-Landesligist VfB Bodenheim beim erfolgreichen Punktspielstart bei Hassia Bingen vorwerfen konnte, sparte die Mannschaft sich beim zweiten Auftritt am Freitagabend gegen den Tabellendritten VfR Frankenthal. Kein Kunststück vielleicht auf dem eigenen, im Gegensatz zum Binger Rasen vertrauten und vor allem ebenen Geläuf. Doch der energischere, offensivfreudigere Auftritt wurde beim 0:2 (0:1) gegen die coolen Pfälzer nicht belohnt. Nach den 90 ansehnlichen, aber letztlich doch etwas ernüchternden Minuten gegen die Frankenthaler fiel es VfB-Trainer Jockel Weinz nicht schwer, dem Gegner zu bescheinigen, dass er „einen Tick stärker“ war und zu Recht gewonnen hatte. Ärgerlich freilich, dass sich diese Unterlegenheit gegen den Aufsteiger damit in den zwei Partien auf 1:7 Tore bei null Punkten addiert hat. Man könnte meinen, da haben die Bodenheimer ihren Meister gefunden. Die Frankenthaler sind allerdings keine Übermannschaft. Mit ihren Angreifern vom Freitag können die Gäste zum Beispiel nicht viel Staat machen. Umständliche Ballbehandlung, obskure Laufwege – man stelle sich vor, was dem VfB geblüht hätte, wären die Sturmspitzen der Gäste in der Lage gewesen, die sich in der zweiten Halbzeit auftuenden Räume effektiv zu nutzen. Gästemittelfeld agierte schnell und präzise Die große Stärke der Frankenthaler, die auch bei den Treffern des Tages zutage trat, ist vielmehr das Mittelfeld, das sich schnell und mit präzisen Kurzpässen durch die Bodenheimer Reihen arbeitete. „Die Lücken, die sich bei uns manchmal aufgetan haben, wussten die Frankenthaler immer wieder zu nutzen, sie sind gut gegen uns angelaufen“, sah Weinz einen stark organisierten Gegner. „Da war kaum eine Schwachstelle zu erkennen.“ Der VfB hielt allerdings besonders in der ersten Halbzeit sehr gut dagegen. Die Laufbereitschaft stimmte, das Mittelfeld setzte die Außenbahnen gut ein. Vielleicht wäre das Spiel ganz anders verlaufen, wären Norman Loos und Christian Toplek, der sich auf seiner linken Seite auch immer wieder in Strafraumnähe durcharbeitete, mit den Ansätzen Bodenheimer Chancen pfleglicher umgegangen. Noch vor dem Rückstand tauchte Loos vor Gästetorwart Niklas Wiegand auf und schnörkelte so lange, bis Wiegand sich auf den Ball werfen konnte (25.). Fünf Minuten später verlor die VfB-Defensive bei einem unverdächtigen Anlaufen des VfR auf sein Tor die Zuordnung. Zentral frei und einsam stehend, 25 Meter vor dem Tor, traf Nedat Hjra im Bogen über Mareck Dörr hinweg zur Gästeführung (30.). Die musste zu dem Zeitpunkt nicht beunruhigen, eine Stunde Zeit blieb dem VfB ja noch, seine Offensivaktionen mit derselben spielerischen Präzision vorzutragen. Doch diese Steigerung brachten die Bodenheimer nicht auf die Platte. Gute Aktionen auch nach der Pause Die Abspielfehler waren wie schon in Bingen ein allzu präsenter Begleiter der Aufbauversuche des VfB. „Wir hatten in der zweiten Halbzeit zwar noch ein paar gute Aktionen, aber die Frankenthaler waren insgesamt zu stark“, fand Weinz. „So ein Spiel gewinnen wir nur an einem Tag, an dem wir alles richtig machen.“ Aber Roberto Todaro lief beispielsweise nach einem erfolgreichen Durchbruch hinter die Frankenthaler Abwehrkette ins Aus, statt nach links in Richtung Tor abzubiegen. Loos schrabbte bei einem aussichtsreichen flachen Anspiel in die Gasse beim Abschlussversuch über den Ball. „Es gibt Tage, da machen meine Spieler solche Dinger“, sagte Weinz und machte den Erfolglosen daher wenig Vorwürfe. Aber so kam es, wie es in solchen Partien eben geschieht, wenn sich das zurückliegende Team in der Schlussphase nur noch auf die Offensive fokussiert. Eine Kombination über die rechte Seite schloss Uwe Rebholz mit einem 18-Meter-Flachschuss von der rechten Strafraumkante ins lange Toreck ab (0:2, 85.) Die Niederlage verschlechtert die Chancen des VfB im Kampf um einen der vordersten Plätze der Liga. „Das ist etwas, das für uns gar kein Thema ist, das kommt bloß immer von den Zuschauern“, stellte Trainer Jockel Weinz klar, dass er nicht mit dem Rechenschieber die Chancen auf einen der Topränge berechnet. Die Mannschaft habe er, wenn auch etwas im Scherz, in der Besprechung darauf hingewiesen, dass sie nur noch drei Punkte brauche, um den Klassenverbleib zu sichern. Ehrenspielführer Bingenheimer Die hätte er dann aber durchaus gerne nach diesem 19. der 30 Auftritte unter Dach und Fach gebracht. So aber saßen die Bodenheimer rund um ihren Kapitän bedröppelt auf dem Platz und wirkten etwas ratlos. Bingenheimer ist übrigens frisch gebackener Ehrenspielführer des VfB. Der Vorstand wollte mit der Ernennung seines verdienten Immer-schon-Dagewesenen wohl nicht so lange warten wie die Nationalmannschaft damals bei Fritz Walter, dem diese Ehre mit 34 Jahren nach dem WM-Gewinn 1954 ebenfalls früh zuteil wurde. Da ist Bingenheimer nun drei Jahre früher drangekommen. Immer gehört haben die Mannschaftskollegen auf ihren offiziellen Weisen in der Partie dann übrigens nicht. Die Idee des Außenverteidigers, nach dem Rückstand bei jeder Gelegenheit wie Freistößen den Weg in den Strafraum anzutreten, fanden die Kollegen nicht so gut – die Order lautete, zurück in die Linie. Bodenheim: Dörr - Bingenheimer, Kari-Kari, Mayer, Hassemer, - Stabel, Ates - Toplek (85. Trapp), Todaro (65. Handrick), Krichten (65. Claude) - Loos. Alle Artikel von Fußball (Amateure)