Verbandsliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 29.05.26

Showdown im Abstiegskampf

Zwischen „nicht so schön“ und „prekär“ bewegt sich die Lage der drei Mainzer Mannschaften in der Tennis-Verbandsliga der Frauen. Die Niederlagen am vorigen Spieltag erschienen zumindest in zwei Fällen vermeidbar. Am Sonntag (10 Uhr) empfängt der MTV 1817 Mainz die DJK TV Mainzer Sand.
DJK-Spielerin Salima Dababi zog in Andernach zweimal im Matchtiebreak den Kürzeren.
DJK-Spielerin Salima Dababi zog in Andernach zweimal im Matchtiebreak den Kürzeren. | Archiv/Eßling

Mainz. In der Tennis-Verbandsliga der Frauen wird dem Derby zwischen dem MTV 1817 Mainz und der DJK TV Mainzer Sand die Bedeutung beikommen, die keine der beiden Mannschaften gewünscht hatte: Das Team, das die Plätze an der Pariser Straße als Verlierer verlässt, dürfte dem Abstieg kaum noch entgehen können.

Zumindest für die Gastgeberinnen wird der Gang in die Rheinhessenliga in diesem Fall wohl unvermeidbar – sie müssen am letzten Spieltag zum bislang ungeschlagenen HTC Bad Neuenahr 2. Zuletzt quittierten sie beim TC Mutterstadt eine 1:8-Niederlage; einzig Julia Gille setzte sich an sechster Position mit 6:0, 6:2 gegen Lena Kaspar durch.

Das Mannschaftsresultat gab freilich nicht wieder, dass die Mainzerinnen mit etwas mehr Glück und besseren Nerven viel besser hätten dastehen können. Denn Lisa Lanzerath verlor ihr Match gegen Barbara Chaturvedi ebenso erst im Matchtiebreak (8:10) wie Jil Becker/Gille gegen Chaturvedi Wenner (4:10). Und auch im dritten Doppel war ein Sieg drin: Lanzerath/Franziska Clement mussten sich Fischer/Kaspar nur mit 6:7, 5:7 geschlagen geben.

Zwei Matchtiebreaks vom Erfolg entfernt

Noch knapper ging es bei der DJK-Auswärtsniederlage gegen den Andernacher TC zu. Zwar blieben die Mombacherinnen beim 3:6 in vier Duellen chancenlos, „aber waren wir nur zwei Matchtiebreaks vom Mannschaftserfolg entfernt“, sagte Julia Harth. An einem dieser letztlich entscheidenden Spiele war sie selbst beteiligt: Mit Salima Dababi unterlag sie Lynn Philipps/Myriam Krieger mit 6:2, 4:6, 5:10.

„Im ersten Satz hat bei uns alles funktioniert“, berichtete die DJK-Kapitänin. „Im zweiten haben die Gegnerinnen weniger Fehler gemacht, mehr am Netz gepunktet und am Ende das Break gemacht.“ Der dritte Durchgang ähnelte dem aus der Woche zuvor, als Harth und Laura Volk ihr Doppel gegen den TC Mutterstadt mit 6:10 verloren hatten.

„Bis zum 5:5 war es ausgeglichen, dann haben wir uns alle ein bisschen über einen strittigen Ball aufgeregt – und das hat unserer Konzentration stärker geschadet als den Gegnerinnen.“ Zwei unglücklich zustande gekommene Punkte gaben den Ausschlag.

Laura Volk entnervt die Gegnerin

Salima Dababi war schon im Einzel gegen Lis Matz über die volle Distanz gegangen und im Matchtiebreak mit 6:10 gescheitert. „Ihr fällt es schwer, ihre sehr starken Trainingsleistungen auf den Ernstfall zu übertragen“, sagte Harth, „Salima brauchte relativ lang, um ins Spiel zu finden. Wäre sie von Beginn an so dominant aufgetreten wie im zweiten Satz, hätte sie auch den ersten gewonnen.“

Derweil Laura Volk („unsere Maschine“) mal wieder eine jüngere, technisch ansehnlich spielende Kontrahentin mit ihren langen Topspinschlägen und nicht minder langen Ballwechseln entnervte und kein Spiel abgab, gelang Harth der erste Saisonsieg. „Der stärkt mein Selbstbewusstsein.“

Ein Sieg fürs Selbstbewusstsein

Im Spitzenspiel profitierte sie anfangs von Lynn Philipps‘ Fehleranfälligkeit – bis diese den Tipps ihrer Kolleginnen folgte, ein geringeres Risiko einging und die Quote ihrer Fehlschläge verringerte. „Stattdessen habe ich ein paar schlechte Bälle mehr geschlagen“, sagte Harth, die den zweiten Satz zu verlieren drohte. Doch als sie das enge zehnte Spiel nach zigmaligem Einstand zum 5:5 holte, brachte das die Gegenspielerin aus dem Konzept. „Sie hat sich sehr geärgert, und das hat sich in den beiden letzten Spielen bemerkbar gemacht.“

Ihr Debüt in der Ersten Mannschaft gab die junge Paula Weiss. „Sie hat in den vergangenen Jahren in der U15 und U18 gespielt“, erzählte die Kapitänin, „aber Verbandsliga ist dann doch ein anderes Niveau.“ Dennoch schlug die 16-Jährige sich ordentlich und führte gegen Sharina Schregel mit 2:1, bevor sich die 18 Jahre ältere Gegenspielerin durchsetzte.

Ein Matchtiebreak hätte genügt

In der Parallelstaffel ist die Situation des TSC Mainz 2 nicht prekär – sie könnte aber entspannter sein. Statt sich gegen den bis dahin punktlosen TC BW Bad Ems mit dem zweiten Sieg von den Gästen und Schlusslicht TC Herxheim abzusetzen, unterlagen die Frauen vom Ebersheimer Weg ebendort mit 4:5 – und auch sie trauerten zwei Matchtiebreaks hinterher.

Dabei war Anna Herding im Einzel (6:3, 1:6, 4:10 gegen Anna Spitz) weiter von einem Erfolg entfernt als im Doppel mit Youngster Dahlia Jurick: Den ersten Satz gaben sie im Tiebreak ab, den dritten Durchgang mit 7:10. Jurick und die beiden Akteurinnen auf den vorderen Positionen, Julia Drescher und Nuria Henkel, hatten ihre Einzel in zwei Sätzen entschieden, Drescher/Henkel steuerten im Doppel den vierten Punkt bei.

Die nächste Aufgabe wird aller Voraussicht nach die anspruchvollste: Am Sonntag tritt die TSC-Zweite beim ungeschlagenen Tabellenführer Weiss-Rot Speyer an.

Anna Herding vom TSC Mainz verpasste gegen BW Bad Ems in Einzel und Doppel einen Sieg im Matchtiebreak.
Anna Herding vom TSC Mainz verpasste gegen BW Bad Ems in Einzel und Doppel einen Sieg im Matchtiebreak. | Bernd Eßling
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