Pokalwettbewerbe | Peter H. Eisenhuth / Guido Steinacker | 21.11.17

Mit aller Macht ins Halbfinale

Verbandspokal: Fußball-Regionalligist TSV Schott tritt am Mittwochabend beim VfR Kandel ein. Der VfB Bodenheim rechnet sich gegen Alemannia Waldalgesheim eine Chance aus.
Janek Ripplinger (M.) will am Mittwochabend mit dem TSV Schott ins Pokalhalbfinale.
Janek Ripplinger (M.) will am Mittwochabend mit dem TSV Schott ins Pokalhalbfinale. | Bernd Eßling

Mainz. Bei allem Unmut über die Respektlosigkeit der Gäste und ungeachtet der stark eingeschränkten Lust, die er selbst vorher auf dieses Spiel verspürte: Rein sportlich betrachtet hat Sascha Meeth der Test des TSV Schott Mainz gegen die chinesische U-20-Nationalmannschaft Spaß gemacht. „Angesichts des Wechselkontingents von sieben Spielern und mit der gewissen Härte hat es auch einen Sinn ergeben“, sagt der Trainer des Fußball-Regionalligisten.

Dass Janek Ripplinger ein schönes Tor erzielte – was dem Stürmer in der gesamten Hinrunde nicht gelungen war – und seinem Vorlagengeber Ilias Soultani das 2:0 auflegte, dass Khaled Abou Daya nach Pass von Stephane Eba Eba mit einem dynamischen Antritt und großer Entschlossenheit den 3:0-Endstand herstellte, gehörte für Meeth zu den besonders erfreulichen Aspekten. Auch die Umsetzung der taktischen Variationen stimmte ihn zufrieden.

Taktisch flexibel

In der ersten Halbzeit hatte er sowohl im 4-4-2 als auch im 4-2-3-1 spielen lassen, um zwei Anlaufsysteme auszuprobieren. Nach der Pause wurde es eine 3-4-3-Formation, wie sie auch im ersten Rückrundenspiel am kommenden Samstag in Hoffenheim denkbar ist. Die U23 des Bundesligisten nutze gerne die Halbräume, sagt Meeth. „Ein Mittel dagegen kann sein, defensiv mit einer Fünferkette zu spielen.“

Bevor es dazu kommt, steht den Schottlern aber noch eine andere Aufgabe bevor, die sie mit der gleichen Ernsthaftigkeit angehen werden: Am Mittwochabend gastieren sie im Verbandspokal-Viertelfinale beim VfR Kandel (Anstoß: 19.30 Uhr). „Vor der Auslosung hatten wir gesagt, dass dies neben Baumholder das Worst-case-Los wäre“, erzählt Meeth. Zwar befanden sich klassenhöhere Mannschaften als der Tabellenachte der Verbandsliga Südwest im Topf, aber den Mainzern graut es ein wenig vor der Fahrerei. „Laut Busfahrer müssen wir nachmittags im Berufsverkehr mit zweieinhalb Stunden rechnen, und wenn die Jungs schon einen Arbeitstag hinter sich haben, birgt das gewisse Risiken.“

Zweimal nach Verlängerung

Schon in den beiden vorherigen Runden hatten die Mainzer einige Mühe: Beim Landesligisten VfB Reichenbach setzten sie sich mit einem kuriosen 7:1 nach Verlängerung durch – der Ausgleich war Soultani in der fünften Minute der Nachspielzeit gelungen. Im Achtelfinale folgte, ebenfalls nach 120 Minuten, ein 5:2 beim Landesligisten FSV Offenbach. Das sollte dem TSV Schott Warnung genug sein.

Der Trainer lässt keinen Zweifel daran, dass er die Begegnung in bestmöglicher Besetzung bestreiten wird: „Wir wollen mit aller Macht ins Halbfinale.“

 

VfB: Mit allem, was der Arzt erlaubt

Schon jetzt ist der VfB Bodenheim im Verbandspokal weiter gekommen als jemals zuvor in seiner Geschichte. Und das soll noch nicht alles sein: Für den Landesligisten bietet das Viertelfinale gegen Alemannia Waldalgesheim am Mittwoch (19.30 Uhr) eine gute Chance, sich zum Jahresende trotz des enttäuschenden Verlaufs der Punktrunde bei Laune zu halten.

Zweimal hat der Tabellenneunte es im laufenden Wettbewerb bereits geschafft, auf eigenem Platz Verbandsligisten aus dem Wettbewerb zu kegeln. Nach Hassia Bingen (2:1) in der dritten und TB Jahn Zeiskam (5:2) in der fünften Runde sind die Waldalgesheimer der dritte klassenhöhere Gegner, der in Bodenheim antreten muss. Am Guckenberg waren sie mit dem Los fürs Viertelfinale äußerst glücklich, denn nach den bisherigen Erfolgen gibt es keinen Grund, die Hoffnungen auf den Halbfinaleinzug als unrealistisch anzusehen. Stehen die Waldalgesheimer, das frühere Team des VfB-Kotrainers Oliver Hoch, in der Verbandsligatabelle als Zehnter doch deutlich schlechter da als die Hassia (2.) und Jahn Zeiskam (6.).

Bei der Alemannia fehlen derzeit einige Leistungsträger, während VfB-Trainer Jürgen Collet mit seinem Kader ein Auf und Ab erlebt. Ging er in das jüngste Punktspiel gegen den SV Rülzheim nahezu in Bestbesetzung, waren am Ende der Partie Adem Kaya und Carlos Stabel als neue Verletzte zu beklagen. Angesichts des abgehakten Aufstiegskampfes werden die Bodenheimer die stärkste Formation ins Rennen werfen, die die Ärzte zulassen.

 

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