Verbandsliga Damen | Peter H. Eisenhuth | 15.05.26 Abgebrühte Gegnerinnen In der Tennis-Verbandsliga unterliegen der MTV 1817 Mainz und die DJK Mainzer Sand auch am zweiten Spieltag. Die TSC-Zweite hingegen muss sich in Herxheim weniger anstrengen als ihre Halbmarathonläuferinnen. Warten mit ihrem Team auf den ersten Sieg: Saskia Albes... | Bernd Eßling Mainz/Herxheim. Ein 2:7 klingt nicht direkt danach, als hätte die unterlegene Mannschaft den Tag auch als Sieger beenden können. Zumindest aber ging es im Spiel der Tennis-Verbandsliga zwischen den Frauen der DJK TV Mainzer Sand und dem TC Mutterstadt enger zu, als die Gastgeberinnen erwartet hatten – und mit etwas weniger Pech und ein bisschen mehr Selbstbewusstsein wäre mehr dringewesen. Zum Beispiel in Salima Dababis Einzel gegen Naomi Wenner. „Sie war angeschlagen“, berichtete Mannschaftsführerin Julia Harth von der 2:6, 5:7-Niederlage ihrer Kollegin. „Nach dem Match ist sie wegen heftiger Migräne ausgestiegen, und wahrscheinlich war sie schon währenddessen nicht mehr auf der Höhe.“ Wenner habe zwar gutes Tennis gespielt, Dababi sei jedoch unter ihren Möglichkeiten geblieben. Matchtiebreak schien möglich Harth wiederum überraschte sich selbst mit ihrer Leistung im Spitzeneinzel gegen Arina Amaning. Nach anfänglichen Problemen kam sie im zweiten Satz nicht nur besser zurecht, sondern lag sogar mit 5:3 vorne – ein Matchtiebreak schien möglich. Danach legte die Französin zwar eine Schippe drauf, glich zum 5:5 aus, aber Harth brachte ihren Service zum 6:5 durch. Ein Break verhinderte Amaning mit einem starken Aufschlagsspiel („Das war vorher etwas wackliger“). Im Tiebreak blieb es bis zum 3:3 ausgeglichen – „dann bin ich bei zwei Bällen doof weggerutscht“, sagte die Mainzerin. Juliana Friebel hingegen scheiterte beim 4:6, 4:6 gegen Barbara Chaturvedi an sich selbst. „Sie hat im ersten Satz mit 4:2 geführt und wirklich gut gespielt, aber in den entscheidenden Momenten fehlt ihr die Überzeugung, das Ganze durchzuziehen“, bedauerte die Kapitänin. „Und dann erhöht sich ihre Fehlerquote.“ Eine Woche zuvor gegen den HTC Bad Neuenahr 2 sei es bei der 16-Jährigen ähnlich gelaufen. „Sie spielt so schönes Tennis, und wenn sie lernt, an sich zu glauben, wird sie sich auch belohnen.“ Debütantin punktet im Doppel Den einzigen Einzelsieg der DJK verbuchte Laura Volk an zweiter Position, das 6:0, 6:0 kam allerdings in dieser Deutlichkeit zustande, weil TC-Akteurin Melia Nagel sich am Handgelenk verletzte. „Laura hat sich davon zum Glück nicht irritieren lassen und ihr Spiel beibehalten.“ In den Doppeln kam es zu einem ungeplanten zweifachen Debüt: Emilia Weiss, die sich zufällig auf der Anlage befand, weil sie ihrer Schwester bei den Dritten Damen zugeschaut hatte, sprang kurzerhand für Dababi ein. „Mutterstadt hatte extra noch eine junge Spielerin fürs Doppel nachkommen lassen. Es wäre blöd gewesen, wenn sie den Weg vergebens gemacht hätte“, sagte Julia Harth. Der Punkt ging allerdings an die DJK: Die 15 Jahre alte Emilia Weiss, ein Schützling von Trainer Kai Heinicke, setzte sich mit Alicia Büttner im Matchtiebreak mit 10:8 durch. Auch das Einser-Doppel lief über die volle Distanz, Harth/Volk boten Amaning/Wenner bis zum 5:5 im dritten Durchgang ein Duell auf Augenhöhe. „Mein nächster Return war schlecht, danach machte Laura einen Fehler, und das konnten wir nicht mehr umbiegen.“ Zum nächsten Spiel tritt die DJK am Sonntag beim Andernacher TC an. „Hoffentlich mit Luise Luczak, unserer Nummer eins“, sagt Harth. „Das würde der gesamten Mannschaft helfen und auch mir, wenn ich nicht mehr ganz vorne spielen müsste.“ MTV verliert viele enge Spiele Als zweite Mannschaft der Staffel noch ohne Sieg ist der MTV 1817 Mainz. Dessen Auftaktniederlage in Andernach war schmerzhafter als das 3:6 gegen den TC Rot-Weiss Kaiserslautern – weil das einzige im Matchtiebreak entschiedene Duell, das erste Doppel, mit 12:14 an den Gegner ging. Den zweiten Spieltag bestritten die Aufsteigerinnen ohne Janina Helmerich, Nummer eins und in der vorigen Rheinhessenligasaison eine Bank. „Sie ist eine wichtige Stütze, und ich habe versucht, sie bestmöglich zu vertreten“, sagte Kapitänin Jil Becker, die in der zurückliegenden Medenrunde ebenfalls ungeschlagen geblieben war. Jetzt zwang sie die drei Leistungsklassen höher eingestufte Jasmin Bühler in den dritten Durchgang, in dem es hin und her ging. „Am Ende war sie abgebrühter und hat den Sack zugemacht“, erzählte Becker. „Ich hatte meinen Matchball vergeben.“ Oft über Einstand gegangen Ohne dass die Gastgeberinnen eine Chance gehabt hätten, die Mannschaftswertung zu gewinnen – die aus Ingelheim gekommene Julia Gille und Clarissa Köper sowie Gille/Saskia Albes punkteten – erging es ihnen doch ähnlich wie der DJK: „Die einzelnen Spiele sind nicht so deutlich verlaufen, wie es die Satzergebnisse sagen“, betonte die Kapitänin. „Wir haben viel ausprobiert, sind oft über Einstand gegangen, habe aber die Punkte leider nicht gemacht.“ Ihren dritten Anlauf für den ersten Sieg im Kampf um den Klassenverbleib nehmen die MTV-Frauen am Sonntag in Mutterstadt. Erleichterte TSC-Frauen Grund zur Freude hatten die Spielerinnen des TSC Mainz 2: Sie setzten sich in der Parallelstaffel bei Blau-Weiß Herxheim mit 8:1 durch. „Wir sind erleichtert“, sagte Magdalena Böhmer, „auch wenn wir vorher wussten, dass der Gegner nicht über die personellen Möglichkeiten verfügt wie Bad Neuenahr am ersten Wochenende. Dass wir sogar schon nach den Einzeln durch waren, hatten wir nicht unbedingt erwartet.“ Die drei Veränderungen im Aufgebot – Julia Drescher, Hannah Müller-Vradelis und Marlene Holbach ersetzten Charlotte Jacob, Anna Herding und Alexandra Mihai – nahmen die Mainzerinnen nicht wegen des Gegners vor. „Charly und Alex sind den Halbmarathon gelaufen“, berichtete die Mannschaftskapitänin; sie taten das im Übrigen Seite an Seite und kamen nach zweieinhalb Stunden ins Ziel. Müller-Vradelis verzichtet aufs Doppel Ihre in die Pfalz gefahrenen Kolleginnen mussten sich im Großen und Ganzen weniger anstrengen: Vier Einzel endeten nach zwei glatten Sätzen. Holbach benötigte im ersten, Müller-Vradelis im zweiten Satz den Tiebreak. „Bei Hannah sah es zunächst sehr gut aus, dann wurde die drückende Hitze ein Thema“, sagte Böhmer. „Damit hat sie Probleme, aber mit ihrem Kampfgeist hat sie ein 1:4 noch gedreht.“ Auf das Doppel verzichtete die dienstälteste Akteurin, daraus resultierte der Herxheimer Punkt. Böhmer und Sabina Schmidbauer hingegen hatten einen Lauf und gaben kein Spiel ab, Drescher/Holbach setzten sich mit 6:3, 7:6 durch. Dahlia Jurick verbuchte nach ihrem Verbandsligadebüt eine Woche zuvor den ersten Sieg in der Klasse. „Sie hat sich sehr gefreut, und wir uns für sie“, sagte die Mannschaftskapitänin. „Dahlia ist ja auch unermüdlich. Sie spielt U15, U18 und steht sonntags bei den Damen auf dem Platz – und sie lässt sich super coachen.“ Am Sonntag (10 Uhr) empfängt die TSC-Zweite den TC BW Bad Ems. ...und Lisa Lanzerath vom MTV 1817 Mainz... | Bernd Eßling Anzeige ...sowie DJK-Akteurin Laura Volk, die ihr Einzel gegen den TC Mutterstadt gewann. | Archiv/Eßling Alle Artikel von Tennis