Bezirksliga | Gert Adolphi | 31.03.14

Torreiches Spektakel mit kuriosem Siegtreffer

An der Spitze der Fußball-Bezirksliga gibt es keine Veränderungen. In Marienborn schlagen die Angreifer gleich neunmal zu.
Die TSG Bretzenheim 46 kommt nicht in Tritt. Der Aufsteiger wartet in diesem Jahr weiter auf den ersten Erfolg.
Die TSG Bretzenheim 46 kommt nicht in Tritt. Der Aufsteiger wartet in diesem Jahr weiter auf den ersten Erfolg. | Bernd Eßling (Archiv)

Rheinhessen. Die TuS Marienborn bleibt in der Erfolgsspur. Der Aufsteiger hat als einzige Mannschaft der Fußball-Bezirksliga nach der Winterpause alle Begegnungen gewonnen. Da aber auch die drei Teams siegreich waren, die vor der TuS platziert sind, blieb in der Spitzengruppe alles beim Alten: Die TSG Hechtsheim führt mit fünf Punkten Vorsprung das Feld an. Hinter dem TSV Gau-Odernheim, dem Zweiten, lauert der TSV Schott Mainz II mit weiteren vier Zählern Abstand auf Ausrutscher der führenden Teams. Das Gegenstück zu den Marienbornern bilden die TSG Bretzenheim 46 und Ataspor Worms. Beide warten nach vier Partien im neuen Jahr noch auf den ersten Punktgewinn.

TSV Gau-Odernheim – SG Eintracht Herrnsheim 6:0 (2:0).

Von allen Spitzenteams entledigten sich die Gau-Odernheimer ihrer Aufgabe am souveränsten. „Wenn es nach der ersten Hälfte 4:0 oder 5:0 gestanden hätte, wäre es auch okay gewesen“, sagte Alfons Linnenbach, der Sportliche Leiter des TSV. „Nach dem 3:0 haben sich die Herrnsheimer aufgegeben.“

Tore: 1:0 Björn Grimm (10.), 2:0 Marcel Porth (30.), 3:0 Björn Grimm (55.), 4:0 Marc Heidenmann (68.), 5:0 Niklas Jene (73.), 6:0 Marcel Porth (85.).

SG Nieder-Wiesen/Oberwiesen – TSV Schott Mainz II 0:1 (0:0).

Die Schottler hatten Schwierigkeiten, einen erneuten Punktverlust zu vermeiden. „Man hat schon gesehen, dass die Mainzer die bessere Spielanlage hatten“, berichtete SG-Abteilungsleiter Heiko Walther. „Wir haben aber kämpferisch top dagegengehalten. Angesichts unserer Personalsituation“ – der 45-Jährige Abteilungsleiter musste selbst ran – „war es super. Wir sind ein bisschen stolz auf uns.“ SG-Keeper Jörg Meininger hielt mit einigen Paraden sein Team lange im Spiel. Doch dann kam ein langer Abschlag von TSV-Torwart Marco Guenther, der Ball dotzte einmal auf, und Marcel Heeg war zur Stelle.

Tor: 1:0 Marcel Heeg (81.).

TuS Marienborn – TSV Gundheim 5:4 (2:1).

Die Zuschauer erlebten ein richtiges Spektakel. „Der Sieg war mehr als glücklich“, räumte Markus Monetha ein. Der späte Zeitpunkt des entscheidenden Treffers, sein etwas kurioses Zustandekommen und die Tatsache, dass die Gäste zuvor selbst gute Chancen gehabt hatten, die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden, waren die Gründe für die Einschätzung des Marienborner Abteilungsleiters. In der 89. Minute behinderten sich der Gundheimer Torwart und ein Abwehrspieler bei einem an sich harmlosen Ball. Die Kugel landete bei Frank Berninger, der nur noch ins leere Gehäuse schieben musste.

Die TuS hatte die frühe Führung der Gäste weggesteckt und war mit 4:1 in Führung gegangen. Dann dezimierten sich die Gundheimer selbst, starteten aber in Unterzahl eine Aufholjagd, die mit dem Ausgleich belohnt wurde. „Sie hatten sogar den Siegtreffer auf dem Fuß“, berichtete Monetha. Durch den kapitalen Bock in der Hintermannschaft aber standen die Gäste am Schluss ohne Punkt da.

Tore: 0:1 Michael Gutzler (18.), 1:1 Patrick Konieczny (30.), 2:1 Frank Berninger (36.), 3:1 Felix Werner (49.), 4:1 Marco Jantz (53., Foulelfmeter), 4:2 Matthias Gutzler (60.), 4:3 Pascal Böß (67.), 4:4 Jonas Hasch (81.), 5:4 Frank Berninger (89.). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Michael Gutzler (56., Gundheim) wegen Schiedsrichterbeleidigung.

TSV Zornheim – Ataspor Worms 3:1 (2:0).

Die Zornheimer können auch noch zu Hause gewinnen. Durch den Sieg schoben sie sich am TSV Gundheim vorbei auf den fünften Platz. Doch schon zur Pause hätten die Gastgeber höher führen können, nutzten aber von mehreren hochkarätigen Chancen nur zwei. „Teilweise war das Einbahnstraßen-Fußball“, sagte Innenverteidiger Simon Melles. „Wir haben den Gegner an der Mittellinie abgefangen, Fehler erzwungen und dann schnell umgeschaltet.“

Die zweite Hälfte begann mit einem Schock für die Heimelf. In der Abwehr wurde ein Luftloch geschlagen, die Wormser bedankten sich mit dem Anschlusstreffer. „Wir haben danach fünf Minuten gebraucht, bis wir uns wieder gesammelt hatten“, sagte Melles. „Dann haben wir verdient das 3:1 geschossen, danach aber einen Gang rausgenommen. Das verstehe ich nicht.“

Tore: 1:0 Florian Merchel (14.), 2:0 Manuel Zortea (30.), 2:1 Semih Percin (46.), 3:1 Steffen Völker (70.).

SpVgg Dietersheim – TSG Bretzenheim 46 1:0 (0:0).

Die Talfahrt der 46er geht weiter. Dabei hatte die Bezeichnung „Heimvorteil“ entscheidende Bedeutung. „Wir wussten, dass die Bretzenheimer eine Kunstrasen-Mannschaft sind“, sagte Christian Wunderlich, Trainer und Abteilungsleiter der Dietersheimer. „Unser Rasen hat doch die ein oder andere Unebenheit. Da konnte der Gegner sein Kurzpassspiel nicht aufziehen.“ Die Mainzer hätten es stattdessen mit langen Bällen versucht. „Aber wir kennen unseren Platz. Wir wissen, was geht und was nicht geht.“ Vor der Pause vergaben die Gastgeber drei klare Möglichkeiten. „In der zweiten Halbzeit haben die Bretzenheimer gut dagegengehalten“, berichtete Wunderlich. „Dann ist aber das erlösende 1:0 gefallen. Das haben wir über die Zeit gerettet.“

Tor: 1:0 Andreas Steinhauer (70.).

SV Guntersblum – TSV Stadecken-Elsheim 0:2 (0:1).

Mit dem zweiten Sieg in Folge haben die Stadecker wieder den Kontakt zum unteren Mittelfeld hergestellt. Die Gastgeber dagegen haderten mit ihrer Chancenverwertung. „Es war wie in Gundheim“, sagte ihr Sprecher Kai Neumann. „Wir haben die ersten zwei, drei Chancen. Der Gegner taucht einmal vor dem Tor auf und schlägt gleich Kapital daraus. Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen.“

Tore: 0:1 Torsten Fitzi (36.), 0:2 Lukas Fassel (64.). Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rote Karte für Marco Lawrenz (65., Guntersblum).

FC Nackenheim – SV Gimbsheim 1:2 (0:1).

Die Nackenheimer kommen vom Tabellenende nicht weg. „Die Mannschaft mit der besseren Chancenverwertung hat gewonnen“, sagte FCN-Trainer Christoph Wilfer. „Der Gegner hat unsere Fehler ausgenutzt. Kämpferisch haben wir uns nichts vorzuwerfen, wir haben gute Moral bewiesen. Wir geben auf keinen Fall auf.“

Tore: 0:1 Nico Marquardt (7.), 1:1 Jannis Tauchert (46.), 1:2 Hidayet Yildiz (48.).

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