Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 01.08.26 Steigerungslauf nach 30 Minuten NEUES AUS DEM BRIXENTAL (12) | Im ersten Testspiel dieser Saisonvorbereitung, das der FSV Mainz 05 nicht gewinnt, dreht Urs Fischers Mannschaft ein 1:3 zu einem 3:3. Das Sturmduo Ransford Königsdörffer (an allen drei Treffern beteiligt) und Sheraldo Becker (zweifacher Torschütze) überzeugt. Neuzugang Alexander Schwolow packte einige starke Paraden aus, leitete aber auch das 1:2 ein. | Karl Reichwein Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder. Mittersill. Sein erstes Spiel im Trikot des FSV Mainz 05 hatte sich Alexander Schwolow wahrscheinlich anders vorgestellt. Gerade 36 Minuten waren im Test gegen den italienischen Erstligisten Udinese Calcio vergangen, da musste der frisch im Trainingslager eingetroffene Torhüter, der für Heart of Midlothian in der zurückliegenden schottischen Erstligasaison 17-mal ohne Gegentreffer geblieben war, zum dritten Mal hinter sich greifen. Ganz schuldlos war er daran nicht, wenngleich das Problem in erster Linie bei seinen Vorderleuten und einem stark aufspielenden Gegner lag, der die Mainzer Schwächen ausnutzte – noch nicht mal gnadenlos. Schwolow selbst verhinderte mit seinen Paraden vor der Pause einen höheren Rückstand. Es war ein Beitrag dazu, dass die Mainzer das 1:3 zur Pause zu einem 3:3 umbiegen konnten. Vorne gepresst, dahinter nicht bereit „Der wesentliche Punkt war, dass wir, wenn unsere Stümer ausgelöst haben, im Mittelfeld und in der Verteidigung nur reagiert haben“, monierte Urs Fischer nach den verregneten 90 Minuten im Waldstadion von Mittersill. Der Automatismus, „wenn die zwei Jungs vorne das Pressing auslösen, müssen die dahinter bereit sein.“ Das waren sie nicht, sondern ließen den Gegner gewähren, dessen Ball- und Kombinationssicherheizt sie lange Zeit nicht einzuhegen in der Lage waren. Die Freude über Sheraldo Beckers frühes 1:0, der nach einer flachen Hereingabe des auf der halblinken Bahn in den Strafraum eingedrungenen Ransford Königsdörffers und eines Stellungsfehlers von Innenverteidiger Bertola Torhüter Daniele Padelli verlud, währte daher nicht lange. Paraden und ein Fehlpass Fünf Minuten später zielte Keinan Davis nach verzögertem Doppelpass mit Jürgen Ekkelenkamp aus sechs Metern frei übers Tor. Schwolow wehrte einen direkt aufs Tor gezogenen Freistoß aus dem linken Halbfeld reaktionsstark zur Ecke – aus der allerdings der Ausgleich resultierte. Für Ekkelenkamps abgefälschten Distanzschuss war der Keeper noch rechtzeitig unten, Davis aber staubte ab (18.). Und es ging munter weiter vor dem Mainzer Tor. Schwolow war nach einem Fehlpass von Anthony Caci im Aufbau auf dem Posten, James Abankwah verzog aus zwölf Metern, doch nach einem Fehlpass im Strafraum von Schwolow, der Kacper Potulski erreichen sollte, ging Nicolo Zaniole dazwischen und schloss ins lange Eck ab (22.). Potulski hätte ausgleichen können, als er nach einem Freistoß von Nadiem Amiri gegen die Laufrichtung des Torwarts köpfte, traf aber nur den Rücken eines Gegenspielers (35.). Beinahe im Gegenzug fiel das schönste Tor der Partie: Davis verwertete eine Hereingabe mit der Hacke zum 1:3. Mittelfeldtrio noch leicht überfordert Dieser Treffer fiel in eine Phase hinein, in der die Mainzer dabei waren, sich zu fangen. „In der ersten halben Stunde war das nicht so gut, danach empfand ich es als Steigerungslauf“, sagte Fischer. Daraus entsprangen noch vor der Pause Gelegenheiten, den Anschluss herzustellen: Dominik Kohr setzte eine Flanke auf die Latte, Amiri gelang ein guter Abschluss nach Balleroberung von Rael Nakuzola, Beckers Tiefenpass auf Königsdörffer und dessen Vorlage. Die Schwierigkeiten, mit denen insbesondere sein zentrales Mittelfeld gut 30 Minuten lang kämpfte, erstaunten den Trainer nicht, wie er sagte. Denn: Alle drei Akteure, Amiri, Kaishu Sano und Jae-sung Lee waren erst in dieser Woche ins Training eingestiegen. Nicht von ungefähr sei es in den ersten beiden Testspielen gegen die TSG Pfeddersheim und die Sportfreunde Eisbachtal gegangen, erläuterte Fischer. „Da geht es ums Reinkommen nach der Sommerpause.“ Das Mittelfeldtrio hingegen musste in seiner ersten Partie gegen einen italienischen Erstligisten ran – „das war vielleicht eine Nummer zu groß“. Königsdörffer gleicht aus Nach dem Seitenwechsel durften die WM-Fahrer wie auch Schwolow pausieren, ihre Kollegen arbeiteten kontinuierlich an einer Resultatsverbesserung. Den ersten Schritt dahin unternahm wie zu Beginn das Sturmduo: Königsdörffer setzte sich auf dem rechten Flügel durch, Becker wählte erneut einen klugen Laufweg und drückte den Pass am zweiten Pfosten ein (51). Und dann schlug der zweifache Vorbereiter selbst zu: Caci schlug einen hohen Diagonalpass auf die rechte Strafraumseite, Hyun-Seok Hong legte die Kugel an die Sechzehnergrenze zurück, Königsdörffer glich per Aufsetzer, ein wenig abgefälscht, aus (61.). Drei Scorerpunkte heimste Ransford Königsdörffer ein. | Karl Reichwein Anzeige Anzeige Anzeige Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)