Pokalwettbewerbe | Peter H. Eisenhuth | 26.09.17

Spät, aber standesgemäß

TSV Schott gewinnt Pokalspiel in Reichenbach mit 7:1 - nach Verlängerung.
Es geht doch: Ilias Soultani (l.) ermöglichte dem TSV Schott die Verlängerung, in der Janek Ripplinger zweimal traf.
Es geht doch: Ilias Soultani (l.) ermöglichte dem TSV Schott die Verlängerung, in der Janek Ripplinger zweimal traf. | Archiv/Willwacher

Reichenbach. 7:1 gewonnen. Das klingt standesgemäß, wenn im Verbandspokal ein Regionalligist, und sei es der Tabellenletzte, bei einem Landesligisten, und sei es der Tabellenzweite, antritt. 7:1 in der Verlängerung gewonnen, das mutet hingegen ein bisschen irre an. Und so darf man denn auch den Auftritt des TSV Schott beim VfB Reichenbach charakterisieren.

„Das kannst du keinem mehr erzählen“, meinte denn auch Sascha Meeth. Der Mainzer Trainer hatte die Hoffnung auf 30 zusätzliche Minuten spätestens in dem Moment aufgegeben, als Khaled Abou Daya in der 86. Minute die vierte Chance seiner Mannschaft im Fünfmeterraum vergab. „Entweder haben wir danebengeschossen oder selbst geklärt“, sagte der Trainer. „Auf diese Weise haben wir uns bei 80 Prozent Ballbesitz reihenweise gute Gelegenheiten kaputtgemacht. Es hat nur noch gefehlt, dass wir uns in die Schüsse der Mitspieler werfen…“

Schwer zu erklären

Seine Mannschaft habe zwar keinen Fußball zelebriert, aber doch gut genug gespielt und den Ball laufen zu lassen, um nach 90 Minuten als Sieger vom Platz zu gehen. „Aber wir spielen 15 klare Chancen nicht zu Ende, und der Gegner kommt einmal in unseren Strafraum und macht das 1:0.“ Das passierte in der 56. Minute, mithin blieb also genügend Zeit, der Partie eine Wende zu geben. Und die Schottler nutzten diese Zeit gnadenlos aus: In der ersten Minute der Nachspielzeit bekam Ilias Soultani den Ball auf den rechten Fuß und machte, was zuvor zwei Zuschauer im Gespräch mit Teammanager Klaus Bauer vorhergesagt hatte: den Ausgleich.

„Mit rechts in die rechte Ecke“, berichtete Meeth. Was danach passierte, fiel in die Kategorie: „Fußball ist manchmal schwer zu erklären, und heute ist es unmöglich.“ In der Verlängerung nämlich legten die Mainzer plötzlich eine ganz andere Körpersprache an den Tag und schossen die Gastgeben in Grund und Boden. „Erst hatten wir unsere Chancen reihenweise versemmelt, jetzt hauten wir die Bälle rein. Das war trotz allem Balsam für uns.“

Edis Sinanovic schweißte zwei Bälle in den Giebel, den zweiten per Freistoß. Janek Ripplinger stand zweimal goldrichtig und traf in bester Mittelstürmermanier, und auch Abou Daya steuerte zwei Treffer bei. Zu einem mehr oder weniger standesgemäßen Pokalsieg.

 

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