2. Bundesliga Damen | Stefan Wasmer | 05.04.14

So viel Pech wird der Gegner nicht wieder haben

Ein Sieg noch und Frauen-Fußball-Regionalligist TSV Schott kann im darauffolgenden Spiel die Meisterschaft klarmachen. Allerdings steht davor die schwerste aller denkbaren Aufgaben an, die Fahrt zum Tabellenzweiten 1. FFC Montabaur.

Mainz. Die Fußballerinnen des TSV Schott Mainz können den Gewinn der Regionalliga Südwest am Sonntag fast schon perfekt machen. Im nicht gerade unwahrscheinlichen Falle eines Sieges beim 1. FFC Montabaur (Anstoß: 14.30 Uhr) bräuchte die Werkself zum Sichern des Spitzenplatzes und des damit verbundenen Aufstiegs in die Zweitklassigkeit nur noch einen Dreier aus den letzten vier Saisonspielen. Das dürfte angesichts der makellosen TSV-Bilanz von 15 Siegen aus 15 Partien machbar sein.

Schwieriger könnte es da schon mit dem Erfolg in Montabaur werden. Die Westerwälderinnen sind mit 35 Punkten der erste Verfolger des TSV Schott und verloren nur eine Begegnung. Diese eine Niederlage hatte sich aber gewaschen: Mit 0:8 ging der FFC im Oktober in Mainz unter. Damals lief für den Tabellenzweiten allerdings fast alles schief, was nur schief gehen konnte. Beispiel gefällig? Nach fünf Spielminuten mussten die Montabaurer bereits zwei verletzungsbedingte Auswechslungen tätigen.

Letzte Chance für den Gegner

So unglücklich verlaufen Spiele nicht immer. Dementsprechend rechnet Mischa Lautenschläger nicht mit einem erneuten Kantersieg seines Teams. „Für die Montabaurer ist das Duell am Sonntag die letzte Chance für einen Angriff nach oben“, weiß der Schott-Trainer. „Sie werden uns unbedingt die erste Saisonniederlage zufügen wollen und entsprechend engagiert und couragiert auftreten.“

An Engagement und Courage mangelt es auch Lucienne Loy selten. Die auf den Außenbahnen flexibel einsetzbare 17-Jährige, die im vergangenen Sommer aus der Jugend des 1. FFC Frankfurt zu den Mainzerinnen kam, hat sich mit guten Leistungen zu einer festen Größe in Lautenschlägers Elf gemausert. Nun droht dem Talent aber ein bitterer Rückschlag: Bei Loy besteht nach einer Trainingsverletzung der Verdacht auf einen Kreuzbandriss. „Das wäre für uns alle ein schwerer Schlag und eine mehr als bescheidene Sache“, stöhnt Lautenschläger, der mit Innenverteidigerin Teodora Dragoescu bereits eine Kreuzbandpatientin in seinem Kader hat.

Immer genug Spannung im Team

Da auch Fiona Röhrig ausfällt und für Deniz Özer die Startelf nach ihrer Sprunggelenk-OP wohl zu früh kommt, ist die Startelf des TSV Schott noch völlig offen. In dieser Situation kommen die speziellen Stärken des Tabellenführers zum Tragen. „Durch unseren breiten Kader haben wir prinzipiell immer genug Spannung innerhalb der Mannschaft“, sagt Lautenschläger, der in diesem internen Konkurrenzkampf einen wichtigen Grund für das Ausbleiben von Ausrutschern der dominanten Mainzerinnen sieht. „Ich als Trainer muss deshalb in Sachen Spannungsaufbau gar nicht viel machen.“ Und in Zeiten vieler Verletzungen haben zahlreiche Alternativen schließlich auch ihren Nutzen.

Alle Artikel von Fußball (Amateure)