Rheinhessenliga Damen | Guido Steinacker | 10.03.14

SG Saulheim steht kurz vor dem Titelgewinn

Die Meisterschaftsentscheidung in der Handball-Rheinhessenliga der Frauen dürfte noch im März fallen. Fünf Spieltage vor Schluss ist Tabellenführer SG Saulheim bei acht Punkten Vorsprung auf die TG Osthofen praktisch nicht mehr einzuholen.
Wettstreit der 21er: HCG-Spielerin Isabel Lehrbach (l.) wird von der Bretzenheimerin Kontrahentin Judith Kadar am Torwurf gehindert. Nach 60 Spielmunuten hatten die Gonsenheimerinnen sich im Mainzer Duell der Rheinhessenliga aber durchgesetzt.
Wettstreit der 21er: HCG-Spielerin Isabel Lehrbach (l.) wird von der Bretzenheimerin Kontrahentin Judith Kadar am Torwurf gehindert. Nach 60 Spielmunuten hatten die Gonsenheimerinnen sich im Mainzer Duell der Rheinhessenliga aber durchgesetzt. | Foto: Guido Steinacker

Rheinhessen. Ein Punkt mehr auf dem Konto der SG Saulheim, und der souveräne Tabellenführer der Handball-Rheinhessenliga der Frauen hätte am kommenden, viertletzten Spieltag zum Heimspiel die Aufstiegsparty einplanen können. Aber da war ja die aus dem augenblicklichen Tabellenbild schwer zu erklärende 16:21-Heimniederlage am fünften Spieltag gegen Aufsteiger SG TSG/DJK Bretzenheim III. Die hätte sich im Rückspiel vor zwei Wochen fast wiederholt, doch die SGS bewältigte beim scheinbaren Angstgegner eine lange Phase des Rückstandes letztlich schadlos. Somit wurden seit jener Niederlage ausschließlich Siege in die Saulheimer Leistungsbilanz eingezeichnet, natürlich auch am vergangenen Wochenende beim 32:17 (17:8) bei GW Büdesheim.

Übungseinheiten für die Defensive

„In der zweiten Halbzeit sind wir von der gewohnten 6-0 Deckung abgewichen und haben offensiver gestellt, sonst wäre es noch deutlicher ausgegangen“, sagte Trainerin Kerstin Adolph. Übungseinheiten für die neue Runde, in der ein wenig Flexibilität im Defensivverhalten nicht schaden kann. Adolph ist einverstanden damit, dass die Meisterschaft am kommenden Sonntag noch nicht endgültig feststehen wird, denn das hebt sie sich gerne für die folgende Auswärtspartie bei der TG Osthofen auf.

Dort in Osthofen nämlich, erinnert sie sich mit Grauen, geriet das Aufstiegsvorhaben ihres Team am viertletzten Spieltag der Saison 11/12 durch einen unvorhergesehen Punktverlust (24:24) noch einmal im Gefahr – die SG Bretzenheim II saß den Saulheimerinnen plötzlich wieder im Nacken. Es würde also gut passen, dort im Wonnegau die Sache klar zu machen. Das ist übrigens nicht ihr alleiniges Ding, denn der Großteil der Mannschaft war damals dabei, ist heute noch dabei, und soll auch in der kommenden Runde das Team stellen.

Schon aus der Erfahrung der vorvorigen Saison ist Adolph klar, dass es in der Oberliga kaum eine Überlebenschance gibt ohne ein deutliches Aufpäppeln des Kaders. Damals wie jetzt ist das schnell gesagt, aber nicht so einfach zu beachten. „Wir reden mit einigen Spielerinnen, aber es gibt noch nichts Spruchreifes“, hat die Trainerin noch nichts zu präsentieren. Klar ist lediglich, dass Anne Kraushaar nach ihrer Verletzung nicht mehr wieder einsteigen wird im Team der Ersten. Die Saulheimerinnen werden zu einem Gutteil darauf setzen müssen, dass sich die eigenen Spielerinnen noch ein wenig entwickeln, wie Adolph dies in dieser Saison besonders bei Tina Wulff sieht. Es wird allemal ein spannendes zweites Oberligajahr für de SG.

HCG braucht gegen Bretzenheimerinnen Anlaufzeit

Die Bretzenheimerinnen können offenbar nur gegen die Saulheimerinnen so, wie kein anderes Team der Liga. Wer den Tabellenführer einmal schlägt und ein weiteres Mal bis in die Schlussphase triezt, sollte bei einem Mttelfeldteam wie dem HC Gonsenheim eigentlich keine Probleme haben, lässt sich vermuten. Doch auch der HCG holte sich gegen den Neuling beim 21:17 (8:11) einen Erfolg ab, der sich erst in der zweiten Hälfte abzeichnete.

„Wir konnten erst nach dem Wechsel umsetzen, was wir eigentlich vorhatten“, erläuterte HCG-Trainer Danny Köhler das Problem der ersten Halbzeit. Im Vorfeld des Vergleich hatte er angesichts der wegen fastnachtlichen Nachwirkungen im Trainingsbetrieb sehr bescheidene Erwartungen an die Partie gehabt, aber insgesamt boten die Mannschaften am Sonntag dann doch ein sehr ordentliches Rheinhessenligaspiel an.

„Wir wollten die Bretzenheimer Außenspielerinnen aus der Partie nehmen, weil die uns im Hinspiel 13 Gegentore beschert hatten“, berichtete Köhler. Das klappte soweit, dafür schoss Bianca Brüggen die HCGlerinnen fast ab, „da sind wir einfach zu spät hingekommen". Eine bessere Deckung, hinter der Tanja Becker im Tor stark hielt, ein effektiverer Angriff mit Franziska Roth als Haupttorschützin (10), das brachte nach der Pause die Wende in der Partie.

Doppelbelastung bei beiden Mannschaften

Auch Gästetrainer Thorsten Zacharias ordnete den Gonsenheimer Sieg laut Köhler als verdient ein. Der Spielverlauf mag auch dadurch begünstigt worden sein mag, dass die SG III erst am Samstag bei der HSG Worms gespielt hatte und knapp verlor (22:23), während der HCG „schon“ am Freitag gegen den HSV Sobernheim am Ball war – aber ebenfalls unterging (19:24).

Das Verfolgerfeld, das sich um den Vizemeistertitel streiten darf, besteht aus stattlichen vier Teams, darunter haben auch der TV Bodenheim und die Sportfreunde Budenheim noch eine Chance auf den halboffiziellen Titel. Im Spitzenspiel vergab der TVB dabei am Wochenende seine Führungsposition durch eine 19:23 (8:10)-Heimniederlage gegen den HSV Sobernheim. Gut möglich, dass der zweite Platz am Ende über den direkten Vergleich vergeben wird. Derzeit wäre das eine Dreierabrechnung, bei der der TVB nur drei der acht möglichen Punkte aus den Partien gegen die Sobernheimerinnen und die TG Osthofen vorweisen kann.

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