Bezirksliga | Gert Adolphi | 07.03.14

Probier's bloß nicht mit Gemütlichkeit

In der Fußball-Bezirksliga bleibt das Spitzenquartett am ersten Spieltag nach der Winterpause unter sich. Für den TSV Schott Mainz II kann die Partie gegen den TSV Gau-Odernheim bereits vorentscheidenden Charakter haben.

Mainz. Gemütlich einspielen, in den Rhythmus zurückfinden und erst einmal abwarten: Das ist in der Fußball-Bezirksliga nicht möglich. Gleich zum Neustart nach der Winterpause stehen richtungsweisende Begegnungen an. Da treffen zum Auftakt am Samstag die beiden Schlusslichter Eintracht Herrnsheim und FC Nackenheim aufeinander (17 Uhr). Am Sonntag setzt sich der Reigen möglicherweise vorentscheidender Spiele fort: Das Spitzenquartett bleibt unter sich. Tabellenführer TSG Hechtsheim gastiert beim viertplatzierten TSV Gundheim (15 Uhr), und der TSV Schott Mainz II als Dritter empfängt den TSV Gau-Odernheim (12.45 Uhr).

„Es geht gleich in die Vollen“, sagt Schott-Spielertrainer Patrick Rudolf. „Ich bin gar nicht böse, dass es gleich mit einem solchen Kracher losgeht.“ Vier Punkte liegt seine Mannschaft hinter den Gästen zurück. „Wenn wir verlieren sollten, wäre der Rückstand wohl zu groß, um ihn noch aufzuholen.“ Zwar stehen nach diesem Wochenende noch zehn Spieltage aus, doch die vor allem auch individuell stark besetzten Gau-Odernheimer könnten von sieben Zählern Vorsprung lange zehren. Die Konsequenzen dieser Ausgangslage sind den Schottlern klar: „Wir würden liebend gerne oben mitmischen“, sagt Rudolf. „Damit der zweite Platz noch ein realistisches Ziel ist, müssen wir am Sonntag entsprechend starten.“

Abtasten ist nicht angebracht

Vorsichtig abtasten ist in dieser Situation nicht angebracht. „Die Marschroute ist klar“, sagt Rudolf. „Wir können nicht taktieren. Wir müssen im Grunde.“ Die 0:2-Hinrundenniederlage liefert für den Mainzer Spielertrainer wenig Erkenntnisse. Denn erst danach stießen die drei Verstärkungen vom Landesligisten RWO Alzey zu den Gau-Odernheimern. Die Begegnung fiel in die Saisonauftaktphase, die der TSV Schott mit fünf Niederlagen gründlich in den Sand setzte. Doch gerade aus dieser Pleitenserie schöpft Rudolf Zuversicht. „Wir sind gestärkt daraus hervorgegangen. Mich hat diese Spanne geprägt ohne Ende. Auch die Jungs haben daraus gelernt, sie wissen jetzt, worauf es ankommt. Am Anfang dachten sie, es läuft von alleine.“

Allerdings hat Rudolf Personalsorgen. Alea Gharbi steht nach seinem vor der Winterpause erlittenen Wadenbeinbruch noch nicht zur Verfügung. Marc Koslowski, Markus Schmitt, Pascal Jahnke und Dennis Ohlef (Rudolf: „Eine Bank in unserer Abwehr“) verletzten sich in der pflichtspielfreien Zeit. „Auf keinen Fall werde ich fünf Leute aus der Ersten Mannschaft herunterholen, zumal die gleich im Anschluss spielt“, sagt der Trainer. Immerhin konnte Rudolf einen Zugang begrüßen: Der 21-jährige Tim Fialkowski, zum Studium nach Mainz gekommen, ist offensiv im Mittelfeld oder auf den Außenpositionen einsetzbar.

TSV hatte keinen Bedarf für Verstärkungen

Trotz anderslautender Gerüchte haben sich die Gau-Odernheimer in der Winterpause nicht weiter verstärkt. „Wir hatten keinen Bedarf“, sagt Trainer Holger Heidenmann. „Wir haben zwei Spieler aus der Zweiten Mannschaft hochgezogen und werden nach und nach A-Junioren einsetzen. Wir wollen Leute aus den eigenen Reihen heranziehen.“

Auch bei seiner Mannschaft lief die Vorbereitung nicht optimal. Allerdings nicht wegen gravierender Personalausfälle, sondern weil der Platz in Gau-Odernheim nicht zur Verfügung stand. Ein Kunstrasen wurde verlegt. „Wir müssen schauen, wie wir nach dieser Vorbereitung wieder reinkommen“, sagt Heidenmann. „Dieses Spiel ist wichtig für uns. Wir werden alles dransetzen, um zu gewinnen.“

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