Verbandsliga | Guido Steinacker | 09.03.14

Nur die Torausbeute ist Eberhardt zu gering

Eine starke erste Halbzeit zeigte Fußball-Verbandsligist Fortuna Mombach bei der Heimspielpremiere 2014. Der einzige Fehler: Das eine, beim Offensivfeuerwerk der ersten Hälfte erzielte Tor reichte nicht zum Sieg. Der zweite Mombacher Treffer durch Mate Malenica rettete in der Nachspielzeit am Ende wenigstens einen Punkt.
Mehr als noch bei der Niederlage im Nachholspiel in Morlautern kam diesmal über die Außenbahnen, vor allem von rechts über Krystian Borowski (l.)
Mehr als noch bei der Niederlage im Nachholspiel in Morlautern kam diesmal über die Außenbahnen, vor allem von rechts über Krystian Borowski (l.) | Foto: Guido Steinacker
Neuzugang Samir Ouachchen zeigte im Mittelfeld seine Qualitäten und bereitete den Führungstreffer durch Greg Szymanek vor. Sein Problem: Die Luft reicht derzeit nur für 60 Minuten Fußball.
Neuzugang Samir Ouachchen zeigte im Mittelfeld seine Qualitäten und bereitete den Führungstreffer durch Greg Szymanek vor. Sein Problem: Die Luft reicht derzeit nur für 60 Minuten Fußball. | Foto: Guido Steinacker

Mombach. Da kam er herangerauscht, der Angriffshüne und nutze seine Lufthoheit. Aus kürzester Distanz köpfte Mate Malenica im Verbandsliga-Fußballspiel seiner Fortuna Mombach gegen den Tabellenachten FV Dudenhofen einen von Igor Heizmann in den Fünfmeterraum gehobenen Ball zum 2:2 (1:0) ins Netz. Wie schon im vorausgegangenen Nachholspiel in Morlautern, gelang dem Tabellenzweiten damit neuerlich kein Sieg. Die Mombacher halten den zweiten Platz inzwischen nur noch aufgrund eines Treffers Vorsprung bei der Tordifferenz im Vergleich mit dem Dritten Jahn Zeiskam.

Dennoch nahm Fortuna-Trainer Thomas Eberhardt den Verlust von zwei der drei, nach dem Eindruck zur Halbzeitpause scheinbar sicheren Punkte nicht tragisch. Anders übrigens als sein Torwart Pasquale Patria, der seine Kollegen nach dem Spiel „Trainingsweltmeister“ schimpfte. „Wir waren in der ersten Halbzeit in allen Belangen besser als der Gegner“, zeigte Eberhardt sich zufrieden mit der teilweise beeindruckenden spielerischen Dominanz des ersten Abschnitts. „Das Problem ist, dass wir mit nur einem statt drei oder vier Toren in die Pause gehen“, sagte er.

Ausgleich war nicht mehr überraschend

Und so kamen die Dudenhofener nicht desillusioniert, sondern wagemutig auf das Feld zurück und drängten die, bald mit schwindenden Kräften kämpfenden Mombacher zunehmend in die Defensive. Ein Anlauf über die rechte Seite, den die Hintermannschaft der Fortuna mit etwas mehr Entschlossenheit leicht hätte klären können, führte nach 70 Minuten zum nicht mehr überraschenden Ausgleich. Marius Wittemann drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.

Die Antwort der Mombacher kam prompt, Krystian Borwoski tauchte eine Minute später frei vor FV-Torwart Marcel Johann auf, der den Schuss aber mit den Füßen abwehren konnte (71.). Eberhardt wollte dem Druck der Gäste den entscheidenden Treffer entgegensetzen, wechselte, nachdem Amin Ouachchen nach einer Stunde bereits seinen Bruder Samir ersetzt hatte, Serkan Akinci für Defensivmann Nico Huber ein.  Und schließlich kam auch noch Mate Malenica aufs Feld. Somit standen in den letzten Minuten gleich vier Mombacher Stürmer auf dem Feld.

Das Tor fiel am anderen Ende des Feldes

Das zwang die Dudenhofener zwar tatsächlich etwas stärker in die Defensive zurück, dennoch tat sich das scheinbar Entscheidende der Partie dann am anderen Ende des Spielfelds. Kapitän Ljubo Dragun näherte sich, als er von seiner linken Abehrseite zum Aushelfen auf die rechte Seite eilte, etwas zu ungestüm FVD-Stürmer Firas Zein. Der Gästeangreifer nahm das Angebot dankend an und verwandelte auch den Strafstoß zum 1:2 (88.).

Das sah nun gar nicht gut aus für die Mombacher. Erst mächtig aufgetrumpft und dann in sich zusammengebrochen, hätte es geheißen. Doch die  Mannschaft erhöhte mit letzter Kraft noch einmal deutlich die Schlagzahl, brachte die nötige Präzision im Kurzpassspiel auf die Platte, und es ergaben sich in der Nachspielzeit mehr Angriffsszenen als in der gesamten zweiten Hälfte zuvor.

Der Ausgleich durch Malenica war von daher nicht einmal glücklich und angesichts der ersten Halbzeit allemal verdient. „Wir haben viel Aufwand betrieben, ohne uns den gerechten Ertrag zu holen“, bewertete Eberhardt die Partie in der Gesamtschau. Das wäre Tabellenführer Schott Mainz eben nicht passiert, erläuterte er den Unterschied zwischen dem kommenden Verbandsligameister und seinem Team. „Die machen aus den Chancen eben ihre Tore." Das registriert Eberhardt ganz entspannt, vielleicht gar ein wenig froh darüber, den Stress mit der Rechnerei, was theoretisch noch gehen könnte im Meisterschaftskampf, angesichts nunmehr neun Punkten Rückstands zum Nachbarklub engdültig los zu sein.

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