Bezirksliga | Gert Adolphi | 05.03.14 Neuer Trainer, neues Glück? Aufbruch zum rettenden Ufer in Nackenheim: Beim Tabellenletzten der Fußball-Bezirksliga hat der bisherige Trainer Felix Hammer seinen Stuhl geräumt. Neuer Chef an der Seitenlinie ist der 31-jährige Christoph Wilfer. Der wiederum plant mit Hammer auf dem Feld und ist zuversichtlich, mit dem FC den Ligaverbleib zu schaffen. Mainz. Die Mannschaften aus dem Kreis Mainz stehen in der Fußball-Bezirksliga gut da. Sie stellen nicht nur die Hälfte aller 16 Teams, sie haben sich auch bis zur Winterpause zu drei Vierteln in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Die TSG Hechtsheim hat die Poleposition inne. Der TSV Schott Mainz II ist als Dritter auch noch im Rennen um die beiden ersten Plätze und hat noch die Möglichkeit, direkt oder über den Umweg der Entscheidungsspiele den Aufstieg in die Landesliga zu realisieren. Zwei Vereine sind allerdings in Bedrängnis. Während die TSV Stadecken-Elsheim, derzeit Viertletzter, in der punktspiellosen Zeit den Vertrag mit Trainer Albert Hoppe für die kommende Saison verlängerte, gab es bei Schlusslicht FC Nackenheim einen Wechsel in der Verantwortung für die Mannschaft. Der bisherige Coach Felix Hammer machte seine Ankündigung wahr und gab sein Amt ab. Nachfolger ist Christoph Wilfer. Brisantes Duell der Kellerkinder Die Auftaktpartie beim Neustart hat es für die Nackenheimer in sich. Am Samstag, 17 Uhr, gastieren sie bei Tabellennachbar SG Eintracht Herrnsheim. Mit einem Sieg könnte der FC mit den Herrnsheimern nach Punkten gleichziehen, bei einer Niederlage wäre der Mitkonkurrent um den Klassenverbleib schon sechs Punkte enteilt. Doch der neue Trainer nimmt den Druck von seiner Mannschaft. „Es sind noch 33 Punkte zu vergeben“, sagt Wilfer. „Wenn wir gewinnen, haben wir den Klassenverbleib noch nicht geschafft, wenn wir verlieren, sind wir noch nicht abgestiegen.“ Der 31-Jährige räumt aber ein: „Generell wäre es gut, wenn wir gewinnen.“ Wilfer, der wegen Verletzungen seine aktive Karriere früh beenden musste, hat gerade in Leipzig auf die Trainer-C-Lizenz die B-Lizenz draufgesattelt. Zuletzt tätig war er bei der U17 des TSV Schott Mainz, beendete dort aber sein Engagement wegen zeitlichen Überschneidungen mit seinen beruflichen Verpflichtungen als Projektingenieur bei Opel in Rüsselsheim. Um die Stelle in Nackenheim bewarb sich der 31-Jährige zum einen, weil er dort ein junges, steigerungsfähiges Team vorfindet, zum anderen, weil er zuversichtlich ist, mit dem FC den Klassenverbleib noch zu schaffen. „Ich gehe von mindestens drei Absteigern aus“, sagt Wilfer. „Der Abstand auf einen Platz, der zum Klassenverbleib berechtigt, beträgt somit hoffentlich nur fünf Punkte.“ Ein Rückstand, der sich ohne Zweifel aufholen lässt. Schießbude der Liga Die Nackenheimer haben mit Abstand das schlechteste Torverhältnis der Liga. 63 Gegentreffer – im Schnitt deutlich über drei pro Partie – sind in der Klasse unerreicht. Immerhin haben zwei Mannschaften, der SV Guntersblum (22) und Eintracht Herrnsheim (21), weniger Tore erzielt als der FCN (26). Verbesserungsmöglichkeiten gibt es somit in beiden Bereichen. „Mein Hauptaugenmerk lag darauf, den kompletten Defensivverbund zu stabilisieren“, sagt Wilfer. „Denn die Gegentore waren das Hauptproblem.“ Im Mannschaftsverbund eine kompakte Einheit bilden, wenn der Gegner in Ballbesitz gelangt, ist das Ziel des neuen Trainers. Die Vorstöße über die schnellen Spieler auf den Außenpositionen waren bislang die Waffe der Nackenheimer. Daran will Wilfer auch nicht rütteln. Aber er gibt sich damit nicht zufrieden. „Mein Anliegen ist, das Angriffsspiel kreativer zu gestalten und der Mannschaft Selbstbewusstsein einzuflößen“, sagt der Coach. Er hat sich mit seinem Vorgänger und mit Abteilungsleiter Karlheinz Geiberger ausgetauscht, aber auch mit jedem Spieler Einzelgespräche geführt. „Es ist ein Neuer da, der neue Ideen hat“, sagt Wilfer. „Das ist nicht gut oder schlecht, aber anders. Die Jungs nehmen alles sehr gut an, sind lernwillig. Da ist schon eine Aufbruchstimmung zu spüren.“ Zwei Winterwechsel Von Felix Hammer hat Wilfer erfahren, dass die berufliche Situation einiger Spieler daran schuld war, dass die Trainingsbeteiligung zu wünschen übrig ließ. Der neue Trainer hat den Beginn der Einheiten deshalb um eine halbe Stunde nach hinten verlegt. „Da können schon mal drei Leute mehr kommen“, sagt Wilfer. Im Schnitt standen 19 Mann aus den Kadern der Ersten und Zweiten Mannschaft beim Training auf dem Platz. Auch Hammer, der in der kommenden Saison als Coach in die A-Klasse zum VfR Nierstein wechselt, mischte sich unter die Schar. „Er ist in einem Alter, in dem man noch spielen kann“, sagt Wilfer. „Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass ich ihn aufstelle.“ Zudem stießen in der Winterpause zwei neue Spieler zum FC. Mittelfeldakteur Sascha Piewig kam von den Spfr. Dienheim, Torwart Alexander Hoyer vom FC Lörzweiler. „Jeder Spieler ist eine Verstärkung“, sagt der Coach. „Sascha ist 18 Jahre und kommt aus der C-Klasse. Er hat aber Perspektive. Wenn er sich gut entwickelt, hat er die Chance, in die Startformation zu rutschen.“ Mit einer Ausnahme bestritten die Nackenheimer ihre Testspiele auch recht ordentlich. Jetzt muss es nur noch auch im Ernstfall klappen. Alle Artikel von Fußball (Amateure)