red | 07.07.2017

Nach mehr als zwei Jahrzehnten wieder ganz oben

Gold und Silber holten die MGC-Minigolfteams bei der DM in Murnau. Während die Frauen ihre Halbzeitführung nicht verteidigen konnten und als Vizemeister abschlossen, beendeten die Männer die seit 2008 anhaltende Meisterserie des BGS Hardenberg durch den ersten Mainzer Titelgewinn seit 22 Jahren.

Murnau. Trotz Führung nach der halben Distanz und trotz einer begeisternden Aufholjagd im Schlussdurchgang muss sich das erfolgsverwöhnte Damenteam des 1. MGC Mainz in diesem Jahr mit DM-Silber begnügen. Besser machten es die Männer, die sich in Murnau souverän ihren ersten DM-Titel nach langer Zeit sichern konnten.

In der sechsten von acht Runden setzten sich die Göttinger Damen erstmals an die Spitze, wenn auch nur um die Winzigkeit eines einzigen Schlages. Die Vorentscheidung fiel in Runde sieben, als die Niedersachsen einen schwachen Durchgang des Mainzer Titelverteidigers gnadenlos nutzten und sich auf zehn Schläge Vorsprung absetzten. Doch Aufgeben gehört nicht zum Mainzer Wortschatz. Schlag um Schlag holten die MGC-Damen auf, zeitweise lag die Sensation in der Luft. Schließlich rettete Schlussspielerin Bianca Zodrow dem MGC Göttingen den Sieg ins Ziel, ein Schlag Vorsprung war am Ende noch übrig.

Ein hochkarätiger Wettbewerb sah einen verdienten Sieger und ein zweitplatziertes MGC-Team, das sich für die gezeigte Leistung keinesfalls schämen muss. Und schon in wenigen Wochen besteht die Gelegenheit zur Revanche, beim Europacup in Naturns (Südtirol).

MGC-Männer übernehmen schnell die Führung

Einmal Teamgold geht dennoch auch in diesem Jahr nach Mainz. Nach dem Krimi ohne Happy End war das Männerteam gefordert, den Titel in die Landeshauptstadt zu holen. Dies gelang in souveräner Weise, Serienmeister BGS Hardenberg war erstmals seit 2008 geschlagen.

Als Dritter ging man in die letzten vier Runden, mit überschaubaren Rückständen auf Hardenberg und den führenden MGC Dormagen-Brechten. In Runde eins patzte Hardenberg und fiel auf Platz drei zurück. Anschließend steigerten sich die „glorreichen Sieben" des MGC Mainz auf ihr bestes Betonergebnis, mit dem sie erstmals den Spitzenplatz erklimmen konnten, da Dormagen-Brechten gleichzeitig Schwächen offenbarte. Von da an hieß es eigentlich nur noch, die Nerven zu bewahren und in den verbleibenden zwei Durchgängen den erspielten Vorsprung zu verteidigen.

Mit fast identischen Ergebnissen auf Eternit vertagten die drei Teams die endgültige Entscheidung auf die letzten 18 Betonbahnen. Hardenberg wollte es noch einmal wissen und spielte mit 148 Schlägen (Rundenschnitt 24,6) den absolut besten Durchgang auf den großen Bahnen, zog damit noch an Dormagen-Brechten vorbei auf den Silberrang. Das MGC-Team ließ sich davon aber nicht beirren, blieb nur sieben Schläge über dem Ergebnis der Hardenberger und ging am Ende mit ebensovielen Schlägen Vorsprung vor dem entthronten Meister durchs Ziel.

Nicht viel Zeit zum Feiern

Ganze 22 Jahre hat es gedauert, seit dem 1. MGC Mainz in Herten zuletzt ein Titelgewinn auf Bundesbene gelang. Dementsprechend ausgelassen war der Jubel nach den letzten Schlägen. Viel Zeit zum Feiern bleibt nicht, denn schon am Freitag geht es mit der Zwischen- und Endrunde im Einzel (Strokeplay) weiter. Dabei sind etliche MGC-Aktive noch sehr aussichtsreich im Rennen.

Bei den Damen belegen Steffi Blendermann und Alice Kobisch derzeit die Plätze zwei und drei hinter der Göttingerin Bianca Zodrow. Nicole Gundert-Greiffendorf rangiert auf Rang 14 mit viel Potenzial, sich noch unter die Top 10 zu schieben. Top-10-Platzierungen sind ebenfalls locker drin für die Mainzer Markus Obeth (derzeit 19.), Lars Greiffendorf (16.), Lukas Neumann (13.) und Manuel Szablikowski (11.). Ganz oben mitmischen will ein MGC-Trio mit Sebastian Piekorz auf Rang fünf, Miro Stoparic auf vier und Marcel Noack, der momentan den letzten Treppchenplatz inne hat. Vorne liegen Sebastian Heine und Patrick Bothmann (beide Dormagen-Brechten) mit vier bzw. zwei Schlägen Vorsprung vor Noack.

Am Samstag folgen die Ko-Runden des Matchplay-Wettbewerbs, an denen voraussichtlich alle genannten MGC-Spielerinnen und -Spieler teilnehmen können, vorausgesetzt, es kommt zu keinen Einbrüchen in der morgigen Zwischenrunde. Joachim Eichhorn

Alle Artikel von Minigolf