Peter H. Eisenhuth | 06.08.26

„Mir haben die Eier gefehlt“

Vierter in der Qualifikation, Neunter im Finale: Kugelstoßer Simon Kunkel vom USC Mainz ist mit seiner Leistung bei der U-20-WM nicht zufrieden. Stabhochspringerin Lotte Gretzler erreicht das Finale mühelos.
Nach vier Versuchen war das WM-Finale für Simon Kunkel beendet, der Mainzer landete auf dem neunten Platz.
Nach vier Versuchen war das WM-Finale für Simon Kunkel beendet, der Mainzer landete auf dem neunten Platz. | Archiv/Hensel

Eugene. Überaus kritisch ging Simon Kunkel mit seiner ersten und letzten Teilnahme an U-20-Weltmeisterschaften ins Gericht: „Mir haben die Eier gefehlt“, kommentierte der Kugelstoßer seinen neunten Platz im Finale von Eugene/Oregon bei leichtathletik.de. Während des gesamten Wettkampfs habe er viel zu wenig riskiert. „Auch mit meinem besten Stoß war ich nicht richtig zufrieden.“

Eingestiegen mit schwachen 17,56 Metern ließ der Deutsche U-20-Meister in den beiden nächsten Durchgängen 18,85 und 18,63 Meter folgen, was ihm zumindest den zehnten Rang und einen vierten Versuch einbrachte. „Ich hatte schon die Hoffnung, dass das noch für weitere Stöße reicht“, sagte er angesichts der Steigerung auf 19,06 Meter, „aber in einem WM-Finale ist es nicht genug, zu hoffen.“

Vorübergehend kletterte er damit auf den sechsten Rang, von dem ihn jedoch Jayden Walcott (Barbados), Chenqi Wu (China) und Stefan Ciobano (Rumänien) wieder verdrängten. Und als Neuntplatziertem blieb dem Mainzer für den weiteren Wettkampf nur die Zuschauerrolle.

Mehr ausgerechnet

Die Qualifikation am Vormittag hatte Kunkel mit der viertbesten Weite beendet; die 19,45 Meter hätten ihm abends den sechsten Platz eingebracht. „Ich bin als Neunter angereist und habe das Finale als Neunter beendet“, resümierte er. Das ist respektabel, „aber wenn man sieht, dass Favoriten rausfliegen, dann rechnet man sich schon Chancen aus.“

In der Quali gescheitert war der favorisierte US-Amerikaner Omar Hussein. Und der Grieche Aristion Papadopoulos, am Morgen noch der beste Mann in der Konkurrenz, produzierte drei ungültige Versuche. Den Titel holte sich Alessandro Borges (Brasilien, 20,35), Silber ging an den Südkoreaner Si-hoon Park, Bronze gewann Jaco van Dyk (Südafrika, 19,80).

Die Erfahrung, die er an der kultigen Leichtathletikstätte gemacht habe, „war der Oberhammer“, sagte Kunkel. „Schade, im Einstoßen hatte ich einen ganz guten Versuch, den ich im Wettkampf leider nicht reproduzieren konnte.“

Gretzler ohne Probleme

Ins Stabhochsprungfinale der weiblichen U20 am Samstag gehen 13 Springrinnen – so viele hatten 4,10 Meter übersprungen, danach sahen die Veranstalter davon ab, das Feld mit einer weiteren Höhe auf zwölf Teilnehmerinnen zu begrenzen.

Eine perfekte Qualifikation gelang Lotte Gretzler: Die USC-Athletin meisterte ihre Einstiegshöhe von 3,95 Metern wie auch die 4,10 Meter auf Anhieb. „Es lief besser, als ich es mir vorgestellt hatte“, sagte sie dem Onlineportal leichtathletik.de. „Ich dachte, dass ich höher springen muss, um ins Finale zu kommen.“

Genießen und angreifen

Sie habe sich vorgenommen, unten gut auf den Stab draufzugehen. „Dann wird mein ganzer Sprung besser. Der Versuch über 4,10 Meter ist mir gut gelungen“, sagte die DM-Zweite ihrer Altersklasse und Siebte bei den Frauen. Sehr dankbar sei sie, in einem WM-Finale zu stehen, in dem sie sowohl die Atmosphäre genießen als auch ihre Bestleistung von 4,22 Metern angreifen wolle.“

Ebenfalls qualifiziert hat sich die Deutsche Meisterin der U20 und U23 sowie Überraschungs-Vizemeisterin der Frauen, Anna Hiesinger (LAZ Ludwigsburg). Eingestiegen bei 3,80 Metern, leistete sie sich bei 4,10 Meter einen Fehlversuch, der ohne Konsequenzen blieb.

 

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