red | 14.07.2017

Die letzte Runde geriet zum Schaulaufen

Selten war ein Meister so souverän: Dem Jugendteam des 1. MGC Mainz gelang bei den Deutschen Meisterschaften in Neheim die TItelverteidigung mit großem Vorsprung.

Arnsberg. Schon in den ersten sechs Durchgängen der deutschen Minigolf-Jugendmeisterschaften, die wegen schlechter Wetterprognosen allesamt am ersten Wettkampftag ausgetragen wurden, präsentierte sich Titelverteidiger 1. MGC Mainz auf den Punkt topfit und setzte sich von Beginn an ganz oben auf der Anzeigentafel fest. Das intensive Training und die Betreuung durch Weltmeister Marcel Noack und Europameisterin Alice Kobisch zahlten sich aus.

Eine blitzsaubere 81 auf Beton verschaffte Kilian Horn, Ole Biegler und Silvio Krauss gleich sieben Schläge Vorsprung auf den mitfavorisierten Heimverein MSK Neheim-Hüsten. In den folgenden Runden schenkten sich beide Teams nichts, vergrößerten aber ihren Abstand zu den weiteren Verfolgern kontinuierlich. Lediglich in der abschließenden dritten Eternitrunde leistete sich das MGC-Trio einen Wackler und versäumte es, den Vorsprung vor den beiden letzten Runden noch etwas komfortabler zu gestalten. So ging man mit neun Zählern vor den Neheimern in den Endspurt, keine Gold-Garantie, aber doch ein kleines Polster, um stressfrei die letzten 36 Bahnen zu absolvieren.

Konzentriert in die letzte Doppelrunde

Das kleine Nachlassen in der letzten Runde des Vortages hatte die Mainzer Titelverteidiger natürlich gewarnt. Schnell kann so ein Vorsprung dahinschmelzen, wenn man nicht auf der Hut ist, aber gleichzeitig der Verfolger seine Chance wittert. Dementsprechend konzentriert gingen die Mainzer in der letzten Doppelrunde zu Werk. Der Gastgeber war dem Druck offensichtlich nicht gewachsen, musste zusehen, wie die MGC-Cracks besonders auf Eternit über sich hinaus wuchsen und ihren Vorsprung durch die mit Abstand beste Eternitrunde auf satte 23 Schläge ausbauten.

Statt eines spannenden Finales konnte das Mainzer Quartett die letzte Runde auf den Betonbahnen wie ein Schaulaufen genießen. Mit zweimal 28 und einmal 27 Schlägen ließ das Team dann auch nichts mehr anbrennen, 26 Schläge zurück musste der MSK Neheim-Hüsten die Überlegenheit des alten und neuen deutschen Meisters neidlos anerkennen. Grenzenloser Jubel, als auch der Ergänzungsspieler Steven Weiß seine Runde beendet hatte: Einen derart überlegenen Mannschaftsmeister hat es bei deutschen Jugendmeisterschaften schon lange Zeit nicht mehr gegeben.

Da am zweiten Tag nur eine Kombirunde gespielt werden musste, konnten die Goldgewinner sogar ein bisschen feiern, bevor am Samstag noch die Zwischen- und Endrunden im Einzel anstehen. Leider hat es für Malte Biegler am Ende nicht gereicht, auf Platz 21 trennen ihn doch einige Schläge von der Zwischenrunde. Alle weiteren MGC-Cracks sind zunächst eine Runde weiter. Für Steven Weiß gilt es, in der Zwischenrunde noch einen Schlag gutzumachen, um sich für das Finale der besten Neun zu qualifizieren. Ole Biegler und Kilian Horn können als Siebter und Dritter sogar mit Einzelmedaillen liebäugeln.

Geschwister Krauss führen in Einzelwettbewerben

Die Geschwister Selina und Silvio Krauss führen die U15-Klassements nach den Vorrunden an. Selina geht mit vier Schlägen Vorsprung auf Johanna Jung (Homburg) in die Zwischenrunde, zwei Zähler liegen zwischen Titelverteidiger Silvio und seinem stärksten Verfolger Kenny Schmeckenbecher (Lüdenscheid).

Bereits nach den Mannschaftsrunden stehen auch die Sieger der Abteilungswertungen fest. Dabei sicherte sich die MGC-Equipe gleich fünfmal Edelmetall: Selina Krauss holte Bronze auf Beton und Gold auf Eternit, Silvio erspielte sich auf Beton Silber und Bronze auf Eternit. Die Junioren steuern Bronze durch Kilian Horn auf Beton bei, Steven Weiß unterlag erst im Sudden Death um die Eternit-Medaillen und wurde Vierter.

Alle Artikel von Minigolf