Landesliga | Guido Steinacker | 21.03.14

Kein Raum für einen Freundschaftskick

Alles andere als einen netten Freundschaftskick kann es beim Fußball-Landesliga-Derby zwischen Fonana Finthen und dem VfB Bodenheim geben. Dafür steht für den gastgebenden Tabellenletzten am Sonntag (15 Uhr) zu viel auf dem Spiel.
Hält Ausschau nach dem hinteren Tabellenmittelfeld: Fontana-Trainer Dirk Willems.
Hält Ausschau nach dem hinteren Tabellenmittelfeld: Fontana-Trainer Dirk Willems. | Eva Willwacher

Finthen. Die einen müssen noch, die anderen wollen schon: Im ersten Mainzer Fußball-Landesligaderby in diesem Jahr weichen die Bedürfnisse der Protagonisten deutlich voneinander ab. Gastgeber Fontana Finthen braucht als Tabellenletzter am Sonntag (15 Uhr) beim Punktspiel gegen den VfB Bodenheim dringend einen Sieg, um den Kontakt zum unteren Mittelfeld wieder herzustellen. Die Bodenheimer hingegen sind nach der Niederlage im Duell der Verfolger gegen den VfR Frankenthal im letzten Saisondrittel aller großen Ziele entledigt und können frei aufspielen.

Verkrampft gegen locker-flockig – so könnte sich das Bild am Sonntag auf der Bezirkssportanlage darstellen. Keine guten Aussichten für die Finther, die schon das Hinspiel in Bodenheim mit 0:3 (0:1) verloren, sollte man meinen. „Wir sind in dem Spiel der nicht chancenlose Außenseiter“, ordnet Fontana-Trainer Dirk Willems die Ausgangsposition ein. Was nichts anderes heißt, als dass er einen Erfolg gegen den Tabellenfünften, mithin die Revanche für die klare Niederlage von Mitte September, durchaus im Bereich des Möglichen hält. Aber es kann eben auch ganz anders kommen.

Drei Loos-Tore im Hinspiel

„Man kennt sich mit allen Stärken und Schwächen, und wir verstehen uns gut mit den Bodenheimern“, wertet Willems das Verhältnis schon wegen der Ex-Finther Norman Loos, Dennis Hassemer und Nelson Kari-Kari als freundschaftlich. Dass Loos seinem Ex-Team im Hinspiel alle drei Tore einschenkte, zeigt, dass dies nicht zum Schmusekurs auf dem Platz führen muss. „Auch Nelson ist gegen uns immer sehr stark“, betont Willems. Er empfiehlt seinen Spielern, die Sache ähnlich distanziert anzugehen und die Tabelle am Sonntag „einfach auszublenden“.

Der Spielausfall am vorigen Sonntag war zwar nicht die Idee der Fontana, kam Willems aber nicht ungelegen, denn die Personallage hat sich erst im Laufe der Woche durch die Rückkehrer aus dem Urlaub und die Genesung der angeschlagenen Spieler wieder entspannt. Mit 19 Spielern im Training zu arbeiten, das war für Willems fast schon ungewohnt. Aber endlich mal wieder die Qual der Wahl zu haben bei der Kaderaufstellung, ist garantiert keine Situation, die den Finthern schaden kann.

Weinz: Geschenkt wird nichts

Neben dem Stamm der sieben bis acht Akteure, die zuletzt konstant im Training waren, kann Willems aus dem restlichen Dutzend noch die Hälfte in den Kader mitnehmen. „In der Spielersitzung werde ich verdeutlichen, wie wichtig jeder ist, aber jeder muss sich auch hinten anstellen, denn gerade im Abstiegskampf ist vor allem das Team wichtig“, appelliert der Trainer an den Mannschaftsgeist derjenigen, die in den kommenden Wochen nicht (mehr) so zum Zug kommen werden.

Für die Bodenheimer wird das Derby ein Emporkommen aus der Nacht. Nach zwei Abendspielen darf der VfB erstmals in diesem Jahr beim Anblick der Sonne, oder wenigstens des Tageslichtes spielen, das der Himmelskörper der Erde schenkt. Geschenkt wird in der Partie ansonsten gar nichts, stellt VfB-Trainer Jockel Weinz klar. Denn weil derzeit nach oben wie unten für seine Mannschaft nicht mehr viel zu gehen scheint, bekommt der Faktor Spaß an Bedeutung.

Beide Teams in Bestbesetzung

Den wollen die Bodenheimer am Sonntag auf jeden Fall haben, aber das geht nur mit Erfolg. „Die Finther werden mit Sicherheit eines ihrer besten Spiele in dieser Saison zeigen“, geht Weinz von einem entschlossenen Gegner aus. „Denn sie müssen jetzt punkten, egal, wer da kommt.“ Im Hinrundenspiel machte seine Mannschaft vieles richtig, vor allem in der Abwehr. Als dann Loos zu treffen anfing, „da hatten die Finther keine Antwort“.

Die gegen die Frankenthaler verpasste Chance sich noch einmal für die vordersten Plätze der Liga zu empfehlen, haben die Bodenheimer abgehakt. „Es war eigentlich ein gutes Spiel von uns, auch wenn wir es besser können“, sagt Weinz. Am Personal soll es am Sonntag nicht scheitern, dies zu beweisen. Wie auch Willems, kann Weinz aus dem kompletten Kader auswählen.

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