Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 31.07.26 Intensive Spielformen NEUES AUS DEM BRIXENTAL (7) | Eine kürzere Einheit des FSV Mainz 05 muss nicht gleich geringere Belastung bedeuten. Im Test gegen Shabab al-Ahli will Urs Fischer bestimmte Prinzipien sehen. Benedict Hollerbachs Ziel hält der Trainer für sehr sportlich. Will zu Saisonbeginn einsatzfähig sein: Benedict Hollerbach. | Peter H. Eisenhuth Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder. Wörgl. Rund eineinhalb Stunden waren am Donnerstagvormittag vergangen, als Urs Fischer die Übungseinheit mit Ball beendete. Danach drehten seine Spieler noch ein paar Runden in lockerem Lauf. Dann war Feierabend. Von außen betrachtet handelte es sich, verglichen mit anderen Einheiten des FSV Mainz 05 in dieser Saisonvorbereitung um ein Training mit menschlichem Antlitz. Aber nein, widersprach der Coach, es könne keine Rede davon sein, dass er die Belastung reduziert habe. „Die Spielformen waren sehr intensiv.“ Sowohl das Acht-gegen-acht in einem 30 Meter tiefen Korridor und auch das folgende Sieben-gegen-fünf, sieben Offensive gegen eine Abwehrkette. „Das war vor allem für die Verteidiger anstrengend, weil sie nur kurze Pausen hatten.“ Wer sich besser angestellt hatte, die Angreifer oder die Defensivreihe? „Beide haben es gut gemacht“, sagte Fischer, wobei die Kette in der Bewertung ein bisschen besser wegkam. „Sie hat nicht viel zugelassen.“ Einen klasse Job machten erneut der junge Rael Nakuzola, aus der U19 von RW Essen zur Mainzer U23 gekommen, und der dorthin schon 2024 von Schwarz-Weiß Essen gewechselte Taiyu Yamasaki. Szenenapplaus für Monstergrätsche Der Japaner sorgte denn auch für d i e Aktion des Tages, indem er einen Schrägschuss aus vier Metern Entfernung des freistehen Marco Richter mit einer Monstergrätsche ins Aus bugsierte. Der Szenenapplaus von der Tribüne war ihm sicher. In dieser Konstellation sei es nicht einfach, gegen einen gut formierten Defensivverbund ein Tor zu erzielen, räumte der Trainer ein. Eine etwas größere Ausbeute hätte er sich allerdings erhofft. „Da geht es dann um Präzision auf den letzten 20, 25 Metern“, die hatte er bisweilen vermisst. „Eine Flanke muss über den ersten Mann hinweg kommen, sonst kann es nicht gefährlich werden.“ Ungeachtet dessen war zu erkennen: Die Aktionen erfolgen inzwischen in höherem Tempo, „wir sind spritziger geworden“. Im Test gegen Shabab Al Ahli in Kufstein geht es Fischer vor allem um die Basics. Als da wären: „Kompaktheit, Organisation, dass die Spieler die Dinge, die sie machen, gemeinsam machen, sich nicht teilen. Und dann gibt es Raum für Kreatives.“ An diese zentralen Punkte müssten sich seine Akteure halten, „sonst wird es wild“. Test ohne Mwene und Hollerbach Diese Themen rückt Fischer auch wegen der zahlreichen Neulinge im Kader und wegen der nach und nach zurückgekehrten WM-Fahrer in den Vordergrund. Letztere kennen seine Prinzipien zwar aus der vorigen Saison, „aber wir haben uns über zwei Monaten nicht gesehen, und gewisse Dinge verliert man dann aus dem Kopf und muss sie wieder einüben.“ Phillipp Mwene, am Donnerstag ins Training eingestiegen, ist für diese Partie ebenso wenig ein Kandidat wie Benedict Hollerbach, der inzwischen zwar größere Teile des Mannschaftstrainings mitmacht, aber beispielsweise beim Sieben-gegen-fünf noch außen vor war. Der Stürmer selbst hat sich zwar sechs Monate nach seinem Achillessehnenriss zum Ziel gesetzt, im ersten Pflichtspiel einsatzfähig zu sein, sein Trainer jedoch empfindet dies als „ein bisschen euphorisch“. „Ich will Holle das Positive nicht nehmen, aber es gilt vernünftig zu sein“, sagt Fischer. „Wenn es so sein sollte, dass er im Pokal oder zum Bundesligaauftakt dabei sein könnte, wäre es umso schöner, aber das ist ein sehr sportliches Ziel.“ Anzeige Anzeige Anzeige Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)