Bundesliga | Peter H. Eisenhuth | 01.08.26

„Grenzen sind verschiebbar“

NEUES AUS DEM BRIXENTAL (11) | Trainieren kann man in einem Trainingslager viel, aber was bringt das am Ende gegen einen echten Gegner? Einen ersten Eindruck bekamen die Spieler des FSV Mainz 05 im ersten Testspiel gegen Shabab Al-Ahli aus Dubai. Eric Martel wird mehrere Wochen ausfallen.
Über-die-Grenzen-Gänger in der Grenzlandarena: Phillip Tietz.
Über-die-Grenzen-Gänger in der Grenzlandarena: Phillip Tietz. | Peter H. Eisenhuth

Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten

Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder.

 

Kufstein. Gut gelaunt und nahezu in Plauderstimmung trat Phillip Tietz nach den 90 Minuten gegen Shabab Al-Ahli Dubai (→ Zu viel gelaufen) in die improvisierte Mixed Zone in der Kufsteiner Grenzlandarena. Aus seinem Herzen machte der Stürmer keine Mördergrube. „Die Beine waren schwer, der Kopf war müde“, schilderte Tietz die allgemeine Verfassung, seine und die seiner Mitspieler.

Hinter ihnen lägen „echt anstrengende Tage“, aber: „Das gehört dazu in der Vorbereitung, vor allen Dingen im Trainingslager.“

Die Folge: Ein äußerst zähes 1:0 gegen den Gegner aus den Emiraten. „Da musst du über die Grenzen gehen, und das haben wir getan. Und so erarbeitest du dir eine Grundfitness für die Saison“, sagte der 29-Jährige.

Psychologisch vorteilhaft

Das mit den Grenzen mag schon so sein, meinte später Trainer Urs Fischer, ergänzte aber ausdrücklich: „Grenzen sind verschiebbar.“ Womit er deutlich machen wollte, dass nicht alles an diesem Nachmittag auf die Müdigkeit zu schieben sei: „Wir sind zu viel gelaufen. Das hatte aber vor allem mit uns zu tun, weil wir im Spiel mit dem Ball nicht präzise genug waren.“

„Wir standen nicht gut“, befand auch Phillip Tietz mit Blick auf die erste Halbzeit. Nach einer Steigerung in der zweiten Hälfte habe sei der Sieg aber verdient gewesen.

Dass auch ein schnöder 1:0-Sieg in der Vorbereitung einen psychologischen Vorteil mit sich bringen kann, darauf legte Tietz Wert. „In der vorigen Saison hatten wir ein paar Spiele, in denen wir geführt, aber es nicht über die Linie gebracht haben, weil wir nervös geworden sind.“ Zum Beispiel beim 2:2 bei Union Berlin oder beim 1:2 in Köln. „Daran musst du arbeiten.“

Innenbanddehnung bei Martel

Der zweite Durchgang gegen Shabab Al-Ahli habe jedoch die Rückrunde widergespiegelt. „Wir haben es geschafft, die Null zu halten, haben es geschafft, vorne weiter anzulaufen. Und das ist dann auch schon mal ein positives Fazit.“

Eric Martels nach wenigen Minuten erlittene Verletzung hat sich als Innenbandverletzung im rechten Knie herausgestellt. Das haben entsprechende Untersuchungen im Krankenhaus in Kufstein ergeben. Der defensive Mittelfeldspieler wird in den nächsten Wochen nicht zur Verfügung stehen.

Die Ausfallzeit richte sich nach dem individuellen Heilungsverlauf, schreibt der Verein auf seiner Homepage. Vorzeitig aus Hopfgarten abreisen wird Martel aber nicht. Er bleibt in Hopfgarten und wird wie geplant am Mittwoch mit der Mannschaft nach Mainz fahren.

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