Oberliga | Peter H. Eisenhuth | 23.03.14

Gefahr erkannt, aber nicht gebannt

Fußball-Oberligist SV Gonsenheim unterliegt beim SV Mehring 2:3 (0:2). Obwohl die gegnerische Kopfballstärke bei Standards bekannt war, fielen zwei Gegentore nach Eckbällen.
Auch Damir Bektasevic beteiligte sich in Mehring daran, Gonsenheimer Großchancen auszulassen.
Auch Damir Bektasevic beteiligte sich in Mehring daran, Gonsenheimer Großchancen auszulassen. | Eva Willwacher

Mehring. Da besteht Redebedarf. „Dieses Spiel müssen wir unter der Woche aufarbeiten“, sagte Jörg Jansohn, der Trainer des SV Gonsenheim, nach der 2:3 (0:2)-Niederlage beim SV Mehring. Zwar bezeichnete er das Ergebnis als „total unverdient“ und „sehr unglücklich zustande gekommen“ – aber, und das war ihm sauer aufgestoßen, „wir waren trotzdem selbst daran schuld“.

Was Jansohn ärgerte, war zum einen die Tatsache, dass seine Mannschaft eine Vielzahl hochkarätiger Torchancen ungenutzt gelassen hatte. Zum anderen bemängelte er die ungenügende Zuteilung bei Standardsituationen. Obendrein habe sein Team in der ersten Halbzeit die Ordnung verloren. „Gegentore“, monierte der Trainer, „beeinflussen uns momentan noch zu sehr.“

Kein Gegner in der Nähe, aber Elfmeter

Der erste Gegentreffer war allerdings einer, bei dem der SVG-Coach die zugrunde liegende Regel infrage stellte. Linksverteidiger Jo Inoue war am Strafraumeck ausgerutscht, mit der Hand auf den Ball gefallen, „und obwohl überhaupt kein Gegner in der Nähe war, hat der Schiedsrichter Elfmeter gepfiffen. Ich weiß nicht, ob so etwas sein muss“. Der Mehringer Kapitän Sebastian Ting dürfte sich diese Frage nicht gestellt haben – er verwandelte in der 20. Minute zur Führung der Gastgeber.

Bis dahin, berichtete Jansohn, habe seine Mannschaft das Spiel im Griff gehabt und sich dem gegnerischen Tor zumindest durch zwei Standards gefährlich angenähert. „Dass die Mehringer ohne eine einzige Torchance plötzlich führten, hat uns für einen Moment geschockt“, sagte Jansohn. Und es kam noch schlimmer: Obschon in der Mannschaftssitzung die Kopfballstärke der Gastgeber bei Ecken und Freistößen behandelt worden und auch Namen genannt worden waren, fiel acht Minuten später das 0:2 durch Amodou Abdullei. Nach einem Eckball. „Wir wussten, dass er das kann, aber wir haben nicht ernsthaft genug gedeckt“, sagte Jansohn.

Keyhanfar trifft nach zwei Minuten

Auch wenn Ertan Ekiz einen Pfostentreffer verbuchte: Nach den beiden Gegentoren habe seine Mannschaft sich nicht mehr besonders geschickt angestellt. Bis zur Pause lief bei den Gonsenheimer kaum noch etwas zusammen.

Das änderte sich allerdings komplett mit Beginn der zweiten 45 Minuten. Jansohn stellte auf zwei Dreierreihen um, eine in der Abwehr, eine im Sturm. Und der für Inoue gekommene Babak Keyhanfar („Den hatte der Gegner noch nicht auf der Rechnung“) erzielte nach Flanke von Stefano Pennella auch prompt den Anschlusstreffer (47.).

Was danach folgte, ließ den Gonsenheimer Trainer ein wenig verzweifeln. Seine Kicker erspielten sich reihenweise Großchancen, die sie aber „teilweise kläglich, teilweise überhastet“ vergaben. „Zweimal hat der Mehringer Torwart überragend gehalten“, erzählte Jansohn. Alleine Aleksandar Petreski hatte zwei Möglichkeiten zum Ausgleich („Normalerweise macht er die“), Damir Bektasevic hätte wenigstens einmal treffen müssen.

Wieder darf einer ungehindert köpfen

Dennoch schien alles gut zu werden. Es lief die 77. Minute, als der Ball nach einer Ecke Jonas Raltschitsch vor die Füße fiel und der SVG-Innenverteidiger die Gelegenheit nutzte. „In dem Moment waren sich alle, auch die Gegner, sicher, dass wir auch noch ein drittes Tor machen würden“, berichtete Jansohn. Der eingewechselte Benjamin Vladic hätte die Realität den Vermutungen anpassen können, scheiterte aber freistehend an Torhüter Philipp Basquit.

Und dann leisteten sich die Gonsenheimer denselben Fehler wie beim zweiten Gegentreffer: Zwar war die Zuteilung abgesprochen, aber der vorab als kopfballstark benannte Andreas Hesslein kam dennoch mit der Birne an die Quetsche – und die Gonsenheimer lagen 2:3 zurück (83.).

„Dieses Spiel zu verlieren, war mehr als ärgerlich“, sagte Jörg Jansohn. „Auch mein Kollege aus Mehring konnte sich diesen Ausgang nicht erklären.“ In der nächsten Trainingseinheit wird Jansohn mit seinen Spielern nach Antworten suchen.

SV Gonsenheim: Krause – Sari, Raltschitsch, Ridder, Inoue (46. Keyhanfar) – Pennella (84. Kirn), Ekiz, Wilhelm, Bektasevic – Petreski (59. Vladic), Güclü.

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