Rheinhessenliga | Peter H. Eisenhuth | 17.05.26

Mit Siegen im Rücken ins Derby

Schon nach den Einzeln ist die Partie des MTV 1817 Mainz gegen RW Worms in der Tennis-Rheinhessenliga entschieden. Die DJK TV Mainzer Sand landet gegen Bürgerweide Worms mit 6:3 ihren zweiten Erfolg. Am Sonntag treffen die beiden Mainzer Klubs aufeinander.
Mars Hippchen freute sich über das 6:3 der DJK gegen Bürgerweide Worms und über seinen Zweisatzsieg...
Mars Hippchen freute sich über das 6:3 der DJK gegen Bürgerweide Worms und über seinen Zweisatzsieg... | Peter H. Eisenhuth
...gegen Thorben Reck im Duell der Einser.
...gegen Thorben Reck im Duell der Einser. | Peter H. Eisenhuth
Jens Albrecht, eigentlich bei den Herren 30 der DJK beheimatet, musste sich...
Jens Albrecht, eigentlich bei den Herren 30 der DJK beheimatet, musste sich... | Peter H. Eisenhuth
...Niklas Lippe in zwei Sätzen beugen.
...Niklas Lippe in zwei Sätzen beugen. | Peter H. Eisenhuth

Mainz. Ruben Stettler befand sich auf dem Weg zu einer krachenden Niederlage. Jedenfalls musste man das denken, wenn man ihm nur zuhörte. Der Neuzugang des MTV 1817 Mainz haderte mit seinem Spiel, kritisierte sich ein ums andere Mal und bescheinigte sich, „wie ein Vollidiot“ mit Schläger und Ball umzugehen.

Wer Stettler jedoch im Match gegen Frank Saur beobachtete, dem offenbarte sich eine Wort-Bild-Schere: Zu keinem Zeitpunkt lief er Gefahr, den Platz als Verlierer zu verlassen, vielmehr trug er mit einem souveränen 6:1, 6:1 zum 8:1-Mannschaftserfolg bei. „Ruben hatte mir schon vor der Saison gesagt, dass er immer redet, egal ob es läuft oder nicht“, erzählte Darius Gutte lachend.

Der Kapitän selbst gab, wie schon beim Saisonauftakt gegen David Ebers (Bürgerweide Worms), als er beide Sätze im Tiebreak gewann, den Langstreckenspieler. Dabei sah es gegen Julian Djabarian nach einem glatten Erfolg aus, Gutte lag mit 6:2 und 5:2 vorne. Und dann? „War ich mit dem Kopf schon auf der Bank, statt den letzten Punkt zu Ende zu spielen.“

Im Matchtiebreak konzentriert

Djabarian verkürzte auf 5:3, holte sich auch das nächste Spiel, „und bei 5:5 fängst du dann an zu denken“, sagte der Mainzer, dem die Spielweise seine Kontrahenten Probleme bereitete. „Er hat viele Bälle ohne Tempo reingestellt, dazu hohe Bälle, die auf dem nassen Platz immer schwerer wurden.“

Und Gutte wurde nervös. Den Tiebreak gab er nach 4:2 mit 4:7 ab – keine guten Aussichten für den Matchtiebreak, in dem er allerdings konzentriert blieb und mit 10:7 reüssierte. „Am Ende waren wir über eine halbe Stunde die einzigen, die noch gespielt haben.“

Entgegen der ursprünglichen Planung, die neue Regelung auszunutzen und es, sollte die Entscheidung nach den Einzeln gefallen sein, bei diesem Ergebnis zu belassen, entschieden sich beide Mannschaften doch dafür, auch die Doppel auszutragen. Die Mainzer Überlegenheit schlug sich auch darin nieder, aus dem 5:1 wurde ein 8:1.

Mit den Spaniern klar im Vorteil

Als stärker als die bisherigen Gegner schätzt Darius Gutte die DJK TV Mainzer Sand ein, bei dem die 1817er am Sonntag (9.30 Uhr) gastieren. Die Favoritenrolle liegt dennoch bei ihnen. „Als wir das bislang letzte Mal gegeneinander gespielt haben, bin ich an Eins auf Darius getroffen“, sagt DJK-Kapitän Mats Hippchen, „jetzt steht er an dritter Position, weil sie vorne ihre beiden Spanier haben. Damit sind sie klar im Vorteil.“

Immerhin stehen die Mombacher nicht unter Druck, dieses Derby unbedingt gewinnen zu müssen, das 6:3 gegen Bürgerweide Worms hat ihre Situation etwas entspannt. Dem Mannschaftsführer gelang sein erster Saisonsieg, Zweifel daran gab es von Beginn an nicht. „Endlich hat’s geklappt“, sagte er nach dem 6:2, 6:2 gegen Thorben Reck.

Sein Bruder Tim hatte seinen Infekt zwar noch nicht auskuriert, „sich aber netterweise auf den Platz gestellt“ – und trug sowohl im Einzel gegen Simon Schmeiser als auch im Doppel mit Joshua Kloß gegen Schmeiser/Lippe zum Mannschaftserfolg bei. „Danach ist er aber sofort nach Hause und hat sich wieder ins Bett gelegt.“

Vier Einzel als Basis

Pech hatte Maximilian Rohde, der David Ebers im Matchtiebreak mit 8:10 unterlag. „Maxi war der bessere Spieler, er blieb bis zum Schluss mutig, während sein Gegner die Bälle nur reingeeiert hat. Leider wurde das bessere Tennis nicht belohnt.“

Die zweite Einzelniederlage der Mombacher steckte Jens Albrecht, Leihgabe der Herren 30 ein, der gegen Niklas Lippe weitgehend chancenlos war. „An einem guten Tag kann er sein Match enger gestalten“, kommentierte Hippchen das 2:6, 3:6. „Der Gegner hatte vor zwei Jahren aber auch noch an zweiter Position gespielt.“

Mit vier gewonnenen Einzeln war die Basis gelegt, Rohde und Kian Kohl fügten einen zweiten Doppel-Punkt hinzu – für einen „sehr wichtigen Sieg, um in der Liga zu bleiben“, wie Mats Hippchen sagte. Dass außer ihm alle seine Mitstreiter die schlechteren LK-Werte aufwiesen als ihre Kontrahenten, hatte man einzig im Match an Position fünf gemerkt. „Aber wahrscheinlich spielen die Wormser mehr Turniere als wir. Dafür belohnt das System dich ja relativ schnell.“

Als sein Match bereits gewonnen schien, verlor 1817-Kapitän Darius Gutte die Konzentration und musste...
Als sein Match bereits gewonnen schien, verlor 1817-Kapitän Darius Gutte die Konzentration und musste... | Peter H. Eisenhuth
...gegen Julian Djabarian in den Matchtiebreak, den er aber erfolgreich gestaltete.
...gegen Julian Djabarian in den Matchtiebreak, den er aber erfolgreich gestaltete. | Peter H. Eisenhuth
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Sehr selbstkritisch, aber erfolgreich: 1817-Neuzugang Ruben Stettler.
Sehr selbstkritisch, aber erfolgreich: 1817-Neuzugang Ruben Stettler. | Peter H. Eisenhuth
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