David Kulessa | 29.06.2017

Ein Gewinn für alle Beteiligten

Malteser und ihre Kooperationspartner feiern einjähriges Bestehen des „Spitzensport-Projekts“.
Hoch das Bein: Auch Kickboxen gehört zum Angebot des "Spitzensport-Projekts".
Hoch das Bein: Auch Kickboxen gehört zum Angebot des "Spitzensport-Projekts". | Bernd Eßling
Mein Freund ist aus Leder: Ein Fußballturnier durfte selbstverständlich nicht fehlen.
Mein Freund ist aus Leder: Ein Fußballturnier durfte selbstverständlich nicht fehlen. | Bernd Eßling
Und wer gerade nicht mitspielte, verfolgte das Geschehen auf dem Kunstrasen aufmerksam, sofern nicht der Fotograf für Ablenkung sorgte.
Und wer gerade nicht mitspielte, verfolgte das Geschehen auf dem Kunstrasen aufmerksam, sofern nicht der Fotograf für Ablenkung sorgte. | Bernd Eßling

Mainz. Behrouz Asadi ist sichtlich zufrieden. Das Sportbegegnungsfest war ein voller Erfolg. „Es war, wie wir es uns vorgestellt haben“, freut sich der Flüchtlingskoordinator der Malteser in Mainz über den Verlauf der Veranstaltung auf dem Sportplatz des FC Vorwärts Orient in der Albert-Schweitzer-Straße.

Vor einem Jahr hat Asadi das „Spitzensport-Projekt“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel, Flüchtlinge durch den Sport schneller in die Gesellschaft zu integrieren. Dafür ging der gebürtige Iraner auf mehrere Klubs zu, um deren Interesse zu wecken. „Es war toll, wie viele Vereine sich sofort bereiterklärt haben, bei dem Projekt mitzumachen“, erzählt Asadi.

Entsprechend breitgefächert ist die Auswahl der Sportarten: Vorwärts Orient beteiligt sich mit seiner Fußball- und Volleyballabteilung, die Basketballer des ASC Mainz machen ebenso mit wie die Leichtathleten des TSV Schott. Der ASV Mainz 88, der jungen Schülern schon seit Jahren mit seinem Projekt „Raufen nach Regeln“ den Kampfsport samt Fairnessgedanken näherbringt, hat Ringen und Kickboxen im Angebot. Auch Schwimmen und Inlineskaten können die Flüchtlinge dank der Malteser und ihrer Kooperationspartner betreiben.

Pokale für die Klubs

Auch beim Fest konnten sich die Besucher in vielen Sportarten ausprobieren. Als Dank für die Vereine und ihre Mitarbeit bei der Integration von Flüchtlingen übergab Asadi den Verantwortlichen am Sonntag einen Pokal. „Es ist eine gute Sache für alle Beteiligten“, sagt der Initiator, denn die Malteser wiederum unterstützen die Klubs zum Beispiel mit Trikotsätzen oder Trainingsutensilien. „Und durch ihr Engagement bekommen die Vereine auch ein Stück weit neue Identitäten.“

Für Behrouz Asadi geht es bei dem Projekt um deutlich mehr als nur den Sport: „Wir haben vor allem eine soziale Verantwortung. Wir wollen Leute aus verschiedenen Kulturkreisen zusammenbringen.“ Mit Erfolg, wie er voller Stolz hinzufügt: „Viele Teamkameraden sind inzwischen Freunde geworden und verbringen Teile ihrer Freizeit zusammen.“

Ärmel hochkrempeln

Beim Thema Integration ist für Asadi ohnehin klar, dass diese nur gelinge, „wenn wir alle die Ärmel hochkrempeln und zusammenarbeiten, Flüchtlinge und Deutsche“. Dass der Sport das beste Beispiel für die Bereicherung der Gesellschaft durch Zugewanderte sei, habe sich im ersten Jahr ebenfalls gezeigt. „Bei den Flüchtlingen gibt es so viel Talent und Interesse am Sport. Und welcher Verein freut sich nicht über ehrgeizige und fähige Mitstreiter?“

Auch Bürgermeister Günter Beck (Grüne) war voll des Lobes. „So kommt Integration voran“, freute sich Sportdezernent. Und damit die Malteser mit ihren Unterstützern auf diesem Weg weitergehen können, „ist jede Spende willkommen“, sagt Asadi.

 

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