Bezirksliga | Gert Adolphi | 10.03.14

Der Siegtreffer war längst überfällig

In der Fußball-Bezirksliga arbeitet sich der TSV Schott Mainz II durch ein 1:0 gegen den TSV Gau-Odernheim auf einen Punkt an den Tabellenzweiten heran. Das einzige Tor des Verfolgerduells erzielte Martin Willmann in der 72. Minute.
Nicht nur den Ball, sondern auch den zweiten Platz im Blick: Der TSV Schott II ist ganz eng an den TSV Gau-Odernheim herangerückt.
Nicht nur den Ball, sondern auch den zweiten Platz im Blick: Der TSV Schott II ist ganz eng an den TSV Gau-Odernheim herangerückt. | Foto: Eva Willwacher

Gonsenheim. In der letzten Viertelstunde büßte der TSV Schott Mainz II etwas von der Souveränität ein, die er zuvor durchweg ausgestrahlt hatte. Einen knappen Vorsprung über die Zeit zu bringen, ist eben etwas anderes, als bei ausgeglichenem Spielstand auf die Führung zu drängen. „Das liegt in der Natur des Fußballs“, erklärte Patrick Rudolf die leichten Unsicherheiten, die sein Team in der Schlussphase offenbart hatte.

Der Schott-Spielertrainer konnte das mit einem breiten Lächeln feststellen. Denn alles war gutgegangen. Die Mainzer hatten das Verfolgerduell der Bezirksliga auf heimischem Kunstrasen mit 1:0 gegen den TSV Gau-Odernheim gewonnen und sich damit bis auf einen Punkt an den Tabellenzweiten herangearbeitet.

Nur 20 ausgeglichene Minuten

Nur in den ersten 20 Minuten war das Kräfteverhältnis in etwa ausgeglichen gewesen. Die Gau-Odernheimer versuchten, ganz früh zu pressen und die Gastgeber zu Fehlern zu zwingen. Doch mehr und mehr übernahmen die Schottler das Kommando und drängte den Kontrahenten zurück. Angriffsaktionen der Gäste wurden zu einer Rarität. „Ich hätte gedacht, dass die Gau-Odernheimer mehr das Spiel machen“, wunderte sich Rudolf in der Nachbetrachtung. Die Zurückhaltung der Gäste war zum einen der druckvollen, grundsoliden Vorstellung seines Teams geschuldet, zum anderen hofften sie wohl, das 0:0 über die Zeit zu bringen.

Es entwickelte sich ein Geduldsspiel. Die Mainzer erarbeiteten sich zwar keine Chancen im Minutentakt, doch Möglichkeiten, durch eine Führung die Gäste zu zwingen, den Abwehrverbund etwas zu lockern, gab es genug. „Wir hatten das so vorhergesehen“, sagte der Schott-Spielertrainer. „Wir haben nicht aufgemacht, haben die Ruhe bewahrt und sind nicht hektisch geworden.“ Es dauerte bis zur 72. Minute, ehe der entscheidende Treffer gelang: Martin Willmann verwertete eine Flanke von Malte Begerau per Direktabnahme.

Heidenmann: Schott hat den Sieg verdient

Holger Heidenmann führte das Tor zwar auf eine Unachtsamkeit seiner Abwehr zurück. Doch auch der Gau-Odernheimer Trainer musste einräumen: „Aufgrund des Spielverlaufs geht das Ergebnis in Ordnung. Spielerisch waren die Mainzer schon den Tick besser. Schlussendlich war ihr Sieg verdient.“ Über diese Einschätzung gab es keine zwei Meinungen. Es kann auch nicht ausbleiben, wenn eine Mannschaft permanent die gegnerische Defensive unter Druck setzt, dass dieser dann irgendwann ein Fehler unterläuft.

Das 1:0 hätte viel früher fallen können. Daniel Brixius peilte bei einem Freistoß den Torwinkel an, traf aber nur die Unterkante der Latte (17.). Ex-Profi Willmann prüfte Daniel Diel mit einem Schuss aus spitzem Winkel, doch der Gau-Odernheimer Keeper war im bedrohten kurzen Eck (20.). Eine Mehrfachchance in der Nachspielzeit der ersten Hälfte schloss Begerau ab, traf aber nur einen gegnerischen Feldspieler, der auf der Torlinie rettete. Eine Volleyabnahme des gleichen Spielers blockte der Torwart (58.). Ein Kopfball von Marcel Heeg aus sechs Metern war gut platziert, doch es fehlte der nötige Druck (60.). Heeg und Jakob Friesen vergaben in ein und derselben Szene (61.). Willmanns Treffer war längst überfällig.

Marco Günther hatte nicht viel zu tun

Bis dahin waren die Gau-Odernheimer gerade zweimal gefährlich vor dem Tor von Marco Günther aufgetaucht. Einen Freistoß von Trainersohn Marc Heidenmann aus 30 Metern drehte der Keeper mit den Fingerspitzen noch um den rechten Pfosten (33.). Günther musste noch einmal retten, als er einen hohen Ball verpasst hatte (45.). Nach der Schott-Führung bekam der Schlussmann mehr zu tun. Problematisch wurde es nach Ecken. Da Günther nicht über Gardemaß verfügt, fehlt ihm im Strafraum die Lufthoheit. Doch seine Vorderleute räumten alles ab, was vor das Tor gesegelt kam. Den Rest erledigte Günther ohne große Schwierigkeiten. „Viel haben wir nicht zugelassen“, konnte Rudolf zu Recht feststellen.

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