Oberliga | Guido Steinacker | 26.01.15

Den Punch verpasst und dann allzu schnell abhängen lassen

An wenigen Sequenzen lag es, dass der TV Nieder-Olm sein Auswärtsspiel bei der TSG Friesenheim II nicht so erfolgreich zu Ende bringen konnte, wie es zwischenzeitlich möglich schien. Der Handball-Oberligist wartet nach dem 26:33 (13:14) weiter auf den ersten Auswärtserfolg.
Im Hinrundenspiel hatten Tino Stumps und der TV Nieder-Olm die TSG Friesenheim II von Anfang bis Ende im Griff. Beim zweiten Aufeinandertreffen begann der TVN ähnlich gut, verlor aber noch vor der Pause die Kontrolle über das Spiel.
Im Hinrundenspiel hatten Tino Stumps und der TV Nieder-Olm die TSG Friesenheim II von Anfang bis Ende im Griff. Beim zweiten Aufeinandertreffen begann der TVN ähnlich gut, verlor aber noch vor der Pause die Kontrolle über das Spiel. | Bernd Eßling

Friesenheim. Der Gegner war stärker als im Hinrundenspiel. Dennoch hätte es für den TV Nieder-Olm beim Rückrundenauftakt in der Handball-Oberliga der Männer bei Aufsteiger TSG Friesenheim II durchaus zur Wiederholung des Erfolges vom Einstiegswochenende reichen können. Doch nach dem 26:33 (13:14) muss der TVN der Tatsache ins Auge sehen, dass die wohl beste Chance für die kommenden Wochen, etwas für das Punktekonto zu tun, ungenutzt blieb.

„Ich war mir mit Udo einig, dass es zwei Knackpunkte gab, warum das nicht geklappt hat“, berichtete Trainer Michael Rink vom Analysegespräch mit Kollege Henß. Die erste ungünstige Sequenz ergab sich um die 20. Minute herum. Vor allem durch sehr konsequente Ausnutzung Nutzen der sich bietenden Chancen und viele erkämpfte Bälle hatten die Nieder-Olmer sich bis dahin einen 10:7-Vorsprung erarbeitet. Nun kassierten die Friesenheimer auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe. „Sie waren angeschlagen, aber wir haben es in den zwei Minuten nicht geschafft, ihnen den Punch zu versetzen“, bedauerte Rink. Stattdessen verkürzten die Gastgeber um einen Treffer. Direkt danach musste auch der TVN zwei Minuten in Unterzahl agieren – und nahm in dieser Phase den 10:10-Ausgleich hin.

Innerhalb weniger Minuten alles verspielt

Damit kam Rink („Immerhin haben wir bis zur Pause noch den Anschluss gehalten“) noch zurecht. Doch dann folgte nach dem Seitenwechsel der zweite Knackpunkt. „Wir hatten uns für die zweite Halbzeit viel vorgenommen, denn die Chance auf den ersten Auswärtspunkt war greifbar“, betonte der Trainer. Stattdessen aber legte sein Team einen 0:3 (13:17) und 3:10-Lauf hin (16:24). „Da haben wir innerhalb weniger Minuten zu viel verspielt“, ärgerte sich der Trainer. Mit der nachlassenden Leistung im Angriff schwächelte der TVN bald auch in der Abwehr. „Das bedingt sich, weil der Frust steigt und sich das auf die gesamte Mannschaftsleistung negativ auswirkt.“ Und so war nach diesem Fehlstart keine Hoffnung mehr, den Trend noch einmal umzukehren.

Nur etwas Gutes hatte das Wochenende somit für den TVN, wie Rink hervorhob. „Die Reihe der Auswärtsspiele mit Harz ist erst einmal vorbei.“ Als mittlerweile  Tabellendreizehnter stehen die Nieder-Olmer nur noch eine Position vor dem ersten  Abstiegsplatz. Ob mit oder ohne Harz: Wenn die Mannschaft weiterhin solche machbaren Spiele abgibt, wird sie sich wohl nicht oberhalb des Strichs halten. So erfolglos kann der aktuell auf dem 14. Rang liegende HV Vallendar auf Dauer gar nicht sein.

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