Bezirksliga | Gert Adolphi | 16.10.17 Die Absteiger stehen ganz oben Die Heimniederlage am Freitag kostete den bisherigen Bezirksliga-Tabellenführer TSV Zornheim zwei Plätze. Die TSG Hechtsheim und die SpVgg Ingelheim zogen vorbei. Karim Hadri geht mit der TSG Hechtsheim als Tabellenführer in den elften Spieltag. | Archiv/Eßling Rheinhessen. Die TSG Hechtsheim steht wieder an der Spitze der Fußball-Bezirksliga. Schon am Freitag gewann der Landesligaabsteiger gegen Schlusslicht TSV Gundheim und profitierte davon, dass der TSV Zornheim zur gleichen Zeit in einem denkwürdigen Heimspiel gegen den FSV Saulheim seine erste Saisonniederlage kassierte. Die TSG Pfedersheim II kann am Dienstag mit einem Sieg in Guntersblum noch mit den Hechtsheimern gleichziehen. Auch der FC Basara Mainz, dessen Heimspiel gegen die SVW Mainz abgebrochen wurde und der noch eine weitere Partie in Rückstand ist, kann auf dieselbe Punktzahl kommen. SV Klein-Winternheim – SpVgg Ingelheim 1:3 (1:2). Die Entscheidung fiel erst kurz vor Schluss durch einen Konter. „Das hätte nicht sein müssen“, beklagte SV-Trainer Mischa Lautenschläger die Niederlage. „Das war schade, wir haben vieles gut gemacht.“ Allerdings habe seine Mannschaft auch immer wieder Fehler eingestreut, die der Gegner bestrafte. „Die Diagonalbälle, die zu den ersten beiden Gegentoren führten, hätten wir besser verteidigen können“, sagte Lautenschläger. „In der zweiten Halbzeit waren wir spielbestimmend, haben es aber verpasst, den verdienten Ausgleich zu machen.“ Durch kurzfristige Ausfälle, unter anderem verletzte sich einer seiner Spieler beim Aufwärmen, musste der Trainer seine Taktik ändern. „Die Niederlage war am Ende unglücklich, aber auch verdient“, resümierte Lautenschläger. Tore: 0:1 Frederic Samtleben (6.), 1:1 Niclas Himioben (14.), 1:2 Valentin Girla (22.), 1:3 Adrian Lieber (86.). SV Italclub Mainz – VfL Gundersheim 3:0 (1:0). Die Gäste schossen einmal auf das Italclub-Tor; den Versuch aus 25 Metern entschärfte Schlussmann Christian Schweitzer mit einer Glanzparade. Ansonsten fand das Geschehen überwiegend in der Gundersheimer Hälfte statt. „In der ersten Halbzeit hatten wir 80 bis 90 Prozent Ballbesitz“, sagte der Mainzer Trainer Thomas Eberhardt. „Wir wissen, dass wir deutlich höher hätten gewinnen können. Den Schuh müssen wir uns anziehen.“ Drei-, viermal scheiterten seine Leute am Aluminium. „Auch für einen höheren Sieg gibt es nur drei Punkte“, hakte Eberhardt die mangelnde Effizienz als wenig entscheidend ab. Tore: 1:0 Marco Streker (25.), 2:0 Krystian Borowski (68.), 3:0 Vladimir Borovskij (77.). TSV Zornheim – FSV Saulheim 2:3 (1:0). Zwei Spieler, die erst während der Pause eintrafen, sicherten den Saulheimern diesen Sieg: der gerade aus England zurückgekehrte Jonas Kleinschmitt und – Überraschung – Oliver Schmitt. Trainer Jockel Weinz hatte seinen Vorgänger reaktiviert, und der war, nachdem er noch das eigene Training bei Fortuna Mombach geleitet hatte, nach Zornheim gedüst. Die beiden Eingewechselten erzielten jeweils mit der ersten Ballberührung ein Tor und drehten den 0:1-Pausenrückstand zur 2:1-Führung. Dirk Willems trug die erste Pleite seit seinem Amtsantritt mit Fassung. „Vielleicht war es ja ganz gut, dass wir verloren haben“, sagte der Zornheimer Trainer. „Der Druck, Tabellenführer zu sein, war hoch. Und dafür war es noch etwas zu früh.“ Die Gastgeber hatten vor rund 250 Zuschauern vor der Pause größere Spielanteile, die erste Chance aber erspielten sich die Saulheimer: Dennis Dziewior köpfte nach einer Viertelstunde ans Außennetz. Mit einem Freistoß brachte Hasan Yildiz die Gastgeber noch vor dem Gang in die Kabinen in Führung. „Mein Kollege Jockel Weinz hatte dann ein glückliches Händchen“, sagte Willems. „Meiner Meinung nach hat er das Spiel heute gewonnen.“ Weinz wechselt auch den Keeper aus Der Saulheimer Trainer wechselte zur Halbzeit nicht nur den Torwart – Frederic Gruschwitz kam für Murat Acar (Weinz: „Weil Murat undiszipliniert war“), – sondern brachte kurz darauf auch Kleinschmitt für Marc Burghardt. Nach dessen Ausgleichstreffer hätten die Zornheimer erneut in Führung gehen können, doch nach einem Foul an Alexander Mignogna setzte Yildiz den fälligen Strafstoß neben den Saulheimer Kasten. Jetzt schickte Weinz auch Schmitt aufs Feld, auch der war sofort erfolgreich, und Philip Krichten legte nur drei Minuten später per Freistoß das 3:1 nach. Mit einem Sonntagsschuss aus 25 Metern brachte Tim Müller die Gastgeber noch einmal heran. In der 90. Minute durfte auch Gruschwitz seine Einwechslung rechtfertigen: Mit einer Glanztat entschärfte er einen Schuss von Manuel Henss. Viel Kampf und lange Bälle „Es war eine tolle Fußballpartie“, bilanzierte Willems. „Es gab zwar viel Kampf und lange Bälle, aber es war ein schnelles Spiel.“ Ein Unentschieden wäre vielleicht das gerechtere Ergebnis gewesen, doch das sei auch beim eigenen 3:2-Sieg am vorigen Wochenende in Herrnsheim der Fall gewesen. Unter dem Strich habe seine Mannschaft auf diesem Weg aber einen Punkt mehr ergattert. „Dieses Spiel geht wegen seines Ablaufs in die Historie ein“, sagte Weinz. „Das war der Befreiungsschlag, den ich mir erwünscht hatte.“ Sein durchaus gewagter Matchplan sei aufgegangen. Er räumte ein, dass sein Team wohl verloren hätte, wäre Yildiz Elfmeter ins Tor gegangen. Tore: 1:0 Hasan Yildiz (45.), 1:1 Jonas Kleinschmitt (49.), 1:2 Oliver Schmitt (60.), 1:3 Philipp Krichten (63.), 2:3 Tim Müller (80.). Besonderes Vorkommnis: Hasan Yildiz (Zornheim) verschießt Foulelfmeter (58.) und sieht die Gelb-Rote Karte (88.). TSG Hechtsheim – TSV Gundheim 3:1 (1:1). Früh gerieten die Hechtsheimer nach einer Ecke in Rückstand. „Wir standen etwas unter Schock“, sagte TSG-Trainer Alfonso Sepe. „Der Gegner hat aber auch viel Mut bewiesen und hat uns das Leben schwer gemacht.“ Die Gundheimer verlegten sich auf die Defensive, um den Vorsprung zu verteidigen. Die TSG hatte zwar ein deutliches Übergewicht an Ballbesitz, schaffte es aber lange nur bis zur Strafraumgrenze. „Den finalen Pass hätten wir besser spielen können“, kritisierte Sepe. Der Ausgleich von Karim Hadri verschaffte den Hechtsheimern größere Sicherheit. Doch die Gäste lieferten ihnen einen großen Kampf. Der TSG-Trainer stellte in der Pause das System um und schickte seine Mannschaft statt mit einer Dreierkette im 4-1-4-1 in die zweite Hälfte. Zudem wechselte er Ricardo Schumann ein. Dem gelang der Führungstreffer, nachdem er zuvor schon mehrere gute Möglichkeiten ausgelassen hatte. Den Assist steuerte Haris Beslic bei. „Er hätte selbst schießen können“, sagte Sepe. „Aber Haris spielt sehr uneigennützig.“ Der ebenfalls eingewechselte Luca Serratore leitete mit einem langen Schlag fast aus dem eigenen Strafraum das 3:1 ein. Diesmal war Beslic der Nutznießer. Der 18-Jährige verwandelte eiskalt. Beslic und Hadri stehen nun gemeinsam an der Spitze der Torjägerliste. „Da gibt es aber kein Zeichen von Konkurrenz“, lobte der Trainer. „Beide spielen trotzdem sehr mannschaftsdienlich.“ Tore: 0:1 Rafael Staufer (4.), 1:1 Karim Hadri (34.), 2:1 Ricardo Schumann (73.), Haris Beslic (88.). SV Gimbsheim – SG Eintracht Herrnsheim 4:3 (3:1). Die Gimbsheimer verschafften sich mit dem Heimsieg Luft im Abstiegskampf. Die Partie hätte durchaus noch torreicher ausfallen können. „Es gab auf beiden Seiten jede Menge Pfosten- und Lattenschüsse“, berichtete SV-Betreuer Thomas Naab. „Mindestens zehn Mal hat es gerumst.“ Die Gastgeber seien nur einen Tick besser gewesen als der Aufsteiger. „Das Spiel war der Wahnsinn“, sagte Naab. „Beide Abwehrreihen waren schwach.“ Tore: 1:0 Dennis Seyfert (1.), 1:1 Dominik Brust (2.), 2:1 Dominick Schwarz (25.), 3:1 Rico Renner (40.), 3:2 Dominik Brust (46.), 4:2 Marvin Brand (ET, 63.), 4:3 Alexander Becker (90.). FC Basara Mainz – SVW Mainz abgebrochen. Beim Stand von 1:0 für die Gastgeber verletzte sich in der 27. Minute der Weisenauer Tim Gabel. Die erste Diagnose lautete Schienbeinbruch. Nach einer langen Unterbrechung wollten der Schiedsrichter und Basara die Partie fortsetzen, auf Wunsch der Gäste aber erfolgte der Abbruch. Die Sportgerichtsbarkeit muss jetzt entscheiden, ob die Begegnung neu angesetzt oder für Basara gewertet wird. Die letztere Lösung ist wahrscheinlicher. VfL Fontana Finthen – TSV Schott Mainz II 3:3 (1:2). Tore: 0:1 Andreas Göttsching (5.), 1:1 Andreas Ludwig (8.), 1:2 Andreas Göttsching (40.), 2:2 Oliver Herdt (63.), 2:3 Khaled Abou Daya (79.), 3:3 Deniz Arslan (90.+4). Besonderes Vorkommnis: Igor Heizmann (Schott) schießt Foulelfmeter an den Außenpfosten (37.). Siehe: Den letzten Pfeil hat die Fontana im Köcher Alle Artikel von Fußball (Amateure)