Rheinhessenliga | Peter H. Eisenhuth | 26.05.26 Aufstieg nach den Einzeln Mit 5:1 distanziert der MTV 1817 Mainz in der Tennis-Rheinhessenliga den TC BW Klein-Winternheim. Der Durchmarsch in die Verbandsliga ist nur noch Formsache. Liganeuling TSG Bretzenheim unterliegt bei Bürgerweide Worms mit 3:6. 30 Jahre und noch nie in der Verbandsliga: Das wird sich nächste Saison für Darius Gutte ändern. Nicht nur aus Altersgründen. | Archiv/Eßling Mainz. Der Aufsteiger bleibt seiner Linie treu: Auch das fünfte Saisonspiel entschied der MTV 1817 Mainz schon in den Einzeln für sich. Im mit Spannung erwarteten Rheinhessenligaduell mit dem TC BW Klein-Winternheim, dem einzigen Konkurrenten, der ihnen den Titel noch hätte abspenstig machen können, lagen Darius Gutte und seine Mitstreiter vor den Doppeln mit 5:1 uneinholbar vorne – auf deren Austragung beide Seiten angesichts der Hitze und dank einer zu dieser Saison eingeführten Regeländerung gerne verzichteten. „Wir hatten nicht erwartet, dass die Entscheidung so früh fallen würde“, sagte der Kapitän, räumte aber ein, Glück mit der gegnerischen Besetzung gehabt zu haben. Denn: Die Klein-Winternheimer waren ohne Julius Grimm und Yan Haid angetreten, ihre Nummern zwei und drei. „Wären sie komplett gewesen, hätte ich gegen Yan spielen müssen und sicherlich verloren“, sagte Gutte. „Hätte nur Julius gefehlt, hätte Carlos Martinez es gegen Yan wahrscheinlich hinbekommen.“ Munoz muss gegen Lenhard kämpfen So aber hielt es die spanische Nummer zwei des Tabellenführers gegen Hady Robubi wie bei zwei seiner vorherigen vier Einsätze: Martinez gab kein Spiel ab. Hingegen hatte sein Landsmann Alvaro Munoz im Spitzenspiel gegen Jonas Lenhard zu kämpfen. Der Klein-Winternheimer, in der deutschen U-16-Rangliste an 92. Stelle geführt, leistete heftigen Widerstand, Munoz gewann den ersten Satz vor zahlreichen Zuschauern knapp mit 7:5. Mitte des zweiten Durchgangs – in der Mannschaftswertung stand es bereits 4:1 – entspann sich ein Disput um den Spielstand. „Es wurde etwas lauter, weil die beiden unterschiedlich gezählt hatten“, berichtete Gutte. Wie die Diskussion endete, bekam er nicht mit, entscheidend aber war, dass Munoz sich mit 6:3 auch diesen Satz holte. Vorfreude auf einen „interessanten Ausflug“ Gutte selbst hielt es diesmal unspektakulär und schlug Noah Haid in zwei Sätzen, auf den hinteren Positionen hatten Ruben Stettler mit dem 14-jährigen Luis Weißfuß und Andrew McKellar gegen Liam Haid keine Mühe. Als einziger MTV-Akteur ging Kilian Schmidbauer leer aus; er unterlag Lukas Kirch mit zweimal 2:6. „Er hatte nicht seinen besten Tag erwischt“, sagte der Kapitän, „aber das kann passieren.“ Der Aufstieg ist damit nur noch Formsache; selbst wenn die Klein-Winternheimer ihre ausstehenden beiden Begegnungen mit 9:0 gewönnen, dürften sich die Mainzer beim Tabellenvorletzten TC Jugenheim eine 4:5-Niederlage leisten. Dass die die Verbandsliga angehen werden, wohlwissend, dass es qualitativ ein riesiger Sprung ist. „Ohne echte Verstärkungen wird es eine einjährige Angelegenheit, dann wird es uns ähnlich ergehen wie den Mombachern vor zwei Jahren“, sagt Gutte. „Aber es wird ein interessanter Ausflug, auf den wir alle Lust haben. Ich bin jetzt 30 und habe noch nie oberhalb der Verbandsliga gespielt. Umso mehr freue ich mich darauf.“ Ein Spanier bleibt, einer will wiederkommen Mit ihren Spaniern können sie voraussichtlich auch 2027 planen. Martinez steckt dann noch im Studium, und Munoz werde zwar in diesem Sommer in die Heimat zurückkehren, um das Hotel seines Großvaters zu übernehmen. „Aber er hat schon angekündigt, dass er für ein paar Spiele nach Mainz kommen will.“ TSG: Alle sollen aufschlagen dürfen So nahe war die TSG Bretzenheim 46 noch an keinem der bisherigen Spieltage ihrem ersten Sieg in der Rheinhessenliga gekommen. „Wenn Christian Niermann seinen Matchtiebreak gewinnt, ist in den Doppeln möglicherweise mehr drin“, kommentierte Mannschaftskapitän Johannes Schaeffer die 3:6-Niederlage bei Bürgerweide Worms. Mit 9:11 hatte sein Mannschaftskollege an sechster Position den dritten Durchgang abgegeben – im umgekehrten Fall hätte es nach den Einzeln unentschieden gestanden. Beim 2:4-Rückstand jedoch hätte die TSG schon alle drei Doppel für sich entscheiden müssen. „Das ist für uns nahezu unmöglich.“ Unterm Strich blieb dem Liganeuling einerseits die Freude über einen soliden Auftritt, bei dem sich alle Akteure mindestens gut verkauften, andererseits aber die Erkenntnis, dass der Klassenverbleib allenfalls möglich sein wird, wenn andere Klubs ihre Mannschaft zurückziehen oder A-Ligisten auf den Aufstieg verzichten. Burkhart hat den Durchblick Davon profitierte zuletzt beispielsweise der TC Jugenheim, das Schlusslicht der zurückliegenden Medenrunde und nächster Bretzenheimer Gegner. Um mehr als den vorletzten Rang wird es bei diesem Aufeinandertreffen kaum gehen, „aber selbstverständlich wollen wir gewinnen und nicht Letzter werden“, sagt Schaeffer. Vor der Saison und erneut nach den ersten Auftritten hatten die 46er beratschlagt, ob sie allwöchentlich mit ihrer Top sechs auflaufen oder alle Kadermitglieder ihre Einsätze bekommen sollen. Die Entscheidung fiel beide Male für das Rotationsprinzip: „Wir sind gemeinsam aufgestiegen, also gehen wir auch gemeinsam durch diese Runde“, bekräftigt der Kapitän. „Alle sollen die Möglichkeit erhalten, in der Rheinhessenliga aufzuschlagen.“ Sieben Matches gingen bislang aufs Bretzenheimer Konter, drei davon steuerte, bei nur einer Niederlage, Daniel Burkhart bei. Nicht ohne Grund: „Kein Witz, er hat sich eine Brille zugelegt und seinen alten Schläger durch einen neuen ersetzt“, sagt Schaeffer. „Seitdem spielt er ein paar LK besser, er hat einen ganz anderen Touch. Und natürlich kursieren die Sprüche, dass auch andere es mal mit einer Brille versuchen sollten…“ 1817-Spitzenspieler Alvaro Munoz musste gegen Jonas Lenhard hart kämpfen. | Archiv/Eisenhuth Anzeige 10:8 im Matchtiebreak: Felizian Maicher holte für die TSG Bretzenheim in Worms einen der beiden Punkte im Einzel. | Archiv/Eßling Anzeige Alle Artikel von Tennis