Bezirksliga | Gert Adolphi | 24.03.14

Ataspor ist wieder mittendrin statt nur dabei

In der Fußball-Bezirksliga straucheln zwei der Topteams, und der Abstiegskampf ist um eine Mannschaft reicher.
Der TSV Schott II (blau) unterliegt dem TSV Zornheim, der TSV Gau-Odernheim (weiß) macht Boden gut.
Der TSV Schott II (blau) unterliegt dem TSV Zornheim, der TSV Gau-Odernheim (weiß) macht Boden gut. | Archiv

Rheinhessen. Überraschende Ergebnisse in der Fußball-Bezirksliga: Zwei der drei Spitzenteams patzten. Tabellenführer TSG Hechtsheim kam in Gimbsheim nicht über ein Unentschieden hinaus, der drittplatzierte TSV Schott Mainz II verlor sein Heimspiel gegen den TSV Zornheim. Durch seinen Sieg bei der TSG Bretzenheim 46 rückte der TSV Gau-Odernheim auf fünf Punkte an die Hechtsheimer heran.

SV Gimbsheim - TSG Hechtsheim 1:1 (0:0).

Erst eine Minute vor Schluss gelang den Gästen der Ausgleich. „Der Zeitpunkt war ärgerlich“, sagte SV-Trainer Karlheinz Trumm. „Das Ergebnis wird aber beiden Mannschaften gerecht.“ Der Spitzenreiter ließen mehrere Möglichkeiten aus, der Gimbsheimer Ersatztorwart Hans Hamm parierte eine Reihe von Schüssen. „Die Hechtsheimer hatten sich wohl nicht vorstellen können, dass sie von uns so viel Druck bekommen“, sagte Trumm.

Tore: 1:0 Patrick Heinevetter (65., Foulelfmeter), 1:1 Kevin Frey (89.).

TSG Bretzenheim 46 - TSV Gau-Odernheim 0:1 (0:0).

Lange sah es nach dem ersten Punktgewinn für die 46er nach der Winterpause aus. Doch als Matthias Zech versuchte, im Strafraum Lukas Knell den Ball wegzuspitzeln, kam es zum Kontakt. Knell fiel. Der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt. Marc Heidenmann verwandelte. Danach traf der eingewechselte Bretzenheimer Paul Batteux noch den Pfosten (83.). „Wir haben im Moment etwas Pech“, sagte TSG-Trainer Timo Schmidt. „Aber das Spiel war eher ein Schritt nach vorne. Wir haben ab der Mittellinie attackiert, wir wollten die Gau-Odernheimer von unserem Tor weghalten. Das hat ganz gut geklappt. Wir hatten auch unsere Kontermöglichkeiten.“

Tor: 0:1 Marc Heidenmann (80., Foulelfmeter).

TSV Schott Mainz II - TSV Zornheim 1:2 (0:2).

Patrick Rudolf lamentierte nicht herum. „Die Zornheimer haben eine mega-geschlossene Mannschaftsleistung gebracht und uns nichts Zwingendes erlaubt“, sagte der Schott-Spielertrainer. „Sie haben sich den Sieg verdient.“ Bei seiner Mannschaft bemängelte Rudolf, dass sie es nicht schaffte, auf dem Platz das umzusetzen, was sie sich vorgenommen hatte. „Die letzte Entschlossenheit hat gefehlt“, sagte Rudolf. „Nächste Woche müssen wir aufstehen und wieder eine Serie starten. Im Grunde müssen wir jetzt alles gewinnen.“

Tore: 0:1, 0:2 Manuel Zortea (25., 40.), 1:2 Jakob Friesen (65.).

SG Eintracht Herrnsheim - TuS Marienborn 2:3 (0:2).

Die Marienborner setzen ihren Lauf fort. Mit dem dritten Dreier im dritten Spiel nach der Winterpause festigte der Aufsteiger seinen vierten Platz. „Der Sieg war glücklich“, räumte TuS-Trainer Guido Ritz ein. „Mit einem Unentschieden hätten wir auch zufrieden sein müssen.“ Das sah Franz Graber ähnlich. „Wenn wir zu elft geblieben wären, wäre die Chance, zu gewinnen, recht groß gewesen“, sagte der Herrnsheimer Coach. „Riesenkompliment an meine Mannschaft: Sie hat geackert, gekämpft, ist gelaufen. Das war erste Sahne. Auf dieser Leistung kann man aufbauen.“

In Unterzahl waren die Gastgeber allerdings schon in der dritten Minute geraten: Kosta Svanias hatte im Affekt seinen Ellbogen ausgefahren und sah für die Tätlichkeit Rot. Die Marienborner verwandelten zwei Strafstöße zur Pausenführung. Doch trotz eines Mannes weniger gelang der SG nach dem Wechsel der Ausgleich. Die Partie war sehr hektisch.

Graber gab dem Schiedsrichter eine Mitschuld, für Ritz wurde die Unruhe von den Zuschauern reingetragen. „Es kam viel niveaulose Emotionalität von außen“, sagte der TuS-Trainer. „Es war hart an der Schmerzgrenze. Ich nehme die drei Punkte, war aber froh, als ich wieder wegkam.“

Tore: 0:1, 0:2 Marco Jantz (8., 27./beides Foulelfmeter), 1:2 Bayram Kaplan (55.), 2:2 Gerlando Lauricella (72./Foulelfmeter), 2:3 Frank Berninger (83.). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Kosta Svanias (3., Herrnsheim) nach Tätlichkeit.

FSV Nieder-Olm - SG Nieder-Wiesen/Oberwiesen 4:2 (2:1).

Nach seiner langen Sperre war Matthias Cygon erstmals wieder für den FSV im Einsatz und zeigte mit drei Toren gleich, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Es waren die Treffer 99 bis 101, die Cygon binnen fünf Jahren für die Nieder-Olmer erzielt hat. „Wir waren über 90 Minuten dominant“, sagte Trainer Wolfgang Görlich. „Das 4:2 drückt unsere Überlegenheit nicht aus. Der Gegner hatte eigentlich fast eine optimale Ausbeute: drei Schüsse, zwei Tore und ein Lattentreffer.“ Tore: 0:1 Benjamin Daub (9.), 1:1 Matthias Cygon (20., Foulelfmeter), 2:1 Wladimir Tislenko (30.), 3:1, 4:1 Matthias Cygon (70., 85.), 4:2 Christoph Engert (90. +1).

TSV Gundheim - SV Guntersblum 3:0 (1:0).

Nach zwei Niederlagen in drei Spielen nach der Winterpause – unter anderem ein 1:6 in Nackenheim – bekam der ehemalige Titel-Mitfavorit aus Gundheim wieder die Kurve. Spielertrainer Matthias Gutzler war wieder an Bord. Der Torjäger vergab zwar drei gute Möglichkeiten, dafür trafen aber andere. „Wir haben uns deutlich rehabilitiert“, sagte TSV-Sprecher Frank Klaeger. „Nach der Roten Karte für die Gäste fast mit dem Pausenpfiff war die Partie in der zweiten Hälfte total einseitig. Am Ende war Guntersblum mit dem 0:3 gut bedient. Das hatten wir uns schwerer vorgestellt.“

Tore: 1:0, 2:0 Pascal Böß (30., 59.), 3:0 Florian Schömbs (70., Eigentor). Besonderes Vorkommnis: Rote Karte für Patrick Lohmann (Guntersblum) nach Tätlichkeit (45.)

Ataspor Worms - SpVgg Dietersheim 0:3 (0:2).

Süleyman Dönmez war bester Wormser; der Ataspor-Keeper bewahrte sein Team vor einer höheren Niederlage. „Wir waren ganz klar überlegen und hatten noch 13, 14 hundertprozentige Chancen“, berichtete der Dietersheimer Trainer und Abteilungsleiter Christian Wunderlich. „Unter dem Strich reichen uns die drei Treffer. Wichtig waren die Punkte. Ataspor ist im Abstiegskampf jetzt mit Sicherheit wieder mittendrin statt nur mit dabei.“

Tore: 1:0, 2:0, 3:0 Andreas Steinhauer (29., 36., 72.).

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