Bezirksliga | Gert Adolphi | 10.03.14

And the winner is ... TSG Hechtsheim

In der Fußball-Bezirksliga setzt sich der Tabellenführer beim viertplatzierten TSV Gundheim durch und profitiert von Gau-Odernheimer Niederlage beim TSV Schott II. Am Tabellenende wird es immer düsterer für den FC Nackenheim.

Mainz. Gewinner des Spieltags in der Fußball-Bezirksliga ist die TSG Hechtsheim. Die Verlierer heißen FC Nackenheim und TSV Stadecken-Elsheim. „So haben wir uns das gedacht“, sagte Tobias Rieger nach dem 2:0 (0:0)-Sieg seiner Elf beim TSV Gundheim. „Wir haben unsere Pflicht erfüllt.“ 

Zumindest auf dem Papier hatte es nach allem anderen als nach einer Pflichtaufgabe ausgesehen; der Spitzenreiter gastierte immerhin beim bisherigen Vierten. „Wir wollen aufsteigen“, schob Rieger deshalb hinterher. „Dann müssen wir gewinnen. Es war ein sehr wichtiges Spiel. Es war wegweisend.“ Die TSG profitierte zudem vom Heimsieg des TSV Schott Mainz II über den TSV Gau-Odernheim. Der Tabellendritte nahm dem -zweiten die Punkte ab. Damit vergrößerte sich der Vorsprung der Hechtsheimer auf den ersten Verfolger auf sieben Punkte. Zwei Ausrutscher darf sich die TSG somit erlauben, ohne die Tabellenführung zu verlieren. 

„Wir haben uns auf dieses Spiel vorbereitet“, sagte Rieger. Kurzfristige Ausfälle brachten das Konzept allerdings zunächst ins Wanken. Statt Stammkräften mussten Winterzugänge ins kalte Wasser springen. „Die neuen Spieler müssen sich erst reinfinden“, erläuterte der Hechtsheimer Coach. „Wir waren überlegen und hätten auch in der ersten Halbzeit das ein oder andere Tor schießen können. Kämpferisch und läuferisch war es aber top. So kann und muss es weitergehen.“ Die beiden Tore erzielten Karim Hadri (56.) und Marco Streker (68.).

Beim Vorletzten unter die Räder gekommen 

Der Trainerwechsel beim FC Nackenheim ist zunächst verpufft. Auch Christoph Wilfer, der neue Mann an der Linie, konnte nicht verhindern, dass das Schlusslicht bei der SG Eintracht Herrnsheim, dem bisherigen Vorletzten, mit 0:5 (0:2) böse unter die Räder kam. „Die Nackenheimer waren – gelinde gesagt – äußerst, äußerst harmlos“, urteilte SG-Trainer Franz Graber. „Das war von ihnen nichts Berauschendes.“ 

Für die Herrnsheimer geht es jetzt erst richtig los. „Das war nur der Anfang auf dem Weg zu unserem Ziel, nicht abzusteigen“, sagte Graber. „Von uns war es ein richtig gutes Spiel. Kämpferisch überragend, spielerisch noch verbesserungswürdig.“ Mohamed Ayache (15., 48.), Patrick Strzedula (36.), Kevin Ruh (75.) und Kosta Svanias (81.) schossen die Tore. Der Nackenheimer Malte Scholz sah Gelb-Rot (67.). Der FC hat damit fünf Punkte Rückstand auf seinen nächsten Nachbarn und sieben auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz.

Nach Derbyniederlage abgerutscht

Auf den vorletzten Platz ist die TSV Stadecken-Elsheim nach ihrer 0:1 (0:1)-Heimniederlage gegen den FSV Nieder-Olm abgerutscht. „Die Nieder-Olmer haben einen Big Point eingefahren und sich unten rausgeschafft“, sagte TSV-Sprecher Michael Roth. „Die haben sich verabschiedet. Wir sind unten drin und werden es bleiben – bis zum Schluss.“ Für ein Derby war die Begegnung äußerst friedlich. Der Schiedsrichter kam mit zwei Gelben Karten pro Mannschaft aus. „Es war ein bescheidenes Spiel von beiden Teams“, berichtete Roth. „Es war richtiger Abstiegskrampf mit wenigen Torchancen auf unserer Seite. Bei uns haben acht Stammspieler gefehlt, das kriegen wir dann nicht auf die Reihe.“ Das entscheidende Tor schoss Farhad Djamali. Nach einem Lattenschuss drückte er den Abpraller über die Linie (20.).

Im Wettbewerb, wer bester Aufsteiger wird, hat die TuS Marienborn die TSG Bretzenheim 46 überholt. Die Marienborner gewannen bei Ataspor Worms 2:0 (1:0). Die Wormser sahen sich in der ersten Hälfte als die überlegene Mannschaft, räumten aber ein, dass die Gäste den zweiten Abschnitt bestimmt hatten. Ganz wollte Guido Ritz dieser Einschätzung nicht folgen. „Die erste Halbzeit würde ich als ausgeglichen bezeichnen“, sagte der TuS-Trainer. „Es war ein typisches Spiel nach der Winterpause. Es lief bei uns noch ein bisschen zäh.“ Die Marienborner hatten einige Ausfälle zu verkraften. Unter anderem fehlte Trainersohn und Torjäger Dennis Ritz, der studienbedingt in Hamburg weilt und vorerst nicht zur Verfügung steht.

Timm Filtzinger fand den Schlüssel zum Sieg. Er eroberte den Ball, als die Wormser gerade in der Vorwärtsbewegung waren, steckte gleich durch auf Frank Berniger, der ins leere Tor einschob (42.). Der eingewechselte Milad Azar besorgte den Rest (81.). „Ataspor hatte konditionelle Probleme“, sagte Ritz. „Da kam in der zweiten Hälfte nicht mehr viel. Wir haben aber ihren Torwart warmgeschossen.“ 

Auf gute Vorbereitung folgt ein blöder Tag

Eine 1:4 (1:1)-Heimniederlage kassierten die TSG Bretzenheim 46 gegen den SV Guntersblum. „Das war von vorne bis hinten ein blöder Tag“, ärgerte sich Timo Schmidt. „Nach der guten Vorbereitung ist das ärgerlich. Spielentscheidend war die Rote Karte in der 32. Minute“ – eine Hinausstellung, die der TSG-Trainer als Fehlentscheidung ansah. Simon Gockel habe seinem Gegenspieler im Strafraum lediglich den Ball weggespitzelt. Den Elfmeter parierte Max Lippold zwar, doch nach einem Doppelschlag kurz nach der Pause konnten die Bretzenheimer in Unterzahl das Blatt nicht mehr wenden.

Simon Höss hatte die Gastgeber in Führung gebracht (13.), Felix Weber den Ausgleich geköpft (21.). Daniel Greiner (48.) und Lars Schneider (51.) sorgten für die Vorentscheidung. Roman Althen stellte den Endstand her. Die letzte Minute mussten die Bretzenheimer zu neunt überstehen, weil Tommy Tummers noch Gelb-Rot sah. „Die Guntersblumer haben eigentlich nur lange Bälle geschlagen“, sagte Schmidt. „Sie haben das Spiel sehr robust und zweikampfintensiv geführt. Damit kamen wir nicht klar, das müssen wir lernen.“ Am Sonntag fahren die 46er zum Derby nach Marienborn. Dann wird die Frage nach dem besten Aufsteiger neu gestellt.

 Etwas Anschubhilfe im Abstiegskampf leistete der TSV Zornheim der SpVgg Dietersheim. Der TSV verlor sein Heimspiel mit 3:4 (1:1). „Wir wussten, dass wir auf einen unbequemen Gegner treffen“, sagte TSV-Trainer Michael Horn. „Wir haben aber in vielen Phasen nicht dagegengehalten und individuelle Fehler gemacht. Drei der vier Gegentore waren Geschenke. Trotz allem hätten wir einen Punkt holen müssen.“ Florian Merchel hatte die Zornheimer in Führung gebracht (15.), Dennis Mastel glich per Foulelfmeter aus (27.). Mastel sorgte auch direkt nach dem Wechsel wieder für Jubel bei den Gästen (46.). Max Darmstadt stellte umgehend den Gleichstand wieder her (48.). Alind Abdullah (55.) und Arno Lemke (78.) sorgten für eine Vorentscheidung zugunsten der Dietersheimer. Thomas Schulz gelang per Foulelfmeter nur noch eine Ergebniskorrektur (85.).

Der SV Gimbsheim hat sich mit dem 3:2 (3:0)-Heimsieg über die SG Nieder-Wiesen/Oberwiesen etwas aus der Abstiegszone gelöst. Hidi Yildiz (17.), Shkembim Rrustemi (38.) und Robin Önder (41.) hatten die scheinbar komfortable Pausenführung herausgeschossen. Kevin Kreis verkürzte per Foulelfmeter (70.). Als Yildiz einen Handelfmeter, dessen Verursacher Daniel Schuster Rot sah, verschoss, wurde es noch einmal brenzlig (84.). Dirk Franz gelang aber nur noch der Anschlusstreffer (85.)

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