Bundesliga | Oliver Nieder | 02.08.26

Am Ende sind es nur elf

NEUES AUS DEM BRIXENTAL (14) | Nicht immer ist es ganz einfach, aus Trainingseinheiten und Testspielen den genauen Zustand einer Mannschaft herauszulesen. Eines scheint aber nach dem 3:3 gegen den italienischen Erstligisten Udinese Calcio klar zu sein: Ein Stürmerproblem hat der FSV Mainz 05 nicht.
Im Sturm des FSV Mainz 05 (M. Sheraldo Becker) sind viele Kombinationen möglich.
Im Sturm des FSV Mainz 05 (M. Sheraldo Becker) sind viele Kombinationen möglich. | Eva Willwacher

Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten

Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder.

 

Mittersill. Sheraldo Becker war am Ende. Die Beine? „Kaputt.“ Das Trainingslager? „Harte Arbeit.“ Die Vorfreude auf den sonntäglichen Ruhetag inklusive Sauna war dem Stürmer des FSV Mainz 05 im Gespräch am Spielfeldrand nach dem Test gegen Udinese Calcio anzusehen.

Ein weiterer Umstand dürfte Becker die Verschnaufpause versüßen. Mit seinen beiden Treffern war er maßgeblich daran beteiligt, dass der Bundesligist in der Vorbereitung auf die neue Saison nach dem 3:3 (1:3) ungeschlagen bleibt.

Denn Training her oder her: „Es geht um Tore“, erst recht für einen Stürmer. Und da tun Erfolgserlebnisse dieser Art schlichtweg gut, wie er nüchtern konstatierte. Dieses Gefühl gelte es mitzunehmen, ins nächste Training und ins nächste Spiel.

Stürmer in Torlaune

Nun können sich die 05er glücklich schätzen, neben Becker weitere Angreifer in ihren Reihen zu wissen, die fleißig ins Tor treffen. Neuzugang Ransford Königsdörffer steuerte den dritten Treffer gegen Udinese bei und bereitete beide Becker-Toren vor.

Phillip Tietz zeigte sich in der Testspielserie immer wieder in Torlaune. Und im Hintergrund lauern der talentierte 18-jährige Alynho Haidara sowie die Rekonvaleszenten Benedict Hollerbach und Silas.

Für Becker ist der Konkurrenzkampf kein Thema, das ihm Kopfzerbrechen bereitet. „Den habe ich mein ganzes Leben.“ Auch an seinen früheren Stationen wie Ajax Amsterdam oder Union Berlin habe es fünf, sechs Stürmer gegeben. „Ich weiß, was ich kann und das probiere ich zu zeigen. In jedem Spiel, in jedem Training. Konkurrenz gehört dazu.“

Jeder kann mit jedem

Vorne könne jeder mit jedem zusammenspielen, sagt der Niederländer mit surinamesischem Pass, und genau das will der Trainer befördern, indem er in den Test wechselnde Kombinationen wählt. In den Begegnungen während des Trainingslagers waren es Tietz/Haidara und Tietz/Debrah sowie Becker/Königsdörffer.

Zuvor gegen Holstein Kiel agierten Königsdörffer/Tietz und Haidara/Tietz sowie Becker/Haidara miteinander. „Es geht darum, zu variieren, nicht immer die gleichen Kombinationen aufzustellen“, sagt Fischer. „Dadurch gewöhnen sich die Jungs aneinander und wissen, wie der andere reagiert. Solche Automatismen sind wichtig.“

Fischer wird enttäuschen müssen

Fischer weiß schon jetzt, dass er vor dem DFB-Pokal beim VfB Krieschow Spieler enttäuschen werde. Nach eigenem Bekunden hat er es aber auch nicht leicht. „Ich tue mich immer schwer, am Ende elf aufzustellen, aber da spricht für die Truppe, dass sie immer Gas gibt.“

Am Ende aber muss er entscheiden, wer spielt, wer auf der Bank sitzt und wer gar nicht im Aufgebot steht – „und man kann leider nur elf beginnen lassen“.

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