Bundesliga | Oliver Nieder | 28.07.26 50 Fragen an... ...Phillip Tietz. | NEUES AUS DEM BRIXENTAL (3) Oliver Nieder fragte. Phillip Tietz antwortete. | Tobias Sparwasser Aus dem Trainingslager des FSV Mainz 05 berichten Peter H. Eisenhuth und Oliver Nieder. Hopfgarten. Ein Interview, mal ganz anders als in der Mixed Zone. 50 Fragen in 15 Minuten an einen 05er – kurz und spontan. Als erster kommt Phillip Tietz nach dem Mittagessen zusammen mit Mediendirektor Tobias Sparwasser entspannt angeschlendert. Also auf in den Sessel und los geht’s: 1 Wann und wo angefangen Fußball zu spielen? Groß Schwülper mit meinem Papa. 2 Jede Minute in den Grundschulpausen Fußball gespielt? Ja. 3 Jeden Tag nach der Grundschule auf der Straße gekickt? Ja. 4 Wo spielt man in Schwülper am besten Fußball? (überlegt kurz) Aufm Fußballgelände von der JSG Okertal, damals. 5 Stimmt‘s, dass Sie in Schwülper gegenüber von Torsten Lieberknecht gewohnt haben? Schräg gegenüber, ja. 6 Zeigt das mal wieder, wie klein doch die Welt ist? Definitiv. 7 Mit Torsten Lieberknecht in Schwülper auch mal gekickt? Hmmm… mal einen Ball zurückgepasst, aber richtig Kicken hatten wir noch nie. 8 Erster Fußball-Stadionbesuch? Eintracht Braunschweig. 9 Ab wann gewusst, dass Sie unbedingt Fußballer werden müssen? Schon immer. 10 Über wie viele Spielzeiten hinweg Fußballsticker gesammelt? (überlegt länger) Boah…, ich würde sagen, seitdem ich fünf bin. Sprich 2002, bis 2015. Immer Fußballsticker gesammelt. 11 Welchen Fußballsticker verzweifelt lange gesucht? Lionel Messi von der WM 2006. 12 Tipp-Kick oder Tischfußball? Tischfußball. 13 Wie cool ist es, dass man jetzt bei dem Fifa-Computerspiel auch das Stadion am Böllenfalltor in Darmstadt auswählen kann? Ja, das ist echt schön. 14 Wissen Sie, welchen Angriffswert Sie auf ihrer letzten Match-Attax-Bundesligakarte hatten? Nee, tatsächlich nicht. Nein. Da kommen immer welche zum Unterschreiben, aber ich weiß es nicht. 15 77. 77? Ist das gut? 16 Das war noch im Augsburg-Trikot. Ah, hm… dann ist es nicht so gut (lacht). 05-Mediendirektor Tobias Sparwasser grätscht an dieser Stelle dazwischen: „Das wäre jetzt in den 80ern, glaube ich!“ 17 Können Sie es noch abwarten, mit Ihrem Sohn endlich Fußball zu spielen? (Tietz‘ Sohn ist Jahrgang 2025.) Das ist seine Sache, ob er es will oder nicht. Da setze ich ihn nicht unter Druck. Ich spiel‘ mit meiner Tochter Fußball. Wenn mein Junge irgendwann auch Fußball spielen möchte, gerne. Aber der ist zu nichts gezwungen. Der soll selber entscheiden. 18 Was hätten Sie gemacht, wenn Sie kein Fußballprofi geworden wären? Ich wäre … (überlegt) bestimmt Erzieher geworden. 19 Was haben Sie sich vom ersten Profivertrag bei Eintracht Braunschweig geleistet? Ooahh… (überlegt) …ich sage, da war ich das erste Mal tatsächlich, glaube ich, shoppen bei Zara (lacht). 20 Kann man als 16-jähriger Stürmer in einem Fußballverein Mädchen beeindrucken. Joa, definitiv. Klar. 21 Wie haben Sie nach ihrem ersten Zweitligator gegen Union Berlin gejubelt? Ausgelassen. Da wusste ich auch gar nicht mehr, was ich eigentlich gemacht habe. Wir haben uns totgelacht über meinen Jubel, weil ich meinen Finger auf den Mund gemacht habe, nach dem Motto „Pscht“, obwohl das gar keinen Sinn hatte. 22 Auf einer Skala von 1 bis 10: Wie sehr wünschen Sie sich, dass Eintracht Braunschweig wieder erstklassig wird? 10. 23 Noch im Bewusstsein, dass Sie im „Kicker“ mal der Drittligaspieler des Spieltags waren? Das wusste ich, ja. Aber ich weiß nicht mehr, welcher Spieltag. 24 Bei Wehen-Wiesbaden für Jena zwei Tore gemacht. Stimmt! Genau, ja. Und eine Vorlage! 25. Im Nachhinein froh, in Augsburg am Ende auf der Bank gesessen zu haben? Ja! Bin ich sehr dankbar drum. Dass ich jetzt hier sitzen darf. 26. Im Trainingsalltag: Lieber Kraftraum oder Ausdauer? Kraftraum. 27 Was bedeutet es für Sie, im nächsten Jahr 30 zu werden? Hmm, eigentlich nichts. Ich bin vom Kopf her noch jung. Das bedeutet mir nicht so viel. Klar, wird’s groß zelebriert, aber ich bin und bleibe hoffentlich noch jung im Kopf. 28 Erste Erinnerung an eine WM? 2006. 29 Toughster Führungsspieler bei der letzten WM? Der toughste Führungsspieler … würde ich sagen … war Jonathan Tah. Wegen des Elfmeters. 30 Irgendein WM-Spiel geguckt, das mitten in der Nacht kam? Argentinien habe ich häufig verfolgt. Klar, die deutschen Spiele habe ich alle geschaut. Argentinien, Österreich, Schweiz, die habe ich mir alle angeguckt. Auch nachts, also da, wo meine Mannschaftskollegen spielten. Japan habe ich auch angeguckt. Weiß nicht mehr, welches nachts war. Es hat immer gepasst mit meinem Kleinen. Der steht immer recht früh auf. Und das war ne Zeit, als er immer um 5.30 Uhr aufgestanden ist. Und dann konnte ich immer die zweite Halbzeit gucken. Da habe ich mich dann auch morgens gefreut, dass er so früh wach war. 31 Was macht einen erfolgreichen Führungsspieler aus? Authentisch bleiben. 32 Welcher deutscher WM-Stürmer aus dem letzten Jahrhundert beeindruckt Sie? Miroslav Klose. 33 Lieber mal Daniel Batz oder Manuel Neuer tunneln? (überlegt kurz) Ja, schon Manuel Neuer. 34 Auf einer Skala von 1 bis 10. Wie heiß darauf, in einem Elfmeterschießen zu den Schützen zu gehören? Sieben. 35 Würden Sie als Gefoulter den anschließenden Elfmeter schießen? Ja. 36 Welche Musik hören Sie in der Kabine? House, Techno, bisschen französische-brasilianische Musik, aber mehr so House-Musik. 37 Alleine mit Kopfhörer oder lieber laut mit der Mannschaft? (grinst) Ich dreh‘ immer so laut, dass die Mannschaft schon, glaube ich, sauer auf mich wird. 38 Kann die Musik in der Kabine ein Spiel entscheiden? Ja. Wenn keine Musik läuft oder ein Schnulzenlied kommt, dann bist Du meines Erachtens nicht so motiviert und heiß auf das Spiel. Einige brauchen auch keine Musik. Aber ich brauch‘ Musik, definitiv. 39 Lieblingsfluch, wenn es auf dem Platz nicht läuft? Ich hau‘ immer auf den Boden. Lass meine Aggression da raus. Der Elfmeter gegen Wolfsburg, den ich verschossen habe, ich glaube, da sieht man es ganz gut. 40 Wie schüchtert man in den ersten Spielminuten einen Gegner ein? Zweikämpfe gewinnen. Sauber bleiben. Na ja, ich definiere mich über Zweikämpfe gewinnen, unmittelbar mit dem Gegenspieler, den du hast. 41 Kommen Sie in Mainz klar mit diesem Fastnachtsding? Letztes Jahr war noch nicht der richtige Zeitpunkt, aufgrund der Tabellensituation. Dieses Jahr wird sich das hoffentlich ändern und dann werde ich da definitiv auch sein. Ich find‘s geil. 42 Coole Vorstellung unter Jürgen Klopp mal Spieler zu sein? Wär‘ schön, ja. Ein Traum. 43 Der größte Verzicht für eine Fußballkarriere? Die Wochenenden mit meiner Familie. 44 Irgendwann im Leben mal den Kicker abonniert? Nein, das macht aber immer noch mein Papa. 45 Das letzte gelesene Buch? Das letzte gelesene Buch… (überlegt) …also zu Ende gelesen. „Gespensterjagd auf eisiger Spur“. Da war ich zwölf oder so. (lacht) 46 Wie hängt man am besten im Hotel ab, wenn gerade nichts ist? Mit Mannschaftskollegen. 47 Was macht man dann? Quatschen, Kaffee trinken, Karten spielen, über lustige Dinge nachdenken. Über die Saison nachdenken. Alles Mögliche. 48 Welchen Anlass braucht‘s bei Ihnen für ein Mainz-05-Tattoo? Wenn ich meine Karriere hier beende, und wenn wir erfolgreich Fußball spielen, was erreichen. 49 An welchen Stürmer denken Sie bei der Trikotnummer 9? Olivier Giroud. 50 Wann oder wo spüren Sie heute noch Fußballromantik? (seufzt) Selten, leider. Aber ich muss sagen: Wenn ich an Fußballromantik denke, denke ich jetzt an vor allen Dingen an das Hinspiel gegen Straßburg, als wir daheim gespielt haben. Das war Fußballromantik pur, was die Fans da gemacht haben, wie sie uns unterstützt haben. Dann noch mit dem Abend. Das war schon alles … sehr toll. 51 Ist auf dem Platz das Herz wichtiger als der Verstand? (wie aus der Pistole geschossen) Ja. 52 Kann es in einer Profimannschaft echte Freundschaft geben? Ja, definitiv. Da habe ich auch schon viel Freundschaft erfahren. 53 Ihr Hauptargument für Nadiem Amiri, in Mainz zu bleiben? Er fühlt sich hier wohl, und er hat seine Familie unmittelbar bei sich. 54 Können Sie in Mainz eine Legende werden? (lächelt) Das hab‘ ich nicht zu bestimmen. 55 Wann zum letzten Mal wegen Fußball geweint? Gegen Straßburg. Rückspiel. Als ich dann im Hotel war. Upps, dann sind es am Ende doch 55 Fragen geworden. Und das in knapp elf Minuten! Anzeige Anzeige Anzeige Alle Artikel von Fußball (Bundesliga)