red | 13.06.2018

Die Zeitfehler-Frau ist am schnellsten

Mit einem großen Erfolg für Lisa Sieben vom RFV Gonsenheim im M*-Springen endete das Dressur- und Springturnier in Mainz-Hechtsheim.
Lisa Sieben feierte auf Lepanto in Hechtsheim im M*-Springen einen von ihr selbst nicht erwarteten Erfolg.
Lisa Sieben feierte auf Lepanto in Hechtsheim im M*-Springen einen von ihr selbst nicht erwarteten Erfolg. | Archiv/Schaab

Hechtsheim. Mit einem „super Highlight“ endete das Dressur- und Springturnier des RSV Schwarz-Weiß Hechtsheim am vergangenen Wochenende für Lisa Sieben (RFV Mainz-Gonsenheim). Die junge Berufsreiterin gewann das abschließende M*-Springen mit Siegerrunde im Sattel des 14-jährigen Lepanto – der erste Sieg des bereits S-platzierten Paares auf diesem Niveau. „Leo habe ich seit acht Jahren, er ist derzeit mein bestes Pferd“, beschreibt Lisa Sieben den Hannoveraner.

Gemeinsam mit drei weiteren Paaren – alle von der RSG Soonwald – hatte sie nach fehlerfreiem Umlauf die Siegerrunde erreicht. Direkt nach Marcel Offermann, der für seine schnellen Ritte bekannt ist, aber ein junges Pferd am Start hatte, musste die Nieder-Olmerin als zweite Reiterin in den verkürzten Umlauf: „Leo ist nicht das schnellste Pferd, aber sehr wendig. Daher wollte ich kurze Wege reiten, ohne ihn zu jagen.“ Der Blick ging auch schon auf das folgende Wochenende: „Da soll Leo in Framersheim in Klasse S* starten, daher wollte ich ihm Selbstvertrauen geben.“

Der Plan ging dennoch auf für Lisa Sieben, knapp zwei Sekunden schneller als ihr Konkurrent kam sie ins Ziel und auch Fabienne Schneider, die dritte fehlerfreie Reiterin der Siegerrunde, kam nicht an ihre Zeit heran. „Ich war echt überrascht, zu gewinnen“, gab Lisa Sieben zu und gestand: „Eigentlich bin ich ja eher die Zeitfehler-Frau‘.“ Einen Dank schickte sie an den gastgebenden Verein, der mit seinem zweitägigen Turnier wieder ein rundes Programm auf der Anhöhe oberhalb der Alten Militärstraße bot: „Ich gebe hier beim Verein viele Lehrgänge, das fühlt sich also fast wie ein Heimsieg an – alle gönnen mir den Sieg und freuen sich mit mir.“

Sieben mit elf Pferden auf dem Turnier

Neben der eigenen Reiterei ist für Lisa Sieben nach Abschluss ihrer Bereiterausbildung auch die Betreuung ihrer Reitschüler in den Vordergrund getreten. „Das ginge allerdings nicht ohne meine Eltern“, sagt sie. „Sie helfen sehr viel und stehen immer hinter mir.“ Mit elf Pferden sei sie sonntags auf dem Hechtsheimer Turnier gewesen: „Das ist viel Fahrerei und es ist nicht einfach, alles unter einen Hut zu kriegen. Aber ich bin glücklich, dass ich im Moment so tolle Reitschüler haben, das ist wirklich eine super Truppe.“

Lynn Weirich, die für den gastgebenden Verein startet und gerade erst Rheinhessenmeisterin wurde, ist eine von Lisa Siebens erfolgreichen Schülerinnen und auch Katrin Matsushita (RSV Rheinhessen-Mitte) war in Hechtsheim bei allen Starts auf E- und A-Niveau platziert. „Es freut mich sehr, zu sehen, wie bei den Reitern und den Pferden die Grundausbildung geglückt ist“, freut sich die junge Berufsreiterin, „es ist ganz toll im Moment, so zu arbeiten.“

Eine grandiose Bilanz konnte auch Franka Dott wieder vorweisen. Neun Platzierungen, davon zwei Siege, drei zweite und drei dritte Plätze, gab es für die 14-jährige Schülerin vom JFR Selztal, die sich am Wochenende zuvor zur doppelten Rheinhessenmeisterin hatte küren lassen. Mit Beam me up Scotty und Monique münzte sie nahezu jeden Start im Springparcours in den Klassen E und A in eine Top Drei-Platzierung um, mit Montepulciano war sie in der Dressur erfolgreich. Im Viereck feierte auch ihre Vereinskollegin Keana Kotsch ihren bisher größten Erfolg: Mit ihrem 15-jährigen Hannoveraner Parlando platzierte sie sich erstmals in Klasse L und das gleich auf dem zweiten Platz. Eva Schaab

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